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Fast 900 Abiturienten im Prüfungsstress
Für und Wider von Kopfnoten – Betriebe möchten sich ein Bild vom Bewerber machen
Von Melanie Jäger und Elmar Schatz
Nordbayerischer Kurier — Donnerstag, 30. April 2015

In Bayern beginnen heute die Abiturprüfungen in Deutsch. Bei Schülern und Lehrern herrsche eine gespannte, aber sehr, sehr gute Atmosphäre, sagt der Schulleiter des Wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasiums (WWG) in Bayreuth, Hans-Dieter Sippel.

Gut 900 Abiturientinnen und Abiturienten brüten in Bayreuth, Kulmbach, Pegnitz und Hollfeld über ihren Aufgaben. In Bayreuth am WWG (161), Graf-Münster-Gymnasium (145), Gymnasium Christian-Ernestinum (94), Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium (87) und Richard-Wagner-Gymnasium (70). In Kulmbach am Caspar-Vischer-Gymnasium (98) und am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium (88). Am Gymnasium Pegnitz (101). Sowie an der Gesamtschule Hollfeld (52).

Zu einer Studie des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB), wonach gute Kopfnoten im Zeugnis – die Benehmen, Motivation und Teamfähigkeit bewerten –, die Chancen für eine erfolgreiche Bewerbung erhöhten, sagt Sippel, solche Kopfnoten gebe es im bayerischen Abiturzeugnis nicht.


Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers
Forscherinnen des WZB haben über 320 fiktive Bewerbungen von männlichen Zehntklässlern, die kurz vor dem Realschulabschluss stehen, an Elektro- und Kfz-Betriebe geschickt. Ergebnis: Bewerber mit einem Schnitt von 3,4 aber guten Bewertungen in den Kopfnoten hatten eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, als die Mitbewerber mit einem Schnitt von 3,0 aber schlechten Bewertungen zum Verhalten.

Wie Paula Portsch, eine der Forscherinnen, auf Anfrage unserer Zeitung sagte, sei sie von dem Ergebnis überrascht gewesen. Das bedeute aber keineswegs, dass es ausreiche, aufmerksam und höflich zu sein. Man dürfe nicht vergessen, dass man mit extrem schlechten Noten in der Regel erst gar nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird.

Die sogenannten Kopfnoten in Schulzeugnissen sind umstritten, jedes Bundesland regelt das individuell. In Bayern gibt es die Verhaltenszensuren in Kommentarform – und nur bis zum Ende der Mittelstufe.

Während Eltern- und Lehrerverbände sich für eine Abschaffung der bürokratisch aufwendigen und stigmatisierenden Kopfnoten starkgemacht haben, ist man bei den Industrie- und Handelskammern froh, wenn sich Ausbildungsbetriebe über die Fachnoten hinaus ein Bild von einem Bewerber machen können.


Mittelstufe plus
Die anderen wollen auch
Nordbayerischer Kurier — Mittwoch, 29. April 2015
Die große Resonanz, die der Modellversuch der Mittelstufe plus am Gymnasium Christian-Ernestinum (GCE) erfährt – 80 Prozent der Siebtklässler wollen ein Jahr länger machen –, treibt die Eltern der künftigen Fünftklässler um.

Wie die Direktorin des Richard-Wagner-Gymnasiums, Ursula Graf, im Namen der Direktoren des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums (MWG), des Graf-Münster-Gymnasiums (GMG) und des Wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasiums (WWG) mitteilt, gab es „an unseren Schulen einige Nachfragen zum Angebot der Mittelstufe plus. Vor allem von Eltern, deren Kinder momentan vor der Wahl eines Gymnasiums stehen“, sagt Graf.

Die Direktoren, die sich mit ihren Schulen nicht um den Modellversuch beworben haben – das WWG als nicht-staatliche Schule konnte sich gar nicht bewerben – setzen laut Graf darauf, dass das Modell der um ein Jahr verlängerten Mittelstufe „in zwei Jahren an allen Gymnasien angeboten“, werden könne.

„Die Schüler der künftigen fünften Klassen können davon ausgehen, dass ihnen an allen Bayreuther Gymnasien die Mittelstufe plus offenstehen wird“, sagt Graf. wah


Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

Klasse 5d sorgt für die musikalische Umrahmung
Tag des Baumes 2015: Veranstaltung für Oberfranken am Haus Wahnfried
Quelle: www.bayreuth.deMontag, 27. April 2015
Die zentrale Veranstaltung zum Tag des Baumes 2015 fand in diesem Jahr in Bayreuth statt.

