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90 Minuten mit Merkel
Schüler des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums haben viel Zeit mit mächtigster Frau Europas
Von Eric Waha
Nordbayerischer Kurier — Mittwoch, 30. September 2015

Die Wiedervereinigung kennen sie nur aus Erzählungen. Und aus einem Wettbewerb, der sie nach Berlin bringen wird. Ins Bundeskanzleramt. Zu Angela Merkel. 20 Schüler des Markgräfin-Wilhlemine-Gymnasiums (MWG) gehören zu 150 Schülern aus ganz Deutschland, die bei dem besonderen Zeitzeugengespräch dabei sind.

„90 Minuten Zeit haben wir. Das bekommt sonst keiner, haben sie uns im Bundeskanzleramt gesagt“, sagt Maresa Olschner, die Geschichtslehrerin am MWG. Einer der 20 Schüler wird ganz nah dran sein, wenn das Zeitzeugengespräch im Kanzleramt stattfindet: „Im Inner Circle sitzt jeweils einer der acht Schulen aus ganz Deutschland, die bei dem Gespräch dabei sind. Er kann ein kurzes Impulsreferat halten“, sagt Olschner.

Was Elisabeth Götz, die Direktorin des MWG, bemerkenswert findet: „Dass das Bundeskanzleramt bei uns anruft und uns einlädt, das macht mich stolz.“ Olschner sagt, sie halte seit gut zehn Jahren engen Kontakt zur Deutschen Gesellschaft, „die noch in der Wendezeit gegründet wurde und die den Schulen Zeitzeugengespräche anbietet. Hier im Haus oder in Berlin“. Vor den Sommerferien sei der Anruf dann aus dem Bundeskanzleramt gekommen: „Sie haben uns 20 Plätze angeboten. Als einzige bayerische Schule“, sagt Olschner. Für die zweite Überraschung haben die Schüler gesorgt. Denn Olschner und Götz boten die Teilnahme an dem Zeitzeugengespräch mit Angela Merkel der ganzen Jahrgangsstufe an. Bedingung: die Teilnahme an einem internen Wettbewerb zum Thema „25 Jahre Wiedervereinigung – eine Selbstverständlichkeit?“. „Ich hatte Sorge, dass ich die 20 Plätze besetzt bekomme. Zum Schluss hatten wir 25 höchst anspruchsvolle Beiträge von den Schülern. Es musste das Los entscheiden.“ Der Elternbeirat schließlich finanzierte auch den fünf Schülern, die eigentlich das Nachsehen hatten, die Teilnahme.

Olschner sagt, sie sehe der Fahrt nach Berlin mit Spannung entgegen. Sie habe die deutsche Teilung nicht in dem Maß wahrgenommen wie die Menschen in Oberfranken. „Ich komme aus dem Südwesten Bayerns, für uns war das Thema DDR nicht existent.“ Doch auch ihr gehe es wie „wohl allen, die vor 1980 geboren sind: sie bekommen feuchte Augen, wenn sie den Satz von Genscher hören, der im Jubel der Menschen untergeht. Gott sei Dank sind wir wieder ein Deutschland“.

So sehen die Schüler die Wiedervereinigung

Anne Lichtenegger (16)

Was hast du bei der Vorbereitung gelernt?
Ich habe viel über Angela Merkel gelernt. Nachdem ich nicht so viel über ihre Kindheit gelernt habe, hoffe ich, dass ich noch etwas erfahren kann.
Was verbindest du mit der Wiedervereinigung?
Für mich ist es total natürlich, dass Deutschland ein geeintes Land ist. Es ist irreal, dass es mal ein geteiltes Land war. Die Wiedervereinigung ist ein wichtiges und positives Ereignis.
Warum ist es wichtig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen?
Es ist wichtig, dass junge Menschen sich damit befassen. Nicht wegen der Bedrohung, dass es wieder passiert. Sondern damit man sich mit der Geschichte auskennt.
Warum gehen viele Menschen gleichgültig mit dem Thema um?
Ich denke, bei der jungen Generation liegt es daran, dass man es sich nicht vorstellen kann.
Was willst du Angela Merkel fragen?
Mich interessiert, wie sie die Zeit erlebt hat. Ob sie gerne was gehabt hätte, was es in der DDR nicht gab.

