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(Nicht nur) MWG-Millennium-Projekte
Abruck der Zeitungsartikel mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers


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Das Schaf ist am Ziel
3000 Päckchen aus Bayreuth bereiteten Kindern in Rumänien große Freude
Von Marielies Stegbauer
Nordbayerischer Kurier — Donnerstag, 10. Januar 2008

Am 1. Dezember traten die 46 000 Päckchen, gesammelt von Round Table in ganz Deutschland im Rahmen der Aktion „Weihnachtspäckchen für Kinder in Not“ (x-bay berichtete) im Lastwagen ihre Reise nach Rumänien an. Hartmut Joost, Vizepräsident von Round Table 98 Bayreuth, hat den Konvoi begleitet.

„Ich war zum ersten Mal dabei, aber sicher nicht zum letzten Mal“, sagt Joost. Ziel der einwöchigen Fahrt war es, jedes Paket persönlich an die Kinder zu überreichen.

Zu Beginn der Reise mussten alle Päckchen in Umzugskartons verpackt werden, damit sie auf den LKW geladen werden konnten. „Das hat natürlich gedauert bei 300 Päckchen“, sagt Joost. „Ich konnte zu Weihnachten keine eingepackten Päckchen mehr sehen.“ Da der Konvoi durch Österreich und Ungarn nach Rumänien fuhr und drei Grenzen passieren musste, waren die Zollpapiere sehr wichtig. „Es musste genau notiert werden, was geladen ist und wieviel die Transporter wiegen.“ Obwohl die Fahrzeuge zum Teil zu schwer für den Grenzübergang nach Rumänien waren, durfte der Konvoi nach einer kurzen Wartezeit einreisen. „Zum Glück wurden etliche Augen zugedrückt, um die Aktion möglich zu machen.“ Alle Fahrzeuge waren als Hilfstransport ausgezeichnet, so dass für die LKWs in Deutschland keine Maut anfiel. „Eineinhalb Kilometer hat unser Konvoi auf der Autobahn schon blockiert“, sagt Joost.

Schaf Nina ist auf den meisten Reisefotos der Fahrt nach Rumänien zu sehen Wer's genauer
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Schaf Nina ist in Rumänien angekommen Wer's genauer
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Schaf Nina ist auf den meisten Reisefotos der Fahrt nach Rumänien zu sehen, um zu zeigen, wie die Reise der Päckchen verlaufen ist.
Fotos: nk
Am Ende der Reise hat das Kuschelschaf Nina, das Maskottchen der Päckchen-Aktion, ein neues Zuhause bei der neunjährigen Krina gefunden.
Endlich am Ziel
Das Ziel der ersten Etappe war ein Kinderdorf der Rudolf-Walther-Stiftung in Timisoaua. Von der Unterkunft aus verteilten die 70 Helfer sternförmig in einem Radius von 350 Kilometern ihre Päckchen in umliegenden Kindergärten, Schulen und Kinderkrankenhäusern. Dann ging es weiter nach Petrosani, wo auch 500 der Bayreuther Pakete ihr Ziel erreichten. Von Fahrzeugpannen, Pferdefuhrwerken, Irrfahrten bis Schimmel in den Unterkünften haben die Helfer der Päckchenaktion auf ihrer Fahrt alles erlebt. Während Schulen und Kindergärten in gutem Zustand sind, sehen die Häuser der Familien meistens heruntergekommen aus. „Die Menschen verdienen 400 Euro im Monat und die Lebensmittel sind nicht viel günstiger als bei uns.“ Deshalb können sich die meisten Eltern auch keine Weihnachtsgeschenke für ihre Kinder leisten. „Der Tag, an dem wir mit den Päckchen kommen, ist Weihnachten“, sagt Joost. Immer wenn er und die anderen Konvoibegleiter die Päckchen überreichten, packten die Kinder sofort aus. „So konnten wir sehen, ob das Geschenk zum Kind passt.“

Ein Zuhause für Schaf Nina
Außerdem gerieten bei den Helfern die Strapazen der sieben Tage in Vergessenheit, wenn sie die leuchtenden Augen der beschenkten Kinder sahen: „Die Freude über die meist super gepackten Päckchen ist die Belohnung für die körperliche Arbeit und die weite Fahrt“, sagt Joost.

Genauso wie die vielen Pakete ist auch das Kuschelschaf Nina, das Maskottchen der Aktion, am Ziel angekommen: Nach vielen Stunden Busfahrt hat es bei der neunjährigen Krina ein neues Zuhause gefunden. Für Joost heißt es dagegen: „Nach dem Konvoi ist vor dem Konvoi“, denn die Päckchen-Aktion 2008 ist schon in Planung.

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Ein Schaf geht auf Reisen
Schulen beteiligten sich an der Aktion „Weihnachtspäckchen für Kinder in Not“ für Rumänien
Von Susanne Lindner
Nordbayerischer Kurier — Dienstag, 27. November 2007

Zahnbürsten, Haarspangen, Malbücher, Stickeralben und noch vieles mehr packten Schüler aus Bayreuth für die Aktion „Weihnachtspäckchen für Kinder in Not“. Gestern übergab das Richard-Wagner-Gymnasium (RWG) etwa 250 Päckchen an Hartmut Joost, den Vizepräsidenten von Round Table 98 Bayreuth.

Im vergangenen Jahr traten 47 000 Päckchen aus Deutschland ihre Reise im Lastwagen nach Rumänien an. Über 3000 kamen aus Bayreuth. „In Rumänien werden die Pakete an Kinder in Waisenhäusern und an Straßenkinder übergeben“, sagt Joost, der den Konvoi nach Rumänien in diesem Jahr persönlich begleitet. Es werden aber auch Kinder in Kinderheimen, Schulen, Kindergärten, Flüchtlingslagern und Elendsvierteln aufgesucht und beschenkt. Am 1. Dezember soll es los gehen, damit die Kinder noch vor Weihnachten ihre Geschenke erhalten.

Anderen Menschen helfen
„Ich habe in mein Päckchen unter anderem Zahnbürsten und Haarspangen gepackt“, sagt Amalia Bichert (11), Schülerin am RWG. Ihre Mitschülerin Zoe Fischer (11) findet die Aktion von Round Table und der Rudolf-Walther-Stiftung gut: „Die Kinder in Rumänien sind ziemlich arm. Ich fühle mich besser, wenn ich anderen Menschen helfen kann – gerade zu Weihnachten.“ Dass es in Rumänien viele Waisen- und Straßenkinder gibt, die unter armseligen Zuständen leben müssen, haben die Schülerinnen im Deutsch- und Religionsunterricht gelernt.

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Damit die deutschen Schüler mitbekommen, wie die Reise der Päckchen verläuft, fährt nicht nur Joost, sondern auch das Plüschtier-Schaf Nina mit nach Rumänien. „Das Schaf wird den Konvoi begleiten und am Ende einem Kind übergeben“, sagt Joost. Die Reise des Schafs soll auf Fotos festgehalten werden. „Durch eine Bildercollage kann sich dann jeder vorstellen, wie die Reise seines Päckchens verlaufen ist“, sagt Joost.

Das RWG beteiligt sich seit etwa drei Jahren an der Aktion „Weihnachtspäckchen für Kinder in Not“, für die Schülerinnen Rebecca Tredici (12), Franziska Rusam, Luisa Arneth (beide 11), Zoe und Amalia ist es ebenfalls nicht das erste Mal: „Wir haben schon im Kindergarten und in der Grundschule Päckchen für Rumänien gepackt.“


Auch Kindergärten machen mit

Neben dem RWG beteiligten sich auch die Alexander-von-Humboldt-Realschule, die Altstadtschule, die Volksschule St. Georgen, die Jean-Paul-Schule, die Volksschulen Laineck, Lerchenbühl und St. Johannis, das Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium, die Montessori-Schule, die Volksschulen Bindlach, Ahorntal, Eckersdorf, Heinersreuth, Hummeltal und Thurnau.

Aber nicht nur Schulen packen fleißig Päckchen. Auch viele Kindergärten, Kindertagesstätten, die Kirchengemeinde Helmbrechts, die Universität Bayreuth, das Rotmaincenter und die Hypo-Vereinsbank beteiligten sich.