Oberfrankens Regierungspräsident Wilhelm Wenning hat zusammen mit Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe, Stadtratsmitgliedern, Vertretern der örtlichen Vereine sowie Schülerinnen und Schülern aus diesem Anlass am Montag, 27. April, um 11.30 Uhr, auf der Grünfläche rechts des Zugangs zu Haus Wahnfried einen Feldahorn gepflanzt.

Mit der Pflanzaktion soll die Bedeutung von Bäumen in Städten, Gemeinden und in der freien Landschaft hervorgehoben werden. Zudem soll die Veranstaltung zum „Tag des Baumes“ an den unverzichtbaren Beitrag unserer Bäume für einen gesunden Naturhaushalt und ihren Wert für Menschen in der Stadt und in der Landschaft erinnern.
Die Veranstaltung zum Tag des Baumes wurde musikalisch begleitet von der Klasse 5 d des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums.

Regierungspräsident Wilhelm Wenning hielt die zentrale Ansprache, auch Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe sprach ein Grußwort.

Mit freundlicher Genehmigung der  Pressestelle der Stadt Bayreuth


Videobericht von TVO:
„Tag des Baumes“ in Bayreuth


Siehe auch: www.mwg-bayreuth.de


Genug Geld für G9 light
Seehofer verspricht ausreichend Mittel für Pilotversuch
Nordbayerischer Kurier — Montag, 27. April 2015
Die Pilotphase für eine neunjährige Gymnasialzeit an 47 Schulen in Bayern soll nicht am Geld scheitern. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) stellt für den Fall unerwartet großen Andrangs genügend Mittel in Aussicht. „Wenn die Bevölkerung sich in diesem Ausmaß entscheidet, werden auch die notwendigen Ressourcen zur Verfügung gestellt“, sagte der CSU-Chef am Samstag zum Abschluss einer Klausur des Parteivorstands im Kloster Andechs bei München.

Der Pilotversuch soll im nächsten Schuljahr beginnen. Die offiziellen Anmeldezahlen liegen noch nicht vor. Doch ist der Zulauf zum neunjährigen Gymnasium mit der „Mittelstufe plus“ nach Einschätzung des Bayerischen Philologenverbands größer als erwartet. Am Bayreuther Gymnasium Christian-Ernestinum etwa haben sich 73 der 92 Siebtklässler für die Mittelstufe plus entschieden (wir berichteten). Landesweit sollen die Anmeldezahlen bei gut 50 Prozent liegen.
Die Freien Wähler (FW) begrüßten Seehofers Zusage, dass G9-Wünsche im Testlauf nicht am Geld scheitern werden. Jetzt müssten aber Taten folgen. Sie erinnerten daran, dass sie genau dies vergangene Woche im Landtag gefordert hätten. Kultusminister Ludwig Spaenle und die CSU-Fraktion hätten den FW-Vorstoß jedoch mit Verweis auf mangelnde Kapazitäten beim gestarteten Modellversuch „bockbeinig abgelehnt“. dpa/wah


Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

Gedenkakt zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Flossenbürg
Quelle: www.bayern.deSonntag, 26. April 2015
Das Konzentrationslager Flossenbürg wurde am 23. April 1945 von Angehörigen der US-Streitkräfte befreit. Zwischen 1938 und 1945 waren ca. 100.000 Frauen und Männer aus über 30 Ländern in Flossenbürg und seinen rund 90 Außenlagern inhaftiert.

Zum Gedenken an diesen Tag sprachen u.a.
Dr. Jack Terry, Sprecher der ehemaligen Häftlinge des Konzentrationslagers Flossenbürg,
Horst Seehofer, Ministerpräsident des Freistaates Bayern,
Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien der Bundesrepublik Deutschland,
Daniel Herman, Minister für Kultur der Tschechischen Republik sowie
Vertreter der internationalen Jugendbegegnung.
Für die musikalische Umrahmung sorgte das Celloquartett des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums Bayreuth.