Magdalena Holl (16)

Was hast du bei der Vorbereitung gelernt?
Vor allem viele Hintergründe, wie es zur Wiedervereinigung kam. Über die 2+4-Verträge, über Genscher und Kohl. Und nachvollziehen zu können, was die DDR für ein Unrechtsstaat war.
Was verbindest du mit der Wiedervereinigung?
Vor allem die Fernsehbilder. Dass es gleichzusetzen ist damit, dass Frieden in Europa sicher schien.
Warum ist es wichtig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen?
Weil so ein Staat wie die DDR nicht mehr entstehen darf. Das soll man aus der Geschichte lernen.
Warum gehen viele Menschen gleichgültig mit dem Thema um?
Weil es 25 Jahre her ist und für viele Normalität, dass Deutschland ein Land ist.
Was willst du Angela Merkel fragen?
Ich will sie vor allem etwas zur Physik fragen. Und wie es war, als Pastorenkind in der DDR zu leben.


René Schwarzinger (18)

Was hast du bei den Vorbereitungen gelernt?
Vor allem, welchen Fortschritt Deutschland gemacht hat und wie sich die Freiheit des Einzelnen entwickelt hat.
Was verbindest du mit der Wiedervereinigung?
Den Fortschritt.
Warum ist es wichtig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen?
Weil man aus den Fehlern lernen sollte. Dazu trägt die Geschichte bei. Man sollte sich weiterentwickeln, nicht die gleichen Fehler noch einmal machen.
Warum gehen viele Menschen gleichgültig mit dem Thema um?
Weil die Freiheit aktuell da ist. Erst wenn sie weg wäre, würde man sie vermissen.
Was willst du Angela Merkel fragen?
Wie sie geworden wäre, wenn sie in der Bundesrepublik aufgewachsen wäre.


Josephine Höcht (16)

Was hast du bei der Vorbereitung gelernt?
Ich habe mit einer Freundin ein Filmprojekt gemacht. Dabei habe ich vor allem viel darüber gelernt, wie es hier in der Gegend war. Die Lehrer haben uns viel erzählt.
Was verbindest du mit der Wiedervereinigung?
Einerseits die Selbstverständlichkeit, weil ich es nicht anders kenne. Andererseits die Geschichten meiner Eltern. Die Kontrollen, wenn sie nach Berlin gefahren sind, zum Beispiel.
Warum ist es wichtig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen?
Es ist Teil der Geschichte. Und noch nicht so lange her. Es gibt Zeitzeugen, es hilft, die Menschen besser zu verstehen.
Warum gehen viele Menschen gleichgültig mit dem Thema um?
Das sehe ich nicht so. Denn wenn ich sehe, wie viele sich für das Projekt beworben haben, ist das Interesse schon da.
Was willst du Angela Merkel fragen?
Ob sie als Kind schon gespürt hat, dass da was nicht gepasst hat.


Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

Studium neben der Schule
Zehn Oberstufenschüler bringen beides unter einen Hut und sammeln so Punkte für das Abitur
Von Philip Ziegler
Nordbayerischer Kurier — Donnerstag, 24. September 2015

Sechs Redner, ein Ministerialrat als Ehrengast und anschließendes Buffet – die Uni Bayreuth verkaufte den Start des Projektes „Universitäre Oberstufe“ am Dienstag als Festakt. Zehn Elftklässler studieren ab Oktober neben der Schule und sammeln so Punkte für ihr Abitur. Dabei ist das Konzept Schülerstudium nichts Neues.

Seit 2008 können begabte Schüler aus Franken und der Oberpfalz neben der Schule ein oder zwei Veranstaltungen an der Uni Bayreuth besuchen. Die Teilnahme an Prüfungen rechnet die Uni wie bei Regelstudenten an. Neu ist ab diesem Semester, dass das Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium (MWG) die Studienleistungen seiner Schüler auch für das Abitur anrechnet.