Der Round Table 98 Bayreuth ist ein Service-Club, der die Päckchen-Aktion seit acht Jahren durchführt.
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Schüler geben ein Vorbild
Auszeichnung für Bayreuther Initiative Millenniumsziele – 2000 Euro Preisgeld
Von Eva Bartylla
Nordbayerischer Kurier — Donnerstag, 22. November  2007

Die Zukunft kommt von unten. Zur Stärkung der Basisinitiativen für eine gerechtere Welt vergibt die Tutzinger Stiftung zur Förderung der Umweltbildung einen Preis für vorbildliches Engagement. Der Förderpreis der Stiftung ging jetzt an das Millenniumsprojekt von Bayreuther Schülern, Lehrern und Eltern.

Insgesamt wurden fünf Basisinitiativen an Deutschlands Schulen ausgezeichnet. Den mit 2000 Euro dotierten Preis nahmen für Bayreuth Maria Lampl, Vorsitzende des Elternbeirats im Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium, und Studienrat Dr. Tobias Haaf zusammen mit einigen Schüler- und Elternvertretern bei einer zweitägigen Tagung in Planegg entgegen.

Unter der Maxime „Die Zukunft denken, die Gegenwart gestalten“ würdigte Dr. Karl-Horst Dieckhoff, Geschäftsführer der Stiftung Umweltakademie Tutzing, das Bayreuther Millenniumsprojekt als einen „hoffnungsvollen Keimling“, den es zu fördern gelte. Das Projekt habe eine Mikro- wie auch eine Makroperspektive verfolgt, erläuterte Haaf. Die lokale Situation vor Ort wird ebenso in den Blick genommen wie globale Zusammenhänge.

Abruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers
Als Erziehungs- und Bildungsziele der Initiative nannte Maria Lampl Solidarität mit Armen und Notleidenden, Mitmenschlichkeit, Ausbildung von Empathiefähigkeit, Friedenserziehung, Stärkung des Gerechtigkeitsempfindens, Nachhaltigkeit und Schärfung des ökologischen Bewusstseins.

Als Merkmal der Bayreuther Initiative fiel die hervorragende Zusammenarbeit mit dem KURIER aus dem Rahmen. Die Tageszeitung habe auch das „stand up“, das Aufstehen gegen Armut, am 17. Oktober im MWG begleitet. Das soll nun alljährlich fortgeführt werden. Darüber hinaus sind eine Wanderausstellung, ein Arbeitskreis Millenniumsziele am MWG oder ein Freundschaftsfest geplant. Insgesamt haben an der Bayreuther Aktion bisher rund 150 Schüler aus mehreren Schulen teilgenommen.

MWGler erhalten Umweltpreis Wer's genauer
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Die Aktion Millenniumsziele von Bayreuther Schülern ist deutschlandweit ein Vorbild. Das hat die Tutzinger Stiftung zur Förderung der Umweltbildung entschieden und das Projekt nun ausgezeichnet.
Foto: Bartylla
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Nordbayerischer Kurier — Donnerstag, 18. Oktober 2007

Weltweite Aktion: Schüler und Lehrer des MWG stehen auf gegen Armut

Schüler und Lehrer des MWG stehen auf gegen Armut Wer's genau
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Pünktlich um 11.55 Uhr haben sich gestern Schüler, Lehrer und Gäste des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums (MWG) an der weltweiten Aktion „Aufstehen gegen Armut“ beteiligt. Laut Schulleiter Dieter Funk ist es fünf vor zwölf, wenn die Vereinten Nationen ihr Ziel, die Armut bis 2015 zu halbieren, erreichen wollen. Schülersprecher Sultan Tavsancioglu und Johannes Pöhlmann lasen eine Erklärung vor: „Wir sind die Generation, die der extremen Armut ein Ende setzen kann.“ Bürgermeister Bernd Mayer zeigte sich von der Veranstaltung ergriffen. Foto: Lammel

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Nordbayerischer Kurier — Samstag/Sonntag, 13./14. Oktober 2007

Aufstehen gegen Armut
Millenniumsziele: Aktion am MWG am 17. Oktober

BAYREUTH

Vor sieben Jahren unterzeichneten 189 Regierungschefs die UN-Millenniumserklärung, in der sie erklärten, alles zu tun, um die weltweite Armut zu verringern. Auch in diesem Jahr ruft die UN-Millenniumkampagne gemeinsam mit dem „Global Call to Action Against Poverty“ dazu auf, die Einhaltung der Millenniumsziele einzufordern. Bayreuth wird dabei sein.

Mit der weltweiten Aktion am Mittwoch, 17. Oktober, sollen die verantwortlichen Regierungen an ihr Versprechen erinnert werden. Letztes Jahr haben sich daran mehr als 23 Millionen Menschen in 86 Ländern beteiligt — dieses Jahr sollen es noch mehr sein, hoffen die Veranstalter.

In Bayreuth werden sich alle Schüler des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums (MWG) gemeinsam mit ihren Lehrern vor der Schule versammeln.

INFO Mehr Infos zum Stand up unter
www.stell-dich-gegen-armut.de.

Die Gedenkveranstaltung, die laut Mitorganisator Dr. Tobias Haaf den Charakter einer Protestkundgebung haben soll, wird mit den Fanfarenklängen des schulischen Blechbläserensembles unter der Leitung von Eckehard Bosch eröffnet. Anschließend werden der Schulleiter Dieter Funk und die Schülersprecher des Gymnasiums — Sultan Tavsancioglu, Johannes Pöhlmann und Jakob Horn — reden.

Die Veranstaltung am MWG wird um 11.55 Uhr beginnen. Damit solle ein zusätzliches Zeichen gesetzt werden, so Haaf. Denn auch bei der Umsetzung der Millenniumsziele sei es fünf vor zwölf, wenn die Vereinten Nationen das Ziel erreichen wollen, das sie sich gesteckt haben: die Halbierung der Armut bis 2015.

Auch ein Vertreter der Stadt Bayreuth wird bei der Kundgebung am MWG dabei sein. Neben dieser zentralen Veranstaltung hoffen Haaf und seine Mitstreiter darauf, dass auch an vielen anderen Schulen und in Unternehmen aufgestanden wird. Av

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Nordbayerischer Kurier — Montag, 8. Oktober 2007

Millennium-Schüleraktion in Nürnberg vorgestellt
Tag der Regionen präsentiert lokale Aktivitäten im globalen Kontext - Stand up am 17. Oktober

BAYEUTH/NÜRNBERG

Die Bayreuther Schüleraktion zur Erreichung der UN-Millenniumsziele wurde jetzt beim Tag der Regionen in Nürnberg auf dem Jakobsmarkt vorgestellt.

Auf einer Schautafel voll mit Artikeln des KURIERS und einer Schilderung der Initiative stellte eine Vertreterin des Projektes selbiges vor. Der wesentliche Ansatz des Aktionstages, der seit 2002 bundesweit immer weitere Kreise zieht, war auch Triebfeder für das Bayreuther Schülerprojekt. Gemeinsam mit dem KURIER leiteten Eltern und Lehrer die Kinder an, die globalen Anliegen für die Zukunft einer gerechteren Welt auf lokale Ebene herunterzubrechen. Was dabei herausgekommen ist, erregte zuerst in Bayreuth und nun in Nürnberg viel Aufmerksamkeit.

Eingeladen hatte das Aktionsbündnis Tag der Regionen, das die lokalen und regionalen Stärken und Chancen ins öffentliche Bewusstsein rückt, um das Spannungsfeld zur Globalisierung immer wieder zu thematisieren.

Der Musikproduzent Mousse T. war eigens angereist, um sich für eine Überschüttungsaktion zur Verfügung zu stellen und ließ sich von der deutschen UN-Millenniumsbeauftragten, Dr. Renée Ernst, einen Sack mit Getreide als Abfall einer Überflussgesellschaft über den Kopf kippen. Der Oberbürgermeister von Nürnberg, Dr. Ulrich Maly, unterzeichnete die Millenniumserklärung der Vereinten Nationen.

Auch dem Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth ist das Schriftstück zur Unterschrift zugegangen. Hohl ist gerade noch dabei, den Schritt zu überprüfen und zu überdenken. Auch zur Teilnahme der Verwaltung am weltweiten Aktionstag „stand up against poverty" am 17. Oktober, zu dem die Millenniumskampagne der Vereinten Nationen aufruft, sind Stadt, Betriebe und Schulen informiert worden.