Gedenkakt Wer's etwas genauer
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© KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Mit freundlicher Genehmigung: Copyright „© Bayerische Staatskanzlei“

Vom BR gibt es eine 89minütige Liveübertragung des Gedenkaktes

Viele wollen in neun Jahren zum Abi
Große Resonanz der Mittelstufe plus: In der Pilotschule GCE legen 80 Prozent der Schüler ein Jahr drauf
Von Eric Waha
Nordbayerischer Kurier — Freitag, 24. April 2015

Der Zulauf zur um ein Jahr verlängerten Mittelstufe am Gymnasium ist viel größer als erwartet: Am Bayreuther Gymnasium Christian-Ernestinum (GCE), einer von 47 bayerischen Pilotschulen, wollen knapp 80 Prozent der Siebtklässler in den Modellversuch Mittelstufe plus. Eine hohe Zahl. Aber nur eine von vielen hohen Quoten, die bayernweit über 50 Prozent liegen sollen.

Die GCE-Schulpsychologin Anne Brendel nennt die Mittelstufe plus „eine Chance, die wir für einen Teil unserer Schüler nutzen können“. Dass sich 73 der 92 Siebtklässler für die Mittelstufe plus entschieden haben, zeige: „Der Bedarf ist da. Und wir sind ja nicht die Einzigen, die so hohe Zahlen haben.“

Dadurch, dass der Stoff der Mittelstufe von üblicherweise drei auf vier Jahre verteilt wird, falle weniger Nachmittagsunterricht an. Es bleibe mehr Zeit für die Kinder, sich sportlich, musikalisch oder kulturell zu betätigen. „In den Gesprächen mit den Eltern hat man die Freude gespürt, dass man den Hobbys mehr Zeit einräumen kann. Ohne schlechtes Gewissen.“

Franz Eisentraut, der Direktor des GCE, sagt, er sei von der Höhe des Zulaufs „schon überrascht. Die meisten anderen Schulen liegen aber auch bei über 50 Prozent.“ Es hätten sich aber beileibe nicht nur schwächere Schüler für die Teilnahme beworben, sondern viele sehr gute. „Es ist nicht die befürchtete Kriechspur für Schwächere. Der Lehrplan gibt es her, dass die Mittelstufe plus abgekoppelt ist vom Leistungsgedanken.“ Also kein G9 durch die Hintertür? „Das Modell ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es ist zu kurz gegriffen, das auf die Arithmetik zu reduzieren. Der Achter steht im Stoffumfang. Mit einem Jahr mehr Lernzeit. Und Zeit, um den Schüler als Ganzes zu sehen.“

Die Sorge mancher Eltern, ihr G8-Kind könnte durch den Plus-Zug benachteiligt werden, sei unbegründet. Eisentraut: „Wir haben ein Konzept erarbeitet, das alles möglich macht. Jeder Schüler, ob er den Plus-Zug macht oder nicht, egal mit welcher Sprache er angefangen oder welchen Zweig er gewählt hat, findet seinen Platz.“ Keine Bewerbung musste abgewiesen werden. Und in der Regelklasse mit 19 Schülern komme die Förderung sicher nicht zu kurz. Ebenso wenig wie in den drei Plus-Klassen. Am Caspar-Vischer-Gymnasium in Kulmbach, der zweiten Pilotschule im Verbreitungsgebiet, lässt die Direktorin Ulrike Endres ausrichten, die Resonanz sei gut. Zahlen gebe es noch nicht.

In einem sind die Landtagsabgeordneten aus Bayreuth einig: Sie sind nicht überrascht, dass sich viele Siebtklässler für die Mittelstufe plus entscheiden. Wobei sich überraschenderweise die Landtagsvizepräsidentin Ulrike Gote (Grüne) und Gudrun Brendel-Fischer (CSU) fast deckungsgleich äußern. Gote sagt, es wäre sinnvoller gewesen, das Gymnasium grundlegend zu reformieren. „Man hätte hinterfragen müssen, ob es in der Mittelstufe diese hohe Zahl an Fächern braucht.“ Die Mittelstufe plus sei „eine Verlängerung des Leidens“ der Schüler. Brendel-Fischer sagt, sie hätte das Flexi-Jahr nicht eingeführt und auch von der Mittelstufe plus die Finger gelassen. Stattdessen auf „mehr Tiefgang statt Stofffülle und fächerübergreifende Zusammenarbeit gesetzt“.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

„Speziell der Kultusminister wird überrascht sein. Er hat ja mit 20 Prozent gerechnet“, sagt Christoph Rabenstein (SPD). Rabenstein sagt, eine Rückkehr zu einem neunjährigen Gymnasium mit „neuen Lehr- und Lernformen und neuem Konzept“ wäre der richtige Weg. Späte Genugtuung ist „die Abstimmung mit den Füßen“ für Peter Meyer (FW). „Auch wenn der politische Gegner es abstreiten wird“, sei die große Resonanz der Mittelstufe plus eine Streicheleinheit für die wegen des gescheiterten G9-Volksbegehrens gebeutelten Freien Wähler.