Den verpassten Schulstoff arbeiten die Schüler eigenständig nach. Die Schule unterstütze ihre Studenten mit Kursen, die Unterrichtsinhalt raffen und indem sie Lehrmaterialien bereitstellt, sagt Schulleiterin Elisabeth Götz. Für das Projekt haben sich die Schüler selbständig beworben. Ausgewählt wurden sie nach Notendurchschnitt und Engagement in der Schule.

„Die Universitäre Oberstufe erfordert von den Schülern Disziplin und ein hohes Maß an Selbstmanagement“, sagte Universitätspräsident Stefan Leible in seiner Rede bei der Feierstunde am Dienstag. Die Universität verspricht sich von dem Projekt, begabte Schüler frühzeitig für ein Studium in Bayreuth zu begeistern.

Für das MWG ist die „Universitäre Oberstufe“ laut Schulleiterin Götz ein guter Weg, die Begabtenförderung in der Oberstufe fortzuführen. Das MWG bietet spezielle Klassen für Begabte bis zum Ende der Sekundarstufe an. Die drei Jungen und sieben Mädchen stammen überwiegend aus diesen Modulklassen. Viele von ihnen studierten bereits im vergangenen Jahr.


Ministerialdirektor Peter Müller, der als Ehrengast geladen war, räumte ein: „Mit den Möglichkeiten für Schüler, sich in der Oberstufe auszuprobieren, bin ich selber nicht glücklich.“ Ein frühes Studium helfe bei der Orientierung. Die Schule erlässt den Schülerstudenten vier Stunden Unterricht pro Woche – vier Stunden, die die Schüler an der Uni verbringen. Das wöchentliche P-Seminar entfällt komplett. Die wissenschaftliche Hausarbeit für das W-Seminar schreiben die Schüler außerdem nicht an der Schule, sondern an der Uni.

Mit der Idee für das Projekt rühmen sich sowohl die Schule als auch die Uni. „Da es unser gemeinsames Anliegen war, haben wir den Schulterschluss gesucht“, sagt Schulleiterin Elisabeth Götz. Seit Frühjahr 2014 arbeite man daran, das Projekt umzusetzen.

Die Technische Universität in München kooperiert bereits ähnlich mit einem Gymnasium – allerdings beschränkt sich die Zusammenarbeit auf naturwissenschaftliche Fächer – sogenannte MINT-Fächer. „Das besondere an dem Bayreuther System ist, dass die Schüler ihr Studienfach frei wählen dürfen“, sagte Martin Huber, Vizepräsident der Uni. Afrikanistik, Jura, Chemie – das Feld sei bunt.



Das Bildungsministerium teilt sich die Kosten für die Stelle eines Schülerbetreuers mit der Uni. Dirk Hahn ist Lehrer am MWG und wird künftig an zwei bis drei Tagen in der Woche für die Schüler an der Uni da sein. Darüber hinaus wirbt er bei anderen Gymnasien für das Projekt. „Wir wollen auch mit anderen Schulen aus der Region kooperieren, um die begabtesten Köpfe an die Bayreuther Uni zu holen“, sagt Hahn.

Und das sagen einige Teilnehmer:

Gloria Griebel, 16, Biologie
Ich habe bereits im vergangenen Jahr Biologie studiert. Da ich Medizin studieren möchte, nutze ich das Biostudium, um die Grundlagen zu lernen.

Außerdem ist es natürlich cool, wenn man unter der Woche mal aus der Schule rauskommt. Die Universität Bayreuth bietet Medizin nicht an, darum zieht es mich nach München oder Heidelberg.

Verena Müller, 16, Jura
Ich habe bereits zwei Semester Jura studiert, weil mich das Thema einfach interessiert. Jura ist nicht so trocken, wie alle glauben. Wir besprechen auch viele Alltagssituationen. In diesem Semester habe ich sogar zwei Prüfungen geschrieben. Auf ein Ergebnis warte ich noch, bei der anderen bin ich froh, bestanden zu haben. Ob ich in Bayreuth bleibe, weiß ich noch nicht.