Die verantwortlichen Regierungen sollen daran erinnert werden, dass sie mit den Millenniumszielen versprochen haben, die Armut weltweit bis 2015 zu halbieren. Im vergangenen Jahr haben sich über 23 Millionen Menschen in 86 Ländern beteiligt. Dieses Jahr sollen noch mehr Stimmen gegen Armut hörbar werden, damit die verantwortlichen Politiker ihr Versprechen einlösen. eba

   
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Nordbayerischer Kurier - Samstag/Sonntag, 4./5. August 2007

Schuhe putzen gegen Kinderarbeit
Aufrütteln mit einer provokanten Schüler-Aktion

BAYREUTH

Die Millenniumsziele der Vereinten Nationen, deren Umsetzung die Welt bis ins Jahr 2015 ein Stück lebenswerter machen soll, haben sich Schüler aus Stadt und Landkreis Bayreuth auf die Fahnen geschrieben. Was sie in und außerhalb ihrer Schulen tun, berichten sie regelmäßig im KURIER. Im Beitrag von Tobias Haaf geht es um die Bekämpfung von Kinderarbeit.

„Kinder arbeiten gegen Kinderarbeit" war das provokante Motto einer Aktion in der Bayreuther Fußgängerzone, bei der Schüler des (katholischen) Religionsunterrichts der sechsten Klassen bei Dr. Tobias Haaf am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium auf das Thema Kinderarbeit aufmerksam machten. „Wir haben im Unterricht gehört, dass auf der Welt 250 Millionen Kinder unter 14 Jahren arbeiten müssen. Kinder müssen Steine schleppen, Teppiche knüpfen oder Fußbälle nähen. Da wollten wir helfen", erklärte der zwölfjährige Lukas.

Arbeiten für Hungerlohn
Die Lebensumstände der Kinder, die für einen Hungerlohn schwere körperliche Arbeiten verrichten müssen, um das Überleben ihrer Eltern und Geschwister zu sichern, haben die Schüler bewegt und sie dazu angeregt, selbst aufzurütteln. „Mit unserer Aktion wollen wir darauf aufmerksam machen, wie gut es uns in Deutschland geht und wie schlecht es viele andere Kinder auf der Erde haben", sagte der zwölfjährige Anush.

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Um Kinderarbeit ging es bei einer Aktion der Sechstklässler des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums in der Bayreuther Fußgängerzone. Foto: Lammel

Das Besondere bei der Aktion war, dass die Schüler und ihre Lehrer, aufgewachsen in der Wohlstandsgesellschaft der Nordhemisphäre, nicht einfach einige Krümel ihres Wohlstandskuchens abgeben wollten. Die Spenden wurden erarbeitet, wobei gleichzeitig möglichst viele Menschen für die Not der Kindersklaven sensibilisiert werden sollten.Der zwölfjährige Paul hat es so ausgedrückt: „Mir gefiel von Anfang an die Idee, dass wir nicht einfach nur Spenden sammeln, sondern selbst etwas tun und für das Geld arbeiten. So wird aus dem Geld irgendwie etwas Besonderes."

Alle Schüler haben bei der Aktion begeistert mit angepackt. So zum Beispiel der zwölfjährige Julius, der Schuhe geputzt hat. „So konnte ich mich in die Lage eines Kindes hineinversetzen, das täglich Schuhe putzen muss, um zu überleben. Dabei musste ich das gerade einmal einen Nachmittag lang machen." Andere Kinder gestalteten Stellwände mit Informationsplakaten, haben Straßenmusik gemacht und sind Einrad gefahren. Daneben haben die Schüler Selbstgebasteltes verkauft: geknüpfte Freundschaftsbändchen, Karten und Blumenübertöpfe waren dabei.

Spende geht nach Uganda
Bei der Aktion konnte ein Spendenbetrag in Höhe von 300 Euro gesammelt werden. Dieses Geld kommt einem Schulprojekt im Norden Ugandas zugute. Die Schüler waren besonders stolz auf dieses Ergebnis und die 13jährige Julia kommentierte: „Vielleicht haben wir damit nicht die Welt verändert, aber eine kleine Spende ist doch eine kleine Hoffnung."


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Nordbayerischer Kurier· Samstag/Sonntag, 28./29. Juli 2007

Der Zoll greift nur auf einer Seite
Millenniumsziel globale Partnerschaft und Sicherheit – Schüler befragten Politiker

BAYREUTH

Die Millenniumsziele der Vereinten Nationen, deren Umsetzung die Welt bis ins Jahr 2015 ein Stück lebenswerter machen soll, haben sich Schüler aus Stadt und Landkreis Bayreuth auf die Fahnen geschrieben. Was sie in und außerhalb ihrer Schulen tun, berichten sie regelmäßig im KURIER. Im Beitrag von Birgit Schmitz geht es um globale Partnerschaft und Sicherheit – eines von acht Millenniumszielen:      

Katharina Ernstberger und Johanna Göttler, Schülerinnen am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium, sprachen mit Politikern aus der Region über dieses Thema. Den Bundestagsabgeordneten Hartmut Koschyk (CSU) fragten sie nach den Rüstungsausgaben Deutschlands und ob dieses Geld nicht besser in der Entwicklungshilfe angelegt wäre. Koschyk: „Natürlich würden wir das Geld für Militäreinsätze und Rüstung lieber in Entwicklungsprojekte investieren und damit Schulen, Krankenhäuser und Brunnen finanzieren. Auf Rüstungsausgaben könnten wir verzichten, wenn wir in einer garantiert friedlichen Welt leben würden. Den neuen Bedrohungen wie Terrorismus, können wir aber nur beikommen, wenn wir auch über entsprechende Technik verfügen.“

Die Weltwirtschaft wird von den großen Industrienationen dominiert. Entwicklungsländer müssen, wollen sie ihre Produkte in die EU importieren, bestimmte Normen und Qualitätsbestimmungen erfüllen, was sie aber oft nicht können. Ein anderer Störfaktor sind Agrarsubventionen, die von der EU an ihre Mitglieder gezahlt werden. So können diese effektiver anbauen und ihre Waren kostengünstiger auf den Markt bringen.

Joachim Wuermeling (CSU),Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, meinte dazu, es sei vorgesehen, solche EU-Subventionen langsam auslaufen zu lassen. Zudem sei es ein Problem,dass die EU selbst zwar auf Handelshemmnisse wie Zöllen besteht, Exporteure aber problemlos auf dem Weltmarkt agieren können, da sie beim Import in Drittländer kaum Beschränkungen haben.

Wenn nun etwa subventionierte Bananen in Afrika derart billig verkauft werden, wie es den afrikanischen Bananenbauern selber nicht möglich ist, bleiben die Afrikaner auf ihren Erzeugnissen sitzen.

Ein Störfaktor für die diversen Organisationen, Institutionen und Bürger, die sich um die Verwirklichung der Millenniumsziele bemühen, ist die World-Trade-Organisation (WTO). Obgleich die USA und die EU zugesagt haben, Subventionen und Zölle zu senken, haben sie für die wichtigsten Produkte – vor allem Nahrungsmittel – nicht Wort gehalten.

Ulrike Gote, Grünen-Abgeordnete im bayerischen Landtag, meinte auf Anfrage der Mädchen, dass etwa der Bundesregierung die eigenen kurzfristigen Interessen immer am wichtigsten seien. So könnten auch größere Firmen mit gutgeschultem Personal durch Lobbyisten viel bewegen. Eine weitere Möglichkeit der Unterstützung sei, den Entwicklungsländern die Schulden zu erlassen. So konnte beispielsweise Tansania nach Erlass seiner Schulden die Schulgebühren abschaffen, Mosambik konnte alle Kinder kostenlos impfen lassen und in Uganda bekamen 2,2 Millionen Menschen sauberes Trinkwasser. Gote forderte weiter dazu auf, vorausschauend zu handeln und fair statt billig einzukaufen.      

Der Bundestagsabgeordnete Horst Friedrich (FDP) plädierte dafür, Hilfszahlungen zu koordinieren, damit nicht nur zehn Prozent eines Landes von Entwicklungshilfe profitieren. Die Schülerinnen diskutierten zudem mit der Bundestagsabgeordneten Anette Kramme (SPD) über dieses Thema.