Dass die Freien Wähler mit einem Dringlichkeitsantrag Druck machen und etwa mehr Lehrerstunden fordern, kann Ludwig Unger, Pressesprecher des Kultusministeriums, nicht verstehen. „Die Schulen bekommen mehr Stunden für die Organisation.“ Und die Stunden, die im Plus-Zug weniger gehalten werden, bleiben ebenfalls erhalten. Die Resonanz verbuche man im Kultusministerium als Erfolg: „Ein deutliches Signal, dass der Schritt ein guter ist“, sagt Unger.



Und jetzt eine richtige Reform
Kommentar

Mittelstufe plus

Das Ding dreht keiner mehr um. Die Mittelstufe plus wird nach dem Modellversuch in zwei Jahren sicher an allen bayerischen Gymnasien zum Regelangebot. Es hatten sich schon mehr Schulen beworben als gedacht. Und jetzt wollen deutlich mehr Kinder in den Pilotschulen die Mittelstufe in vier statt in drei Jahren durchlaufen. Nach dem Flexi-Jahr, das keiner wollte, die nächste unliebsame Überraschung für Kultusminister Ludwig Spaenle. Denn mit dieser Resonanz hatte Spaenle nicht gerechnet. 20 Prozent der Schüler hatte er erwartet. Bis zu 80 Prozent werden es.

Vielleicht hatte Spaenle die Resonanz des gescheiterten G9-Volksbegehrens der Freien Wähler als Messlatte angelegt. Das jedoch ist zu kurz gesprungen: Die Frage, ob ein Kind acht oder neun Jahre ins Gymnasium geht, betrifft eine eng begrenzte Zielgruppe. Und die bringt keine Mehrheit bei einem Volksbegehren. Was die Menschen vom G8 – immer noch – halten, kann der Kultusminister genau jetzt an der Resonanz in den 47 Pilotschulen ablesen. Belastbare Zahlen gibt es am 4. Mai, aber die Tendenz ist klar. Die Mehrheit will vor allem eins: mehr Zeit. Mehr Zeit zum Leben, mehr Zeit zum Lernen, für Sport, Musik. Zum Erwachsenwerden und Ausleben der schwierigsten Jugendphase, der Pubertät. Die Zeit haben viele Schüler normalerweise im achtjährigen Gymnasium nicht.

Die Mittelstufe plus wird flächendeckend kommen. Aber sie darf nicht die Endstation für das Gymnasium bleiben. Das Gymnasium braucht dringend eine Reform, die den Namen verdient. Weg vom Frontalunterricht. Raus mit Stoff, der einmal im Leben – zur Abfrage – gebraucht wird und sonst nur das Hirn verstopft.

So spannend es ist, dass die Schulen vor Ort bei der Mittelstufe plus Konzepte basteln müssen, um die vier Jahre Mittelstufe auszugestalten: Der Pilotversuch Mittelstufe plus kann der Grundstein sein für eine Reform. Weil die Praktiker vor Ort kreativ sein können. Weil sie wissen, was gut ist für die Schüler. Kreativität statt Basta-Politik. Was Neues fürs bayerische Gymnasium.


Vergangenheit und Gegenwart der „Rußlanddeutschen“
Vortag und Zeitzeugin für die 10. Klassen in der Aula
Quelle: www.mwg-bayreuth.deMontag, 20. April 2015
„Atemlos durch die Nacht …“ zogen am 20.04.2015 die 10. Klassen nicht in die Aula ein. Aber Helene Fischers Fußballhit war trotzdem gegenwärtig. Der blonde Schlagerliebling der Deutschen kommt nämlich nicht aus Kassel, Köln oder Karlsruhe, sondern aus Krasnojarsk in Sibirien.

Es ging in den zwei Vormittagsstunde, die in großzügiger Weise von den Religions- und Ethikkollegen zur Verfügung gestellt wurden, also um die Deutschen aus Russland: die Promis und die Normalos.