Stephan Hamisch, 17, Chemie
Ich nutze das Studium, um mich zu orientieren. Naturwissenschaften liegen mir, aber ob ich Physik, Chemie oder Medizin studieren werde? Nur Bio kann ich ausschließen – zu viel auswendig lernen. Zwei Semester Physik habe ich schon hinter mir. Das Fach war schwierig, aber wahnsinnig spannend. Leider schränkt das Schulsystem uns in puncto Interessen vertiefen stark ein.

Vincent Reichenberger, 16, Chemie
Das Fach Chemie fand ich eigentlich schon immer spannend. Genau erklären kann ich mir das nicht. Leider kommen wir mit dem Stoff in der Schule nur relativ langsam voran. Ich war nicht in einer Begabtenklasse, im Vergleich zu denen hängen wir sogar noch ein Jahr zurück. Normalerweise lerne ich nicht so viel, aber für die Uni werde ich sicher mehr machen.

2015-09-24_UniverstaereOberstufe Wer's etwas genauer
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Zehn Schüler des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums studieren ab Oktober neben der Schule. Dass Schüler Campusluft schnuppern, ist nicht neu - wohl aber, dass sie damit Punkte für ihr Abi sammeln. Ministerialdirektor Peter Müller lobte die begabten Schüler bei einer Feierstunde am Dienstag.
Foto: Kolb

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Siehe auch: Hörsaal plus Klassenzimmer …

Und beim Wiesentboten:
Auftaktveranstaltung zur Universitären Oberstufe an der Universität Bayreuth

Ausstellung im RW21: Von Krieg, Zerstörung und Hass
Nordbayerischer Kurier — Donnerstag, 17. September 2015
Schüler der Klassen 10a und 10b des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums (MWG) haben versucht, sich Krieg und die Folgen vorzustellen und künstlerisch umzusetzen. Sie sind zu ganz erstaunlichen, feinfühligen Bildern gekommen. Im Untergeschoss des RW 21 sind die Arbeiten ab sofort bis zu Mittwoch, 30. September, zu sehen. Zerstörte Heimat, das Dämonische des Hasses aufeinander, das Leiden vieler Unschuldiger, die Ungewissheit und das Fremdartige beim Flüchten in ein anderes Land sind nur einige Aspekte von vielen, die man sich anhand von großformatigen Kreidezeichnungen im RW 21 anschauen kann.
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Foto: Ronald Wittek

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Schülerzahlen bleiben stabil
Ähnlich viele Erstklässler wie im vergangenen Jahr – Die Lehrer-Warteliste ist wieder leer
Von Eric Waha
Nordbayerischer Kurier —
Dienstag, 8. September 2015
Das neue Schuljahr rückt näher. Die Nervosität steigt bei denen, die am 15. September zum ersten Mal in die Schule gehen. Die gute Nachricht: In Stadt und Landkreis Bayreuth werden es fast genauso viele Erstklässler sein wie im Jahr zuvor. Eine stabile Entwicklung. Die zieht sich durch bis ins Gymnasium. Spannend kann es trotzdem werden: Niemand kann aktuell sagen, wie viele Flüchtlingskinder in die Schulen gehen werden. Und vor allem wo.

Entwicklung der Schülerzahlen: In den Schulen gibt es schon längst keine Ferien mehr. Zumindest für die Stundenplaner. Die Schulleiter. Und für die Mitarbeiter der Schulämter. Bei Schulrat Werner Lutz laufen die Fäden zusammen, was die Grund- und Mittelschulen in Stadt und Landkreis Bayreuth betrifft. Obwohl die offiziellen Zahlen immer erst im Oktober ans Kultusministerium gehen, sagt Lutz im Gespräch mit unserer Zeitung: „Wir haben jetzt schon eine Planung mit recht großer Trefferwahrscheinlichkeit.“ An den Grundschulen im Landkreis gibt es im Vergleich zum Vorjahr fünf Schüler mehr, nämlich 3351. An den Mittelschulen verringert sich die Zahl minimal um 49 auf 1632 Schüler. „Damit liegen wir im Trend, das ist nicht dramatisch“, sagt Lutz.