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Die SPD-Bundestagsabgeordnete Anette Kramme (Mitte) stand den Schülerinnen Rede und Antwort und sprach über die Milleniumsziele. Foto: nk
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Nordbayerischer Kurier, Samstag/Sonntag, 21./22. Juli 2007

Wie sinnvoll ist ein Schuldenerlass?
Aktion Millenniumsziele:
Achtklässler des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums zur Lage von Entwicklungsländern

BAYREUTH

Die Millenniumsziele der Vereinten Nationen sollen die Welt bis zum Jahr 2015 ein Stück lebenswerter machen. Schüler aus Bayreuth und dem Landkreis haben sich je eines der acht Ziele auf die Fahnen geschrieben. Was sie innerhalb und außerhalb ihrer Schule tun, berichten sie regelmäßig im KURIER. Achtklässlern des Bayreuther Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums ging es um die Bekämpfung von Armut und Hunger:

Die Länder der Dritten Welt befinden sich in einer schwierigen Situation: Es ist ein Teufelskreis entstanden, der nur schwer zu durchbrechen ist.

Ein großer Teil der Bevölkerung hat nur eine mangelhafte Schul- und Berufsausbildung. Durch diese Defizite finden die Menschen oft keine guten Berufe. Dadurch ist die Kaufkraft gering, oft mangelt es an Nahrungsmitteln — was häufig Krankheiten verursacht.      

Geschwächt von Krankheiten und schlechter Ernährung erbringen die Menschen eine geringere Arbeitsleistung.Die Folgen: geringere Produktivität, geringere Produktion, somit geringeres Wirtschaftswachstum — und daraus folgend wiederum ein geringes Einkommen.So schließt sich der Kreis zur Armut.

Viele Länder der Dritten Welt sind zudem hoch verschuldet. Häufige Ursachen sind Bürgerkriege oder Misswirtschaft.

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In Dritte-Welt-Ländern ist der Teufelskreis der Armut auch auf Mängel in der Ausbildung zurückzuführen. Dies sagen die Achtklässler am MWG.
Foto: Lammel

Die Dritte-Welt-Länder nehmen aber auch Kredite auf, um den Produktanbau und Kauf von Hilfsmitteln wie Dünger zu finanzieren. So wollen sie die Produktion steigern und den Ertrag gewinnbringend — so die Idee — in die Industrieländer verkaufen.

Durch die Konzentration auf die Rohstoffe wurde die Landwirtschaft vernachlässigt. Hinzukommen fallende Preise auf dem Weltmarkt, die Erträge zur Zurückzahlung der Schulden bleiben oft aus. Durch die hohen Schulden können die Länder notwendige Lebensmittelimporte nicht mehr finanzieren. Viele Kleinbauern müssen ihr Land an Großgrundbesitzer verkaufen.

Staatshaushalte entlasten
Nun stellt sich die Frage, ob ein Schuldenerlass für Länder der Dritten Welt sinnvoll wäre. Zum einen würde dies die Staatshaushalte entlasten und bessere Möglichkeiten zur Armutsbekämpfung und Zukunftsvorsorge bieten. Außerdem würde es den Raubbau an der Umwelt mindern, etwa einen Stop der radikalen Abholzung des brasilianischen Regenwalds. Ein positives Beispiel für einen Schuldenerlass ist in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland — im Jahr 1953 — zu finden. Dies war Grundlage des wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland.

Auf der anderen Seite gibt es keine Garantie dafür, dass der Erlass wirklich den Bedürftigen zugute käme. Es stellt sich auch die Frage, ob Schuldenerlass nicht auch eine Belohnung für Misswirtschaft und Missbrauch von Krediten ist. Außerdem würde es gegen das Prinzip der Vertragsgerechtigkeit verstoßen, denn Verträge sind bekanntlich einzuhalten. Vielleicht wäre ein Erlass der Schulden auch ein Vorwand, die weiter benötigte Entwicklungshilfe zu verweigern oder weitere notwendige und sinnvolle Kredite für diese Länder abzulehnen.      

Viele Fragen bleiben offen.Eine mögliche Lösung wäre etwa, einer Regierung die Schulden nur zum Teil zu erlassen und dies an Bedingungen zu knüpfen. Dabei wäre es wichtig, unabhängige Kontrollen durchzuführen — um zusehen,ob der Erlass auch tatsächlich den Bedürftigen zugute kommt.

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Nordbayerischer Kurier, 14./15.07.2007

Geiz ist nicht geil
Elftklässler stellten Einkaufsführer mit fair gehandelten Produkten in Bayreuth zusammen

BAYREUTH

Die Millenniumsziele der Vereinten Nationen, deren Umsetzung die Welt bis ins Jahr 2015 ein Stück lebenswerter machen sollen, haben sich Schüler aus Stadt und Landkreis Bayreuth auf die Fahnen geschrieben. Was sie in und außerhalb ihrer Schulen tun, berichten sie regelmäßig im KURIER. In Gunnar Dröges Beitrag geht es um den Aufbau einer globalen Entwicklungspartnerschaft—eines von acht Millenniumszielen:

Ein gutes Gewissen kann man vielleicht nicht kaufen — aber mit gutem Gewissen einkaufen, das müsste doch möglich sein, meinten die Schüler im Fach evangelische Religionslehre im Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium. Sie hatten bei einem ganz gewöhnlichen Wocheneinkauf im Supermarkt oder Drogeriemarkt gezielt nach dem Angebot von fair gehandelten Produkten gesucht.

Bei Textilern recherchiert
Die Situation ist besonders bei der Produktion von Textilien problematisch. Weil die Kinderarbeit immer wieder ein Thema ist, wurde die Recherche vor allem auf Anbieter von Bekleidungsartikeln ausgedehnt. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass es zwar Möglichkeiten gibt, Produkte aus fairem Handel zu kaufen —beispielsweise hat ein großer Lebensmitteldiscounter sieben fair gehandelte Produkte in sein Sortiment aufgenommen —, es ist aber eher die Ausnahme. Oft sind die Chancen, während des Wocheneinkaufs beim Anbieter um die Ecke etwas für gerechteren Welthandel zu tun, gering. Besonders im Textilbereich gibt es kaum verlässliche Kaufhinweise. Gerechter Lohn für harte Arbeit— ein einfacher Grundsatz, der viele Probleme auf der Welt lösen würde. Hunger,  Armut und Ausbeutung könnten so effektiver bekämpft werden.

Dritte-Welt-Länder sind oft gesegnet mit einem natürlichen Reichtum an Bodenschätzen, produzieren hochwertige landwirtschaftliche Erzeugnisse und verfügen über motivierte Arbeitskräfte. Die Armut hat oft nur eine Ursache:

Die Erzeugnisse dieser Länder erzielen auf dem Weltmarkt keine angemessenen Preise. Arbeiter werden gezwungen, buchstäblich für einen Hungerlohn auf den Feldern oder in den Fabriken zu schuften. Das trifft natürlich auch die Schwächsten der Gesellschaft: die Kinder.

Verzweifelte Familien verkaufen Kinder als billige Arbeitskräfte an skrupellose Unternehmer. Das ist nichts anderes als eine der schlimmsten Formen moderner Sklaverei. Wer ist aber eigentlich schuld an der Misere? Die Antwort lautet: Die Konsumenten in den Industrienationen,die sich oft mit einer Geiz-ist-geil-Mentalität auf die billigsten Schnäppchen stürzen.Daneben aber auch die größtenteils anonymen, multinationalen Lebensmittel- oder Textilkonzerne und große Handelsketten mit ihren Filialgeschäften.

Mit den Ergebnissen der Schüler sollte eine kleine "Einkaufshilfe" über die Möglichkeit des Erwerbs fair gehandelter Waren im Raum Bayreuth entstehen —beispielsweise im Weltladen "Die Brücke". Ein Besuch des Weltladens rundete auch das Projekt der Schüler ab. Das vorläufige Ergebnis kann abgerufen werden über die Homepage des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums unter der Rubrik "Aktivitäten" der Fachschaft Religion. Um die erhobenen Daten weiter zu ergänzen, werden Anbieter, die Produkte aus fairem Handel anbieten, dazu aufgerufen, sich bei Maria Lampl, Telefon 0921/27913 zu melden. Informationen können auch an fairerhandel@vollbio.de gemailt werden.