Wie leben die „Russlanddeutschen“ heute in Deutschland? Warum haben sie die Sowjetunion bzw. Russland verlassen? Welche Ängste und Hoffnungen begleitet diese Migrantengruppe? Warum gab bzw. gibt es überhaupt eine deutsche Minderheit im größten Land der Welt? Diese und weitere Fragen zur Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland beantwortete unser Referent Herr Fischer (weder verwandt noch verschwägert mit der eingangs erwähnten Sängerin) in einem packenden Vortrag.
Unterstützt von Frau Viktoria Wesner, die als Zeitzeugin von der Leidens- und Migrationsgeschichte ihrer Familie berichtete, gelang es dem Experten, die Jugendlichen für das Thema zu sensibilisieren. Mit großer Aufmerksamkeit folgten diese den Ausführungen Herrn Fischers, welche u.a. auch deutlich machten, dass manch eine bürokratische Hürde, die es zu nehmen gilt, möchte man nach Deutschland als „Russlanddeutscher“ einwandern, in das Reich des Abstrusen gehört. Den Nachweis der Kenntnis deutschen „Volksliedguts“ hätten einige der Anwesenden nicht unbedingt erbringen können.

Abschließend war allen klar, dass die Deutschen aus Russland, wenn sie das Wagnis der Auswanderung hinter sich gebracht und die Hürden der Einwanderung überwunden haben, sich klar zu Deutschland bekennen:

„Alles was ich will, ist da, große Freiheit pur, ganz nah.
Nein wir wollen hier nicht weg, alles ist perfekt.“

„Viele kämpfen gegen Neonazis“
Die Filmemacherin Mo Asumang über Rassismus, Rechtsextreme und die Gegenwehr in Oberfranken
Nordbayerischer Kurier — Freitag, 17. April 2015
In ihrem Film „Die Arier“ hat sie sich mit Neonazis und Mitgliedern des Ku Klux Klans unterhalten. Am Mittwoch, 22. April, um 16.30 und 19.30 Uhr ist Mo Asumangs Film im Cineplex Bayreuth zu sehen. Im Kurier-Interview spricht die Filmemacherin über den Begriff des Herrenmenschen und über ihre Eindrücke von Oberfranken.

Frau Asumang, haben Sie „Mein Kampf“ gelesen?
Mo Asumang: Ich hatte es schon mal in der Hand. Mit der Holocaust-Überlebenden Esther Bejarano habe ich bei den Dreharbeiten in das Buch hineingeschaut. Danach ging es uns gar nicht gut.

Das Münchner Institut für Zeitgeschichte arbeitet derzeit an einer kommentierten Ausgabe von „Mein Kampf“, die 2016 erscheinen soll. Was halten Sie davon?
Asumang: Ich finde es sehr sinnvoll, dass man das nicht unkommentiert rausschickt. Ich habe gehört, dass diese Ausgabe mehr als tausend Seiten haben soll.

Wann sind Sie zum ersten Mal auf den Begriff Arier gestoßen?
Asumang: Den habe ich schon in meiner Kindheit oft gehört. Das war der Gegenentwurf zu meiner dunklen Hautfarbe.

In ihrem Film „Die Arier“ treffen Sie sich mit internationalen Rassisten und einem Mitglied des Ku Klux Klan. Wie haben Sie die Atmosphäre bei dem Gespräch mit dem völlig verhüllten Mann erlebt?
Asumang: Die Ku Klux Klan-Leute, mit denen ich sprach, hatten zwei Maschinengewehre auf dem Rücksitz ihres Pick-Up-Trucks. Allein der Sound in dieser Gegend am Waldrand, wo wir gestanden haben, war alles andere als friedfertig. Die ganze Atmosphäre war durch Gewalt geprägt.

Hatten Sie in dieser Situation Angst?
Asumang: Na ja, diese beiden Maschinengewehre, das war natürlich eine sichtbare Bedrohung. Wir wussten auch, dass die Veranstaltung des Ku Klux Klan gleich ums Eck war, insofern haben wir uns schon bedroht gefühlt. Ich hatte ein mulmiges Gefühl, aber Angst direkt nicht.

An einer Stelle sagt der Verhüllte ja, dass heutzutage kaum noch Leute umgebracht werden...
Asumang: Diesen Satz hat er so en pas-sant reingeworfen, aber der Satz hat ihn selbst nicht verwundert. Das fand ich höchst seltsam. Für ihn schien das eine Alltäglichkeit zu sein.