Schwenk in die Stadt: „Es werden 2038 Grundschüler sein. Sechs weniger als 2014“, sagt Lutz. Bei den Mittelschülern gibt es ein Plus von 13: 862 Mittelschüler statt 849 im vergangenen Schuljahr. „Alles in allem eine sehr stabile Entwicklung.“ Auch bei den Erstklässlern. In der Stadt kommen mit 468 Erstklässlern 28 Kinder weniger als im Jahr davor zum ersten Schultag. „Wir haben 19 reine erste Klassen und sechs jahrgangskombinierte Klassen in der Stadt“, sagt Lutz.

Die Grundschulen im Landkreis legen fast eine Punktlandung hin: 827 Jungen und Mädchen werden am 15. September ihre Schultüte zur Einschulung schleppen. Zwei mehr als 2014. Das bedeutet: Es können 33 erste Klassen gebildet werden. 14 Kombiklassen gibt es vor allem an den Standorten, wo sonst der Erhalt der Schule gefährdet wäre. Die Vorbehalte gegen die Kombiklassen seien abgeflaut. „Die Eltern nutzen es gern, die Lehrer halten es für ein sinnvolles Modell. Pädagogisch ist es gut, weil es das soziale Lernen der Schüler fördert“, sagt Lutz.

Das Thema Flüchtlinge beschäftigt auch das Schulamt. Vor allem als nicht planbare Größe. „Wir wissen nicht, wie viele Kinder von Flüchtlingen und Asylbewerbern kommen.“ Das betrifft Stadt wie Land gleichermaßen. „Eine unplanbare Größe ist für uns aktuell Bad Berneck. 300 Flüchtlinge sollen kommen. Aber wie viele davon sind Kinder? Wie können wir darauf reagieren?“ Im vergangenen Jahr habe die Versorgung gut geklappt, man habe zusätzliche Lehrerstunden bekommen, habe Übergangsklassen einrichten können für Kinder und Jugendliche, die vergleichsweise schnell auf andere Schulen gehen konnten.

Die Lehrerversorgung: „Die Pensionierungswelle“, sagt Lutz, schwappe durch die Schulen. „Wir verlieren gut 30 Lehrer durch Pensionierung oder Versetzung.“ Gut für die jungen Lehrer auf der Warteliste: „Die ist aber jetzt auch leer geräumt“, sagt Lutz. „Deshalb blicken wir auch mit gewissen Sorgenfalten in die nahe Zukunft.“ Zwar seien alle Klassen versorgt, es gebe auch eine mobile Reserve. Aber eben kaum noch junge Lehrer, auf die man im Notfall zurückgreifen könnte. Und die mobile Reserve sei teilweise wegen Krankheiten und Schwangerschaften schon fest eingeplant. „Generell sind wir aber im grünen Bereich.“

Die Gymnasien: Grüner Bereich – das gilt zusammengefasst auch für die Entwicklung der Schülerzahlen und die Lehrerversorgung an den fünf Bayreuther Gymnasien. Dieter Sippel, Chef des Wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasiums (WWG), der einzigen städtischen Schule unter den Gymnasien, sagt: „Die Personalausstattung ist sehr gut. Da spielt die Stadt gut mit.“ Rund 1020 Schüler werden ab 15. September Richtung WWG strömen, 125 von ihnen sind Fünftklässler. „Wir können fünf fünfte Klassen bilden“, sagt Sippel. Dennoch beschäftigt Sippel „ein Dauerbrennerthema auch im neuen Schuljahr. Wir warten auf die dringend notwendige Sanierung und hoffen, dass der Stadtrat dabei bleibt, dass in Abschnitten saniert wird.“
Mit 1050 Schülern, darunter 87 Fünftklässler in vier Klassen, startet das Graf-Münster-Gymnasium (GMG) ins neue Schuljahr. Der Direktor Rolf Müller sagt, dass unter den rund 100 Lehrern 27 Referendare an der Seminarschule eingesetzt werden. „Was unsere Unterrichtsverteilung angeht, passt es dieses Jahr fast ganz genau. Aktuell sind drei Stunden nicht besetzt. Wir müssen sogar eine Kollegin, die Musik unterrichtet, für einige Stunden nach Pegnitz abordnen.“ Das GMG muss sich räumlich noch bis Februar beschränken: „Dann sollen die Bauarbeiten in unseren Physiksälen abgeschlossen sein“, sagt Müller. Genauso groß wie das GMG ist die Schule, mit der das GMG beim Abitur kooperiert: die Gesamtschule Hollfeld. Die endgültigen Schülerzahlen wisse sie noch nicht, sagt Christiana Scharfenberg, Leiterin der Gesamtschule Hollfeld. Vergangenes Jahr waren es 1100 Schüler, heuer werden es rund 1050 werden. Die Zahl der Lehrer ist von 106 auf 102 leicht gesunken. „Das hat aber damit zu tun, dass wir bisher einige Kollegen hatten, die nur sechs Stunden im Einsatz waren“, sagt Scharfenberg.