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Katharina Popp (links) und Viktoria Lampl waren in Bayreuth auf der Suche nach Geschäften,die Produkte aus fairem Handel anbieten. Fündig wurden sie beispielsweise im Weltladen "Die Brücke".  Foto: Lampl
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Nordbayerischer Kurier, 06.07.2007 — 17:29

Aids kann jeden treffen
Millenniumsaktion in der Johannes-Kepler-Realschule

HUMMELTAL

Die Millenniumsziele der Vereinten Nationen, deren Umsetzung die Welt bis ins Jahr 2015 ein Stück lebenswerter machen sollen, haben sich Schüler aus Stadt und Landkreis Bayreuth auf die Fahnen geschrieben. Was sie in und außerhalb ihrer Schulen tun, berichten sie regelmäßig im KURIER. In Eva Bartyllas Beitrag geht es um die Bekämpfung von Aids -- eines von acht Millenniumszielen.    

Mit Feuereifer war die Klasse 7d der Johannes-Kepler-Realschule bei der Sache, als sie im Rahmen einer Eltern-Lehrer-Schüler-Initiative zu den Millenniumszielen der UNO unter Leitung ihrer Erdkundelehrerin Kerstin Markus die Immunschwächekrankheit Aids mit all ihren Aspekten ausleuchtete. 

Das Ergebnis ihrer Recherchen stellten die Schüler der ganzen Schule auf Plakatwänden vor. Die Klasse beeindruckte die Schüler der anderen Jahrgänge und Rektor Peter Thumann mit umfangreichen Materialien und Aussagen:
Thematisiert wurden die Entstehung der Krankheit, die Ansteckungsgefahr, die Ausbreitung von Aids, aber auch Opfer in Afrika und das Thema Vorbeugung etwa durch Verhütung. Konkrete Zahlen zum Rückgang der Todesfälle, dem jedoch eine Steigerung der Neuinfizierungen gegenübersteht, ergänzten die gesammelten Materialien. Das Bewusstsein über die Gefährdung müsse wachgehalten werden,denn eine Heilung sei noch immer nicht in Sicht, ebensowenig wie eine Impfung, so die Schüler. eba 
                        
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Mit Plakaten und einer Kuchenverkaufsaktion machten die Schüler der Klasse 7d der Johannes-Kepler-Realschule auf das Thema Aids aufmerksam. Mit auf dem Bild: Erdkundelehrerin Kerstin Markus und Rektor Peter Thumann.
Foto: Bartylla
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Nordbayerischer Kurier, 29.06.2007, 18:46

In kleinen Schritten die Welt verändern
Was die Gymnasiastinnen Anja, Carina und Katharina dazu beitragen

BAYREUTH

Die Millenniumsziele der Vereinten Nationen,  deren Umsetzung die Welt bis ins Jahr 2015 ein Stück lebenswerter machen sollen, haben sich Schüler aus Stadt und Landkreis Bayreuth auf die Fahnen geschrieben. Was sie in und außerhalb ihrer Schulen tun, berichten sie regelmäßig im KURIER. In Laura Knolls Beitrag geht es um Bildungsgerechtigkeit — eines von acht Millenniumszielen:

Es ist Donnerstagnachmittag, die frühsommerliche Sonne strahlt über der Stadt. Sobald der erlösende Schulgong ertönt, strömen die Jugendlichen ins Freibad oder  in eine der vielen Eisdielen. Anja, Carina und Katharina aber sind auf dem Weg zur Schule. Die drei Gymnasiastinnen sind unterwegs zur Altstadtschule, um jüngeren Kindern freiwillig bei den Hausaufgaben zu helfen. Wie sind sie auf diese Idee gekommen?

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Kleineren bei den Hausaufgaben helfen — Anja, Carina und Katharina tun dies jede Woche.
Sie sagen: Es macht Spaß, den Kindern zu helfen. Foto: nk

Die Vereinten Nationen postulieren als eines ihrer Millenniumsziele für das neue Jahrtausend die Herstellung der Bildungschancengleichheit für alle Kinder weltweit. Und die Fakten sind tatsächlich ernüchternd: Etwa 114 Millionen Kinder erhalten keine Grundschulbildung.In den zentralafrikanischen Ländern liegt die Chance für Kinder, zur Schule gehen zu können, nur bei etwa 60 Prozent. Wie sieht die Lage in Deutschland aus?Artikel 129  im Grundgesetz besagt, dass alle Kinder zum Besuch der Volksschule und der Berufsschule verpflichtet sind. Dies war aber nicht immer so. Erst seit 1717 galt in Preußen die allgemeine Schulpflicht. Mit der Einigung der deutschen Staaten 1871 wurde die allgemeine Schulpflicht als Staatsaufgabe für das gesamte Deutsche Reich eingeführt.

Wer sich wie Anja, Carina und Katharina engagieren möchte, kann sich beim Freiwilligenzentrum Bayreuth(fwz.bayreuth@t-online.de) melden.

Laura Knoll, Klasse 11a, Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium



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Nordbayerischer Kurier, --.--.----

Kinder sorgen sich um Wasser
Millenniumsaktion in der Volksschule Hummeltal

HUMMELTAL

Im Rahmen des Millenniums-Projektes, das 2002 ins Leben gerufen wurde, beteiligte sich die Volksschule Hummeltal mit einer Aktion zum Thema Wasser und Wasser sparen.

Im Heimat- und Sachkundeunterricht erarbeiteten Viertklässler zuerst grundlegende Erkenntnisse. Anschließend wurden Versuche zu den Aggregatzuständen durchgeführt, ein Wasserkreislauf und eine Quelle gebaut.

Während für Kinder in Deutschland Wasser selbstverständlich ist, leiden viele in Afrika unter Mangel.

Da Wasser kostbar ist, wurden Maßnahmen erarbeitet, die beim Wassersparen helfen: duschen statt zu baden, die Spartaste beim WC betätigen oder Waschmaschinen nur vollbeladen einschalten.

Ziel des Projekts war, die Kinder früh für die Problematik der Wasserknappheit zu sensibilisieren und ihnen nachhaltig sparsamen Umgang damit einzubleuen. Sie erfuhren dabei auch, dass etwa ein Schwimmbad voll Wasser für ein Kilo Steak nötig ist. Dr. Renée Ernst, Millenniumsbeauftragte der UN, und Maria Lampl, Elternbeiratsvorsitzende des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums, sprachen mit Schülern und Millenniumsaktivisten im Rahmen der Aktion über die immer geringer werdenden Wasserreserven und die damit in Verbindung stehenden möglichen Lösungen.  nk

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Die Schüler der Volksschule Himmelkron nahmen am Millennium-Projekt der UN teil. Sie befassten sich mit dem Problem der Wasserknappheit und entwickelten Lösungen für den sparsamen Umgang damit.  Foto: nk
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Nordbayerischer Kurier, 21.05.2007

Keine Ausreden mehr:
Beauftragte für Millenniumskampagne fordert politische Konsequenzen

BAYREUTH, von Frank Schmälzle

Mit ihrer Kritik an der Entwicklungshilfepolitik der Bundesregierung hielt die Beauftragte der Vereinten Nationen für die Millenniumskampagne in Deutschland, Dr.Renée Ernst, gestern bei einem Besuch in Bayreuth nicht hinter dem Berg: Statt der Selbstverpflichtung nachzukommen, die Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens anzuheben, betreibe man in Berlin "kreative Buchführung".

Im Vorfeld des G-8-Gipfels in Heiligendamm erfahre die Dritte Welt gerade viel Aufmerksamkeit — dies gelte es zu nutzen, so die UN-Beauftragte vor Bayreuther Schülern. "Entwicklungspartnerschaften fruchten, wenn man das Geld richtig einsetzt", so Ernst wörtlich.

Aber: "Wir müssen zeigen, wo unsere Regierungspolitik den Zielen solcher Partnerschaften entgegenläuft."

So sei ein Abbau der Hemmnisse, die Industrienationen im Handel mit Schwellen- und Dritte-Welt-Ländern aufrichteten, dringend geboten. Ein Umdenken forderte die Chefin der deutschen Millenniumskampagne auch bei den Agrarsubventionen. Ihre Organisation sei keineswegs grundsätzlich gegen jede Unterstützung heimischer Bauern. Dass allerdings große Agrarfabriken Geld dafür bekämen, Überproduktion zu Billigpreisen auf die Märkte zu werfen, sei nicht hinnehmbar.