Was ist ihr persönlicher Antrieb, etwas gegen Rassismus zu tun?
Asumang: Meine Hautfarbe, meine Kindheit, mein Leben und das Bewusstsein, dass es Menschen gibt – von kleinen Kindern über Schulkinder bis zu Erwachsenen – die auch meine Hautfarbe oder eine andere Religion haben, und dass es denen einfach schlecht geht. Und dann gibt es Menschen, die versuchen, sie aus diesem Land herauszutreiben. Ich bin hier geboren, ich bin hier aufgewachsen. Ich bin Deutsche. Und ich möchte da ein bisschen Veränderung reinbringen. Als Dokumentarfilmerin hat man da eine Chance.

In welcher Form erleben Sie Rassismus im Alltag?
Asumang: Im Moment erlebe ich es eher durch die Medien, durch die Dinge, die anderen passieren. Im Moment kommen diese Leute nicht auf mich zu, außer, dass mal eine blöde Mail kommt. Ich glaube das hat damit zu tun, dass ich mich mit dem Thema Rassismus und der deutschen Geschichte intensiv auseinandergesetzt habe. Da ist schon innerlich etwas gelöst worden.
Es gibt ja diesen Begriff des Herrenmenschen. Wie würde Sie diese Attitüde beschrieben und wo ist sie ihnen begegnet?
Asumang: Man kennt das ja auch aus Amerika unter dem Begriff „white supremacy“ – dort wird das auch noch viel stärker im Sprachgebrauch benutzt. Das sind Leute, die sich über ihre Hautfarbe und oft auch über die Definition als Arier über andere Menschen hinweg heben – auch wenn sie nichts dafür geleistet haben. Diese Attitüde zeigen sie dann offen und klar, wenn sie vor einem stehen. Oft mit viel Hass.

Es gibt die These, dass die vermeintlichen Herrenmenschen diese Geste als Schutzpanzer benutzen – aus Furcht vor der Welt. Was halten Sie davon?
Asumang: Ich glaube auf jeden Fall, dass das ängstliche Menschen sind. Wenn man so einen Begriff braucht, um sich selbst aufzuwerten, dann hat man offensichtlich Angst davor, dass der Wert in einem selber nicht von alleine da ist. Sonst müsste man sich ja nicht so einen Begriff geben müssen.

Dass in jüngster Zeit Rechtsextreme verstärkt in Erscheinung treten – sehen Sie das als ein regionales oder gar als ein globales Phänomen?
Asumang: In Europa sehe ich eine Flut von Rechtsextremen, ganz besonders in den Ländern um uns herum, wie etwa in Frankreich, Ungarn, Finnland oder Griechenland. Natürlich laufen auch bei Pegida viele Rechtsextreme mit. Diese Bewegung gibt es auf jeden Fall. Was es aber auch gibt, und das ist wunderschön, sind Leute, die merken, dass sie sofort handeln müssen. Also: Wehret den Anfängen! Denn wenn man das nicht tut, kann es ganz schnell vorbei sein – gerade weil Leute mit anderen Methoden in dieser Noch-Demokratie agieren. Diese anderen Methoden hebeln ja vieles aus und machen Menschen, die sich eigentlich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit engagieren würden, Angst, so dass sich diese zurückziehen.

Auch Wunsiedel und Oberprex werden immer wieder mit Rechtsextremen in Verbindung gebracht. Welchen Eindruck haben Sie von Oberfranken?

Asumang: Ich war schon in Wunsiedel und in anderen Städten in Oberfranken. Ich habe das Gefühl, dass es dort sehr viele Menschen gibt, die gegen Rechtsextreme kämpfen. Sehr viele engagieren sich. Wenn man nach Mecklenburg-Vorpommern schaut, dann gibt es dort kleine Orte, die wirklich schon von Neonazis infiltriert wurden, wo aber die Gegenwehr nicht so stark ist. Ich glaube, dass Oberfranken eine Region ist, wo sich vielleicht sogar mehr Leute engagieren als anderswo. Das finde ich sehr schön in Oberfranken.

Das Gespräch führte Roman Kocholl

INFO:
Im Anschluss an die Abendvorstellung um 19:30 Uhr findet ein Filmgespräch mit der Regisseurin Mo Asumang statt.


2015-04-17_Asumang Wer's etwas genauer
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Deutsche und Tschechen musizieren
Neu gegründetes Kreisjugendorchester
Nordbayerischer Kurier — Samstag, 11. April 2015
Kultur-Jam ist ein deutsch-tschechisches Projekt des Bezirksjugendrings Oberfranken und des Koordinierungszentrums Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch Tandem Pilsen, das Jugendliche in ihrem künstlerischen Schaffen unterstützt.