Bauarbeiten und räumliche Enge bestimmen wie im GMG auch den Start im Gymnasium Christian-Ernestinum (GCE) mit insgesamt 686 Schülern. „Im Anbau wird noch bis Februar gearbeitet. Darauf sind wir schon sehr gespannt. Außerdem sind die Arbeiten in unseren Physik-, Biologie- und Musiksälen noch nicht komplett abgeschlossen“, sagt Direktor Franz Eisentraut. Das GCE blickt auch aus anderen Gründen mit Spannung auf den 15. September: Es sind nicht allein die fünf fünften Klassen (110 Schüler), die durchstarten werden. Es ist vor allem der Modellversuch der Mittelstufe Plus. Drei Viertel der Achtklässler haben sich dafür entschieden, ein Jahr länger ins Gymnasium zu gehen. Es gibt nur eine Regelklasse, die aber so groß ist wie die Plus-Klassen: rund 20 Schüler. Das GCE ist das einzige Gymnasium, das sich in Bayreuth für den Modellversuch beworben hatte.

In „sechs Klassen. Sechs kleine“, sagt Elisabeth Götz, die Direktorin des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums (MWG), werden die 124 Fünftklässler aufgeteilt, die am MWG ihren ersten Schultag haben werden. 880 Schüler insgesamt besuchen in diesem Schuljahr das MWG, das „sehr gut aufgestellt ist, was die Versorgung mit Lehrern angeht. Wir können volles Programm und ein umfangreiches Wahlfachprogramm bieten“, sagt Götz. Das Richard-Wagner-Gymnasium (RWG) geht mit 96 Neuanmeldungen ins neue Schuljahr. „Unsere Lehrerausstattung ist insgesamt gut. Auch wenn wir noch nicht bei allen Fächerkombinationen genau hinkommen. Aber es sind ja noch ein paar Tage bis zum Beginn“, sagt Direktorin Ursula Graf. Das RWG hat ein leichtes Plus bei der Gesamtschülerzahl: 813 Schüler sind es im neuen Schuljahr, 798 waren es im vergangenen Schuljahr.

Realschulen: Der neue Ministerialbeauftragte der Realschulen in Oberfranken, Johannes Koller, meldet auf Nachfrage zufriedenstellende Zahlen aus den beiden Bayreuther Schulen. „Wir haben in der Johannes-Kepler-Realschule einen Rückgang um 40 auf 810 Schüler. Das bedeutet, wir haben im neuen Schuljahr zwei Klassen weniger.“ Das sei aber, sagt Koller, „vollkommen normal, weil große Jahrgänge im vergangenen Jahr von den Schulen gegangen sind. Das war in der Oberpfalz, wo ich herkomme, genauso.“ An der Alexander-von-Humboldt-Realschule gibt es laut Koller einen „moderaten Rückgang“ um 22 auf 780 Schüler. Die Zahl der Lehrer sinke um fünf auf 54, eine Klasse weniger werde unterrichtet: 29 statt 30. „Insgesamt also ein Rückgang in engen Grenzen“, sagt Koller.