Produzenten aus Afrika würden faire Preise vorenthalten, während "hier Subventionen den Reichen zugute kommen. Das ist pervers."

Wenige Tage vor Beginn des G-8-Gipfels in Heiligendamm erinnerte Renée Ernst an den Gipfel 2005 im schottischen Gleneagles. Damals waren die Politiker der führenden Industrienationen und Russlands angetreten, um die weltweite Armut zu überwinden.Von einer Steigerung der nationalen Ausgaben für Entwicklungspartnerschaften und einer Anhebung des Budgets für Afrika um jährlich 25 Milliarden Euro sei man noch weit entfernt. "Auch Deutschland ist schlecht im Einhalten alter Versprechen", so die Beauftragte der Vereinten Nationen.

Und weiter: "Ich denke, die Glaubwürdigkeit unserer Politiker steht auf dem Spiel. Die tun nichts, wenn wir sie nicht immer wieder dazu auffordern."

Ausreden gebe es angesichts einer deutlich verbesserten Haushaltslage in Deutschland nicht mehr. Vielmehr müssten sich Politiker jetzt an ihre Versprechen erinnern und an deren Einlösung messen lassen. Sie freue sich deshalb über das Engagement, das Schüler im Raum Bayreuth gemeinsam mit Eltern, Lehrern und dem KURIER für die Millenniumsziele der Vereinten Nationen entwickeln.                  

Gestern morgen hatte die UN-Beauftragte eine vierte Klasse der Grundschule in Hummeltal besucht, die den sorgsamen Umgang mit Wasser in den Mittelpunkt ihres Millenniumsprojektes gestellt hatte. Am Nachmittag ließ sie sich von Schülern der Johannes-Keppler-Realschule, des Richard-Wagner-Gymnasiums und Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums über deren Aktivitäten im Rahmen der bis 2015 laufenden Kampagne informieren.

Acht Ziele
Zum Hintergrund: Im Jahr 2000 haben sich die Vereinten Nationen auf acht Ziele verständigt, die bis 2015 erreicht sein sollen. Dies sind Grundschulbildung für alle Kinder, Gleichstellung und größerer Einfluss von Frauen, Kindersterblichkeit senken, Gesundheit der Mütter verbessern, Aids, Malaria und andere Krankheiten bekämpfen, Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit und globale Partnerschaften für Entwicklung. Die Vereinten Nationen hatten ausdrücklich zu lokalen Aktivitäten aufgerufen, nur so könnten die Ziele nachhaltig erreicht werden.

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Ein dickes Lob von der Beauftragten der Vereinten Nationen für die Millenniumskampagne in Deutschland, Dr. Renée Ernst, gab es gestern für die Schüler, die die weltweite Initiative in Bayreuth bekanntmachen.
Foto: von Pölnitz-Eisfeld
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Nordbayerischer Kurier, 08.05.2007
Kinder gegen Kinderarbeit
Schüler-Aktion auf dem Markt soll aufrütteln

BAYREUTH

Kinder arbeiten gegen Kinderarmut: Unter dieses Motto haben Schüler der sechsten Klassen des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums ihre Aktion am Donnerstag, 10. Mai, gestellt.

Die Schüler, die ihre Initiative gemeinsam mit ihrem Religionslehrer, Dr.Tobias Haaf, organisiert haben, werden zwischen 13 und 16 Uhr rund um den Neptunbrunnen auf das Schicksal von Kindern aufmerksam machen, die für sich und ihre Familien hart arbeiten müssen. „Wir haben im Unterricht gehört, dass auf der Welt 2,5 Millionen Kinder unter 14 Jahren arbeiten müssen“, sagt der zwölfjährige Lukas. „Kinder müssen Steine schleppen, Teppiche knüpfen oder Fußbälle nähen. Da wollen wir helfen.“

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Einradfahren, Schuhe putzen, Schmuck verkaufen:
So brachten Schüler des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums 300 Euro für eine Schule in Uganda zusammen.    Foto: Lammel

Das tun die Schüler auf zweierlei Weise: Auf Informationstafeln können sich Interessenten über Kinderarmut, ihr Ausmaß und die damit verbundenen Umstände informieren. Zudem arbeiten die Bayreuther Schüler auch selbst, um das dabei eingenommene Geld ihren Altersgenossen , die für ihren oftmals kärglichen Lebensunterhalt arbeiten müssen, zur Verfügung zu stellen und selbst einen Beitrag zu leisten. „Zu den Aktivitäten gehören Straßenmusik und Akrobatik. Unsere Schüler werden aber auch Schuhe putzen und Selbstgebasteltes verkaufen“, so Haaf.

Mit dieser öffentlichen Aktion beteiligen sich die Gymnasiasten an der Initiative zur Umsetzung der Millenniumsziele, die engagierte Schüler, Lehrer, Eltern und der KURIER gemeinsam gestartet haben. Dabei sollen die Ziele der Vereinten Nationen, die dazu dienen, bis zum Jahr 2015 die Lebensumstände weltweit deutlich zu verbessern, lokal umgesetzt werden.

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Nordbayerischer Kurier,--.--.----

80mal faire Osterfreude bereitet
Gymnasiasten setzen Millenniumsprojekt handfest um
BAYREUTH

Engagierte Schüler des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums (MWG) überraschten dieser Tage Kinder im Asylbewerberheim am Röhrensee. Im Gepäck hatten die Gymnasiasten rund 80 Päckchen — gefüllt mit fair gehandelten Naschereien.

Der Aktion vorausgegangen war eine Initiative des Wahlkurses Politik und Zeitgeschichte, der sich in diesem Schuljahr mit dem Thema Migration beschäftigt. Ausgehend von der Auseinandersetzung mit der Situation von Asylbewerbern in Bayern beschlossen die Jugendlichen, selbst aktiv zu werden. Daher sammelten sie innerhalb Ihrer Schule Geld, um die Süßigkeiten zu finanzieren.

Zu diesem Zweck gingen die Mitglieder des Wahlkurses durch die Klassen und informierten diese über die Situation der Asylbewerber vor Ort. „Wegen der beeindruckenden Vorträge wollte mancher Schüler sogar sein Mittagessensgeld spenden“, erklärte Maresa Olschner, die Leiterin des Kurses.

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Tolle Aktion: Schüler des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums überraschten gemeinsam mit ihrer Kursleiterin Maresa Olschner Asylbewerber mit Osterpäckchen.  Foto: nk

Innerhalb kürzester Zeit kamen 500 Euro zusammen. Zudem spendete das Schulcafé Blú die Einnahmen des Tags der offenen Tür in Höhe von 70 Euro. Das Geld wurde in Schokolade, Gummibärchen und Bonbons investiert, die aus dem Weltladen "Die Brücke" stammten. Zum anderen bekam der "Runde Tisch für Ausländerarbeit" 230 Euro als Unterstützung für die Arbeit im Asylbewerberheim.

„Wir hätten natürlich auch lila Schmunzelhasen verschenken können. Aber wir haben uns für die fair gehandelten Süßigkeiten entschieden, um so auch eine mögliche Ursache von Migration, nämlich schlechte wirtschaftliche Bedingungen in Dritte-Welt-Ländern, im Kern anzugehen“, so Jakob Horn, ein Mitglied des Kurses.

„Diese Problematik stellten wir auch während unserer Vorträge dar“, ergänzte Lena Saenger.

Die Aktion ist Teil des Millenniumsprojekts, das Schüler, Lehrer und Eltern — vorwiegend aus dem Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium — gemeinsam mit dem KURIER gestartet haben. Darin geht es um eine praktische Umsetzung der Millenniumsziele der Vereinten Nationen. f



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Osterpäckchen für Flüchtlingskinder

Setzt die Millenniumsziele der Vereinten Nationen in die Praxis um:
Eine Initiativgruppe um Schüler, Lehrer und Elternbeiräte des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums
Frau Olschners Teil der Arbeit nimmt Gestalt an. Ihr Wahlkurs wird kleine Osterpäckchen für Flüchtlingskinder im Wert von 5,-- €  mit fair gehandelten Süßigkeiten zusammenstellen und unsere Schüler bitten, sich als Sponsoren zu betätigen.