Im Rahmen des Projektes werden im April 2015 zwei Orchesterbegegnungen organisiert. Nach der langen Suche der beiden musikalischen Partner aus Deutschland und Tschechien fingen im Herbst 2014 die ersten Besprechungen und Planungen an. Interesse am Austausch und an einem gemeinsamen Auftritt wurde sowohl beim Juniororchester Pilsen als auch beim Jugendblasorchester Bad Berneck inklusive anderer Musiker aus unterschiedlichen oberfränkischen Orchestern geweckt.
Unter der Leitung von Andreas Hein trafen sich junge Musiker aus Orchestern des Landkreises Bayreuth am 1. März bereits zum zweiten Mal, um in der Aula des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums gemeinsam zu musizieren. Dieses neu gegründete Kreisjugendorchester, mit 45 Mitgliedern von zwölf bis 27 Jahren, bereitet sich auf seinen kommenden Auftritt in Pilsen vor. Höhepunkt der Vorbereitungen ist das laufende Probenwochenende im Schullandheim Pottenstein. Die beiden Orchester werden erstmals zusammengefügt, um mit 100 Musikern das Programm für den Auftritt in Pilsen einzustudieren. red

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

Überall surren die Filmkameras
Die Fränkische Schweiz wird zu den Pyrenäen – Weitere Filmprojekte in der Region
Von Andreas Gewinner und Eva Böhm
Nordbayerischer Kurier — Mittwoch, 1. April 2015

Die Fränkische Schweiz wird zu den Pyrenäen. Und in Bayreuth entsteht in wenigen Wochen der dritte Teil der Edelsteintrilogie: Filmland Oberfranken. Nur der Franken-„Tatort“, der übernächsten Sonntag ausgestrahlt wird, machte einen Bogen um Oberfranken.

„Ich bin dann mal weg“: Die Fränkischen Schweiz war vor wenigen Tagen Drehort. Und zwar für die Verfilmung von Hape Kerkelings Erfolgsbuch über seine Reise auf dem Jakobsweg „Ich bin dann mal weg“.

Zwar gibt es in der Fränkischen Schweiz auch Jakobuswege und Pilger, die etwa die St.-Jakobus-Kirche in Bronn oder in Elbersberg besuchen. Doch in der Kerkeling-Verfilmung wird die Fränkische Schweiz zu den spanischen Pyrenäen. Wochenlange Dreharbeiten fanden bereits an Originalschauplätzen in Spanien statt, denn dort liegt das Ziel des Jakobsweges, Santiago de Compostela. Und am Wochenende fanden für diesen Film nun auch Dreharbeiten in Pottenstein statt. Ein Filmteam mit etwa 16 Leuten, mit dem Aufnahmeleiter Daniel Späth von Ufa-Cinema aus Berlin, war vor Ort.

Bereits einige Wochen zuvor waren drei Filmleute dort, um einige markante landschaftliche Punkte und den infrage kommenden Drehort zu besichtigen. Denn einige Szenen mussten für den Film ergänzend gedreht werden, an Schauplätzen, die vergleichbar denen in den Pyrenäen sind.

Dazu arbeitete das Aufnahme- und Kamerateam einen ganzen Tag im Bereich der steilen Felsenwände am Sängerhäuschen und im Bereich der Wetterfahne. Die Feuerwehr Pottenstein war an den Vorbereitungen beteiligt. Für die Aufnahmen musste ein schlammiger, schwer begehbarer Weg produziert werden. Drei Bergwachtler waren für die Absicherung der Kameraleute an den steilen Hängen in der Schlucht zuständig. Drei Mitglieder der „Feuerlesschürer“ waren als Helfer an den Arbeiten beteiligt. Das Filmteam selbst hatte sich im Hotel Schwan einquartiert und drehte sogar im rustikalen Gasthaus „Urbräu“ eine Szene.

Franken-„Tatort“: 45 Jahre nachdem der erste „Tatort“ über den Fernsehschirm flimmerte, kommt dieser Sonntagabendklassiker auch nach Franken. Ausstrahlung des ersten Franken-„Tatorts“ ist am 12. April. Bei den Dreharbeiten vor und hinter der Kamera dabei: Michael von Hohenberg aus Weißenstadt. Hohenberg ist Filmemacher, Schauspieler und Filmbeauftragter der Region mit der Mission, Filmdreharbeiten – und damit Wertschöpfung – nach Ostoberfranken zu holen. Auch bei der Motivsuche für „Ich bin dann mal weg“ hat er geholfen.