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Jugendliche suchen sich selbst
Vorbilder-Akademie am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium: Über die Probleme junger Einwanderer
Von Heike Hampl
Nordbayerischer Kurier — Dienstag, 1. September 2015

Früher nannten die anderen Kinder sie „Maserati“ und „Coca Cola“. Am Sonntagabend haben Maria Maceratini und John Kannamkulam rund 50 Jugendlichen mit Migrationshintergrund ihre ganz persönlichen Erfolgsgeschichten erzählt. Der Abend hat klargemacht, dass Hänseleien wegen ihres Namens die Einwanderer zwar eint, ihre Probleme freilich anderswo liegen.

Woher kommst du?
Diese Frage klingt einfacher als sie ist. John Kannamkulam ist in Deutschland geboren, wurde in Indien eingeschult, kam als Schüler zurück nach Deutschland, wurde in den Kindergarten geschickt und war fortan immer mit Abstand der Älteste in seiner Klasse. „Ich bin hessischer Inder“, sagt er. Heute lebt Kannamkulam in Hanau. „Die Stadt ist meine Heimat“, sagt er. Der hessische Inder ist Vorstandsmitglied im Verband binationaler Familien und Partnerschaften. Am Sonntag saß er mit der Italienerin Maria Maceratini auf dem Podium vor rund 50 Schülern mit Einwanderungsgeschichte.

Wer sind die Schüler?
Die Vorbilder-Akademie ist ein Förderprogramm für junge Migranten und Flüchtlinge. Am Samstag ist das achttägige Förderprogramm des bundesweiten Talentförderzentrums Bildung und Begabung gestartet. In Bayreuth können sich auch junge Flüchtlinge über Bildungswege informieren, neue Themen für sich entdecken und von prominenten Vorbildern lernen.

Die Vorbilder-Akademie, die noch bis zum 5. September im Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium stattfindet, richtet sich an Neunt- und Zehntklässler aus Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland. Die Familien der 48 Teilnehmer stammen aus 29 verschiedenen Ländern, unter anderem aus Sri Lanka, Äthiopien, Algerien, Bangladesch, Iran und Brasilien. An der Akademie nehmen auch mehrere junge Flüchtlinge teil, darunter auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.
Welche Probleme haben Kinder von Einwanderern?
Beim Podium am Sonntagabend wurde klar, dass viele Jugendliche Probleme mit ihrer Identität haben. „Wenn jemand mich fragt, woher ich komme, fühle ich mich genötigt, meine gesamte Lebensgeschichte zu erzählen“, sagte eine Schülerin. Ein Schüler klagte: „Die Leute haben oft Erwartungen an mich als Ausländer, die ich überhaupt nicht erfüllen kann.“ Andere Jugendliche haben Probleme mit den Erwartungen der eigenen Eltern. „Ich liebe das Theater und die Oper, aber mein Vater will, dass ich Medizin studiere, damit ich es zu etwas bringe“, erzählte eine Schülerin. Die bundesweite Talentförderung wählt die Teilnehmer an der Akademie aus, im MWG sitzen gerade also „motivierte Jugendliche“, wie die Organisation Bildung und Begabung das nennt. Sie haben also in der Regel Eltern hinter sich, die sich für ihre Bildung und Karriere einsetzen.


Wie finden Jugendliche ihre Identität?
„Über Unterschiede erkennst du Ähnlichkeiten. Das ist ein riesiger Vorteil“, sagt die in Italien geborene Pianistin Maria Maceratini. Sie kam als Abiturientin nach Deutschland, Grund war ihre Klavierausbildung. Deutsch lernte sie von einer Freundin, die in München studierte. Wegen ihrer Leidenschaft für den Kampfsport ist Maceratini auch in Asien unterwegs. Dank ihrer Kenntnisse verschiedener Kulturen sei sie auf der ganzen Welt flexibel, komme schnell an.