D.h. wir gehen durch die Klassen des MWG, informieren über die Situation von Flüchtlingskindern im allgemeinen und auch über die der rund 70 Flüchtlingskinder in Bayreuth und bitten die Schüler, Päckchen für diese Kinder zu erwerben.
Es können sich auch Schüler zusammen tun, so dass kleine Beträge gespendet werden können. Zudem informieren wir über die fair gehandelten Produkte und erklären, warum wir keinen lila Schmunzelhasen in die Päckchen packen.
Die kleinen Geschenke sollen am Donnerstag vor den Osterferien überreicht werden.
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Foto: Ritter
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Bayreuth 29.01.2007 21:19
Rosen zum Auftakt
Von Frank Schmälzle

Die Aktion Millenniumsziele, eine gemeinsame Initiative Bayreuther Schüler und des KURIERS, treibt buchstäblich erste Blüten: Am Valentinstag, also am 14. Februar, werden engagierte Schüler mit einer blumigen Aktion auf ihr Projekt aufmerksam machen.

Was schenkt man sich zum Valentinstag? Rosen natürlich - und das tun auch Bayreuths Schüler untereinander sehr ausgiebig. Mit einem Kärtchen und einem kleinen Gruß überwinden die Blumen auch schon mal die Schulhofgrenzen. In diesem Jahr werden auf diesem Weg wieder 2000 bis 3000 rote Rosen verschenkt -- und in diesem Jahr werden sie auf Initiative von Schülerinnen und Elternbeirätin Maria Lampl erstmals sämtlich aus fairem Handel stammen. Damit kommen Bayreuths Schüler dem ersten von acht Zielen, die sich die Vereinten Nationen gesetzt haben, nach: den Anteil der Weltbevölkerung, der extrem unter Armut und Hunger leidet, zu halbieren.

Sehr konkret sind auch die Pläne, die Dr. Tobias Haaf, Lehrer am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium, mit seinen Sechstklässlern schmiedet. Sie haben im Unterricht die Themen Kinderarbeit und Kindersoldaten behandelt. „Die Betroffenheit war groß”, so Haaf -- und auch der Wille, selbst etwas dagegen zu tun. „Wir kamen auf die Idee, dass Kinder gegen Kinderarbeit arbeiten.” Jonglieren wollen sie, Straßenmusik machen, Einkaufstaschen tragen und Autos putzen. An Ideen, wie sie Geld verdienen können, das dann den wahren Kinderarbeitern helfen kann, mangelt es den Sechstklässlern nicht. Im Frühjahr wollen sie es anpacken.

Allen Kindern Bildung möglich machen -- zu diesem Millenniumsziel tragen drei Schülerinnen des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium längst ihren Teil bei. Eigentlich bleibt neben der Schule nicht mehr viel Zeit. Sie aber sind trotzdem dreimal in der Woche in einer Einrichtung im Stadtteil Altstadt anzutreffen und helfen dort Kindern bei deren Hausaufgaben. Das Engagement der drei Gymnasiastinnen wird eine Bayreuther Projektgruppe der Aktion Millenniumsziele begleiten und dokumentieren.
Elftklässler des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums werden sich aus ganz praktischer Perspektive um das Thema Fairer Handel kümmern. Auf Anregung ihres Lehrers machen sie sich in den nächsten Tagen und Wochen in Bayreuther Lebensmittelgeschäften auf die Suche nach fair gehandelten Produkten. Die Ergebnisse ihrer Recherche sollen sich in einem fairen Einkaufsführer widerspiegeln.

Erste Kontakte bestehen zudem zwischen Realschülern und der Aidsberatung, die neben Prävention und Betreuung HIV-Positiver in Oberfranken eine Partnerschaft mit einem Aidswaisenhaus in Uganda betreibt.

Mit ihrer Arbeit, über die sie auch im KURIER berichten werden, wollen Bayreuther Schüler die acht Millenniumsziele stärker ins öffentliche Bewusstsein bringen. Der Hintergrund: 189 Staaten haben sich bei einem Gipfeltreffen in New York dazu verpflichtet, innerhalb von 15 Jahren den Anteil der Weltbevölkerung, der unter extremer Armut und Hunger leidet, zu halbieren, allen Kindern eine Grundschulbildung zu ermöglichen, die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern und die Rechte von Frauen zu stärken, die Kindersterblichkeit zu verringern und die Gesundheit der Mütter zu verbessern, HIV/AIDS, Malaria und andere übertragbare Krankheiten zu bekämpfen, den Schutz der Umwelt zu verbessern und eine weltweite Entwicklungspartnerschaft aufzubauen.

Wer Interesse hat, die Bayreuther Millenniumsinitiative zu unterstützen, wendet sich an Maria Lampl, Telefon 09 21/2 79 13, E-Mail MariaLampl@aol.com.
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Nordbayerischer Kurier vom --.--.----

Einen Schritt näher dran
Bayreuther Initiative Millenniumsziele steigt in die konkrete Arbeit ein

BAYREUTH, von Frank Schmälzle
Die Bayreuther Initiative Millenniumsziele nimmt Fahrt auf. Bis dato sind fünf Lehrer und mehr als 30 Schüler beteiligt.

In diesen Tagen hat eine erste Koordinationsrunde derer stattgefunden, die die Millenniumsziele der Vereinten Nationen nach Bayreuth tragen wollen. Mitinitiatorin und Elternbeiratsvorsitzende des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums, Maria Lampl, zeigte sich mit Verlauf und Ergebnissen der Sitzung ausgesprochen zufrieden. „Wir haben jeweils zwei Projekte, die zu den Millenniumszielen passen, auf den Weg gebracht.“

Trügerische Rosen
In einem ersten Ziel wollen die Schüler ihre Altersgenossen darauf aufmerksam machen, dass der Handel mit Billigrosen zu Lasten von Frauen und Kindern in den Anbaugebieten der Dritten Welt geht. Die Blumen werden intensiv mit Pestiziden behandelt — wer auf den Blumenfarmen arbeitet, ist dieser Belastung ausgesetzt.Was das mit Bayreuth zu tun hat? An den Bayreuther Gymnasien gibt es einen Schülerservice, so berichtet Maria Lampl, bei dem man Blumen und damit auch Rosen bestellen kann. „Unser gemeinsames Ziel ist es jetzt, keine solchen Billigrosen mehr zu vertreiben.“

Projekt Nummer Zwei läuft bereits und lässt sich mit den Millenniumsziele bestens vereinbaren. Schul-T-Shirts bezieht das Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium von einem deutschen Hersteller, Kinderarbeit ist bei diesem Unternehmen garantiert nicht anzutreffen. „Das zu thematisieren macht Sinn. Viele Kinder haben solche T-Shirts, an ihnen lässt sich erklären, worum es bei den Millenniumszielen geht.“
Darum nämlich: Die Vereinten Nationen haben eine Millenniumskampagne gestartet, die acht Ziele umfasst und bis zum Jahr 2015 dezentral und an möglichst vielen Stellen der Welt umgesetzt sein soll. Zu den Zielen gehört der Kampf gegen Hunger und Armut, Bildung für Kinder, Gleichstellung für Frauen, Bekämpfung todbringender Krankheiten und globale Partnerschaften für Entwicklung.

Mit dem KURIER
Möglichkeiten, Menschen für diese Ziele zu gewinnen, gibt es viele — die Bayreuther Initiatoren um Maria Lampl und den Gymnasiallehrer Dr.Tobias Haaf haben eine Medienaktion für Kinder und Jugendliche entworfen. Schüler verschiedener Altersgruppe und Schularten befassen sich in einem Projekt mit den Millenniumszielen und berichten im KURIER über ihre Erfahrungen. Die Veröffentlichungen sind mit Firmenanzeigen zu besonderen Konditionen versehen, die die Schüler selbst akquirieren. Hintergrundgedanke: Im unmittelbaren Gespräch mit den Unternehmensvertretern sollen sie für die Millenniumsziele werben.