Dreharbeiten für den aktuellen Franken-„Tatort“ fanden in Oberfranken zwar noch nicht statt. Aber Hohenberg war trotzdem mit dabei: bei der Komparsenbesetzung und am Set. Seine Frau Jutta Jahreis, Inhaberin von White-Lake-City Filmproduktion, und die beiden Medien-Studentinnen Frida Lizine und Hannah Kümmel aus Hof und Bayreuth waren während der Dreharbeiten am Filmset in Nürnberg, Erlangen und Fürth tätig. Neben der Komparsenbesetzung war die Sicherung des Drehorts eine der Hauptaufgaben. Bestückt mit Funkgerät und Warnweste, wurden Schaulustige, aber auch allzu neugierige Fotografen von den Szenen ferngehalten: „Ärger gab es zum Glück nur selten. Die Leute waren eher begeistert von den Dreharbeiten. Mir fällt eigentlich nur ein sehr uneinsichtiger Taxifahrer ein, der der Meinung war, durch das Filmset fahren zu müssen. Das konnte ich ihm mit dem Hinweis auf die SEK-Einheit hinter mir austreiben“, erzählt von Hohenberg.
Auch vor der Kamera wird der Filmemacher zu sehen sein: „Es hat allerdings nur zum kleinen Tatort-Kommissar gereicht.“ Er gehört zum erweiterten Ermittlerteam und wird im Kommissariat ab und zu mit den Hauptdarstellern zu sehen sein. Die Planungen für die Fortsetzung laufen bereits, erste Gespräche zu einer erneuten Mitarbeit habe es schon gegeben, so von Hohenberg. Den nächsten Franken-„Tatort“ gibt es in einem Jahr.

„Smaragdgrün“: Der dritte Teil der Edelsteintrilogie von Kerstin Gier entsteht gerade, gedreht wird auch wieder in Bayreuth, und zwar in etwa acht Wochen im Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium sowie in Schloss Fantaisie in Donndorf. Auch „Rubinrot“ wurde in Bayreuth gedreht. Hauptdarstellerin Veronica Ferres wird allerdings wieder nicht vor Ort dabei sein.

„Final Picture“: Michael von Hohenberg zeigt seinen Endzeitfilm über die Zerstörung der Erde durch einen Atomschlag in wenigen Tagen in Kanada, und zwar in Montreal, Quebec und Toronto. Der Film, der mit niedrigem Budget finanziert wurde, war unter anderem in den Luftschutzräumen des Schneebergturms und des Landratsamtes entstanden.


Weitere Filmdreharbeiten in der Region

„Elser“
Der Film über den gleichnamigen Hitler-Attentäter, entstand unter anderem vergangenen Sommer am historischen Weidenberger Obermarkt, am 9. April kommt der Film in die Kinos. Den Drehort hatte Michael von Hohenberg vermittelt.

„Das Tagebuch der Anne Frank“
Vor wenigen Wochen fanden Dreharbeiten für diesen Kinofilm in der ehemaligen Spinnerei in Mainleus statt – vermittelt von Michael von Hohenberg.

„Tannbach“
Vergangenen Sommer fanden Dreharbeiten für den TV-Mehrteiler „Tannbach“ in Kleinlosnitz und Thurnau statt, unter anderem mit Heiner Lauterbach. Michael von Hohenberg war bei der Produktion beteiligt.

„Perlmutterfarbe“
Dieser Kinofilm entstand 2008 unter anderem in Weidenberg und Bad Berneck.

„Rubinrot“
Der erste Teil der Edelsteintrilogie entstand 2012 unter anderem in Bayreuth, wo sich die Ludwigstraße in einen englischen Straßenzug vor rund 100 Jahren verwandelte.


Info:
Auch der Kurier wird sich mit dem Franken-„Tatort“ weiter beschäftigen. Kommende Woche gibt es Interviews und Vorberichte, am 12. April selbst werden wir die Ausstrahlung mit einem Live-Ticker und auf Twitter begleiten. Für den Live-Ticker kommen Drehbuchautor Hannes Betz, der Bayreuther Kripo-Chef Uwe Ebner und Franken-Experte Eberhard Wagner in die Redaktion zum gemeinsamen Gucken.



Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers


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