Die Frage nach seiner Identität hat auch Kannamkulam lange Zeit nicht so leicht beantworten können: „Ich habe mich vom Ausländer zu einem deutschen mit Migrationshintergrund entwickelt, aber heute fühle ich mich als bilateraler Mensch. Ich bin Deutsch-Inder, der in zwei Gesellschaften daheim ist.“ So kommt John Kannamkulam dazu, den Jugendlichen folgende Überlegung ans Herz zu legen: Mit wem fühle ich mich gemein? „Dann werdet ihr sehen: weder mit 80 Millionen Deutschen noch mit 1,2 Milliarden Indern. Sondern mit 100 Menschen in meinem Umfeld. Und das ist meine Heimat.“


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Hörsaal plus Klassenzimmer
Universität Bayreuth startet Pilotprojekt ‚Universitäre Oberstufe‘ für hochbegabte Bayreuther Schüler
Pressemitteilung  der UniBT Nr.160/2015 — 4. September 2014
Zehn Schüler des Bayreuther Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums kombinieren ab dem Wintersemester 2015/16 Schule und Studium an der Universität Bayreuth und sammeln damit Punkte für ihr Abitur. Das Projekt „Universitäre Oberstufe“ ist eine Investition in die Zukunft Oberfrankens.

Die „Universitäre Oberstufe“ ist ein gemeinsames Pilotprojekt der Universität Bayreuth und des Bayreuther Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums (MWG). Ab dem Wintersemester 2015/16 können hochbegabte Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des MWG an regulären universitären Lehrveranstaltungen teilnehmen und sich ihre durch Klausuren und Hausarbeiten an der Universität erworbenen Leistungspunkte auf ihre Wahl- und Pflichtfächer anrechnen lassen. Mit der „Universitären Oberstufe“ haben Universität und MWG ein Leuchtturmprojekt für ganz Oberfranken initiiert, das zukünftig auch hochbegabte und motivierte Schüler an anderen Gymnasien in der Region ansprechen und frühzeitig für ein Studium an der Universität Bayreuth begeistern möchte.

Der Startschuss für das Pilotprojekt fällt am 22.9.2015 in einer offiziellen Feierstunde auf dem Unicampus. Neben der Hochschulleitung der Universität Bayreuth werden folgende Gäste an der Feierstunde teilnehmen: Ministerialdirektor Dr. Peter Müller vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Oberstudiendirektorin Elisabeth Götz als Direktorin des Bayreuther Markgräfin- Wilhelmine-Gymnasiums, Lehrkräfte sowie am Projekt teilnehmende Schüler und deren Eltern. In einer Video-Präsentation werden die Schüler „ihren“ Studiengang und ihre Motivation vorstellen.
Für wen ist die „Universitäre Oberstufe“ konzipiert?
Die insgesamt zehn Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 11, die anhand ihrer Motivation und Persönlichkeit sowie ihres schulischen und außerschulischen Engagements ausgewählt wurden, werden ab Oktober 2015 mindestens einmal wöchentlich Campusluft schnuppern uns Seminare sowie Vorlesungen in den von ihnen selbst gewählten Studienfächern wie Jura, Biologie, Chemie, Informatik sowie Afrikanistik und Anglistik besuchen. Zusätzlich werden sie sich selbständig den versäumten Unterrichtsstoff erarbeiten. Die „Universitäre Oberstufe“ erfordert von den Schülern Disziplin und ein hohes Maß an Selbstmanagement – Kompetenzen also, die im späteren Studium und im Berufsleben essentiell sind.

Optimale Förderung durch Mentoren
Um die Schüler bestmöglich fördern zu können, stellt die Universität Bayreuth den Schülern Mentoren der Fachbereiche zur Seite. Darüber hinaus konnte durch die Bereitstellung zusätzlicher Mittel des bayerischen Ministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst eine abgeordnete Lehrkraft des MWG als Ansprechpartner und Koordinator für dieses Projekt gewonnen werden: Oberstudienrat Dirk Hahn betreut die Schüler in organisatorischen und pädagogischen Belangen und fungiert als Kontaktperson für Eltern, weitere interessierte Schüler, Lehrer und Professoren.

Für weitere Informationen steht gerne zur Verfügung:
Ines Spanier-Simon von der Stabsstelle für Qualitätssicherung, Zentrale Universitätsverwaltung (ZUV), Universitätsstraße 30 ,95447 Bayreuth. ines.spanier-simon@uvw.uni-bayreuth.de


Quelle: UniBT, PM 160/2015

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