Die Chancen, dass der Kreis der Schüler, die sich an dem Bayreuther Millenniumsprojekt beteiligen noch größer wird, stehen gut. „Wir sind mit mehreren Bayreuther Lehrern in Kontakt, die unsere Initiative gut finden“, sagt Maria Lampl. Unter Telefon 09 21/2 79 13 oder per Mail unter der Adresse MariaLampl@aol.com ist sie erreichbar.
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Nordbayerischer Kurier, --.--.----

Junge Leute sind gerecht
Elternbeirätin, Lehrer und KURIER rufen zur Aktion Millenniumsziele auf

BAYREUTH,
von Frank Schmälzle
„Wir sind noch weit entfernt davon, die Millenniumsziele tatsächlich zu verwirklichen.“ Dr. Tobias Haaf motiviert dieser Umstand eher, als dass er ihn entmutigt. Gemeinsam mit der Elternbeirätin Maria Lampl hat sich der Lehrer am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium ein Ziel gesetzt: Die Millenniumsziele der Vereinten Nationen müssen stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken.

An Brisanz mangelt es Themen wie der Bekämpfung extremer Armut, der schulischen Ausbildung von Kindern weltweit und der Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit ganz sicher nicht. Bis 2015 wollen die Vereinten Nationen diese zum Jahrtausendwechsel gefassten guten Vorsätze in die Tat umgesetzt wissen.

Solch globale Veränderungen setzen ein Umdenken vieler voraus ― deshalb unterstützen Maria Lampl und Tobias Haaf in Bayreuth den dezentralen Ansatz der Millenniumsziele. Gemeinsam mit dem KURIER rufen die Elternbeirätin und der Gymnasiallehrer Schüler aller Jahrgangsstufen und aller Schularten dazu auf, sich in Zeitungsartikeln mit den Millenniumszielen auseinanderzusetzen. Die werden dann auf mehreren Seiten im KURIER veröffentlicht. Und: Die beteiligten Schüler werden Anzeigen, die auf diesen Millenniums-Seiten erscheinen, zu Vorzugspreisen akquirieren. Dabei geht es neben der Finanzierung des Projektes vor allem um den Gedankenaustausch mit Unternehmern. Die sollen im Gespräch mit Schülern von den Millenniumszielen der Vereinten Nationen erfahren.
Im Vordergrund des Projektes stehen indes die jungen Leute. „Ich habe in meinem Unterricht schon oft die Erfahrung gemacht, dass Jugendliche einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn haben, sich von der Not anderer ansprechen lassen und nicht so abgestumpft und desillusioniert sind, wie es leider oft bei Erwachsenen der Fall ist“, sagt Haaf. Anliegen seines Unterrichts sei es, sozialethische Themen an konkrete Projekte zu binden. Auf diesem Weg seien Schüler zu Eigeninitiative zu motivieren. Haaf hatte in der Vergangenheit mit seinen Schülern Jugendgottesdienste zum Thema Kindersklaverei in der Teppichindustrie und eine Aktion gegen Kinderarbeit organisiert.

Haaf hofft auch für das Zeitungsprojekt mit dem KURIER zu den Millenniumszielen auf das Interesse und das Engagement zahlreicher junger Leute, ihrer Lehrer und Betreuer. „Viele Fächer eignen sich für die Auseinandersetzung mit der Thematik“, sagt der Lehrer. Ob Heimat- und Sachkunde in der Grundschule, Geschichts-, Sozialkunde-, Erdkunde- oder Deutsch- und Englischunterricht in Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien ― sämtliche Schulformen sieht Haaf als geeignet an.

Ein Treffen teilnehmender Schüler und Gruppen soll in der Woche zwischen dem 27. November und 1. Dezember stattfinden. Interessenten melden sich unter Telefon 09 21/2 79 13 oder per Mail an MariaLampl@aol.com an. fs
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Nordbayerischer Kurier — Freitag, 20. November 2006  

Dringend gesucht: die Millenniums-Redaktion
Eltern, Lehrer und KURIER starten gemeinsame Aktion

BAYREUTH
„No excuses 2015“ — keine Entschuldigungen und keine Ausreden, denn das Jahr 2015 ist das Ziel. Unter diesem Motto steht die Millenniumskampagne der Vereinten Nationen, die in Bayreuth sehr bald Wirkung zeigen soll.

Bislang stehen die auf politischer Ebene verabschiedeten Millenniumsziele (siehe untenstehendes Stichwort) für eine bessere und sozial gerechtere Welt vor allem auf dem Papier. Doch die Vereinten Nationen haben jetzt eine Millenniumskampagne gestartet und mobilisieren damit die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen weltweit, um aus theoretischen Zielen bis 2015 ein Stück greifbare Praxis werden zu lassen. In Bayreuth haben die Elternbeirätin Maria Lampl und Dr. Tobias Haaf, Lehrer für Deutsch und katholische Religion am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium, die Millenniumsziele zu ihrer Sache gemacht. Sie haben eine Aktion entworfen, die sich an Jugendliche, an ihre Lehrer oder Betreuer richtet.

Gemeinsam mit dem KURIER rufen Lampl und Tobias Haaf junge Menschen aus Bayreuth-Stadt und -Land dazu auf, sich in Zeitungsbeiträgen mit den Zielen der Millenniumskampagne zu befassen. „Wir gestalten diesen Aufruf ganz bewusst offen“, sagt Maria Lampl. Weder beim Alter der Teilnehmer noch bei der Art der Schule, die sie besuchen, sind Hürden aufgebaut -- wer Interesse an den Millenniumszielen und Lust am journalistischen Arbeiten hat, ist herzlich willkommen.

Auf KURIER-Seiten werden die Artikel der Gruppen gebündelt und einer breiten Leserschaft präsentiert. Schon damit, sagt Haaf, ist ein gutes Stück des Projektsinns geschafft: „In Heidelberg ist ein solches Projekt bereits einmal gelaufen, und die Resonanz auf die Zeitungsveröffentlichung war ausgesprochen positiv.“ Die Arbeiten der Schüler stießen dort auf breites Interesse — die Millenniumsziele rückten ins Blickfeld der Heidelberger Öffentlichkeit. „Das wollen wir für Bayreuth ebenfalls schaffen“. In Heidelberg hat sich Langzeitwirkung eingestellt. Dort betreiben Schüler das Projekt nach der Zeitungsveröffentlichung weiter.

Mehr noch steckt in dem Millenniums-Zeitungsplan: Schüler werden Firmen ein Angebot vorlegen, das ihnen Werbung im Umfeld der Veröffentlichung ermöglicht, in der KURIER-Anzeigenabteilung sind dafür bereits Vorbereitungen getroffen. Die jungen Teilnehmer werden gut informiert und mit einem attraktiven Angebot ausgestattet, um auf Akquise gehen können. Dabei geht es nicht nur darum, die Finanzierung des Projekts sicherzustellen. „Bei den Gesprächen zwischen Schülern und Vertretern der Unternehmen wird es selbstverständlich auch um die Millenniumsziele, ihren Inhalt und ihre.Absicht gehen“, so die Elternbeirätin. Warum sollten sich auf diesem Weg nicht auch Unternehmer für die Millenniumsziele gewinnen lassen?

Ihr erster Gedanke gehört allerdings immer noch den jungen Leuten. Maria Lampl kennt das von ihren eigenen Töchtern: „Kinder sind oft hin- und hergerissen. Sie wollen die Welt verändern und fühlen sich doch hilflos, weil die Erwachsenen so stark und die Probleme so groß sind.“ Mit dem Zeitungsprojekt sei der Sprung zu schaffen: „Wir können gemeinsam aktiv werden und Wirkung erzielen.“ Ein erstes Treffen interessierter Schüler und Gruppen wird in der Woche zwischen dem 27. November und 1.Dezember stattfinden. Wer daran und an dem gemeinsamen Millenniumsprojekt teilnehmen will, meldet sich bitte bis Freitag, 24. November, unter Telefon 0921/27913 oder wendet sich per Mail an MariaLampl@aol.com.

STICHWORT
Die Millenniumsziele
Diese acht Millenniumsziele haben die Vereinten Nationen formuliert:

    * extreme Armut und Hunger beseitigen
    * Grundschulbildung für alle Kinder
    * Gleichstellung und größerer Einfluss von Frauen
    * Kindersterblichkeit senken
    * Gesundheit der Mütter verbessern
    * Aids, Malaria und andere Krankheiten bekämpfen
    * Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit
    * globale Partnerschaft für Entwicklung

Mehr über die Millenniumskampagne im Internet unter www.millenniumcampaign.de.
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Das _Affenohr_“ bitte entsprechend ersetzen: rrbth_Affenohr_t-online.de
Netz-Adresse: http://www.eltern-mwg.de