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Damit die Ladezeiten nicht zu groß werden, sind die Meldungen und Nachrichten rund um's MWG und die MWGler zu Monatsdateien zusammengefaßt. Die Links sind chronologisch absteigend von links nach rechts sortiert. Es gibt auch eine komplette Link-Liste zu allen Beiträgen, die nicht mehr über die Eingangsseite erreichbar sind.
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Sonderpreis für Timo Wirth bei „Jugend forscht“
Nordbayerischer Kurier — Dienstag, 31. März 2015
Timo Wirth ist am vergangenen Freitag in Regensburg bei der feierlichen Preisverleihung des 50. Wettbewerbs „Jugend forscht“ mit einem Sonderpreis des Elitenetzwerks Bayern ausgezeichnet. Der Schüler des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums Bayreuth wurde außerdem für sein Projekt „Bahnbestimmung und Berechnung einer Ephemeride von Komet C/2014 E2 (Jacques)“, über das der Kurier bereits berichtet hat, mit einem Jahresabonnement der Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft“ belohnt. In seiner im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaft angesiedelten Arbeit bestimmte der Jungforscher mittels verschiedener mathematischer Verfahren die Flugbahn eines Kometen.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

Ausführlicher Bericht: Sonderpreis des Elitennetzwerks Bayern für Timo Wirth …

Das dürfen Lehrer tragen
Kopftuch verbieten ist jetzt verboten, aber welche Vorschriften gelten überhaupt an Bayreuther Schulen?
Von Jessica Hentschel
Nordbayerischer Kurier —Samstag, 28. März 2015

Schulen dürfen Lehrerinnen nicht mehr pauschal verbieten, ein Kopftuch zu tragen. Das hat das Bundesverfassungsgericht diesen Monat entschieden. Das Karlsruher Urteil sorgt auch in Bayern für hitzige Debatten. Doch was dürfen Lehrer an Schulen eigentlich überhaupt anziehen? Wie sieht es in Bayreuth mit anderen Kleidungsstücken aus, die ins Auge springen?

„Es gibt prinzipiell keine gesetzlich vorgeschriebene Kleiderordnung für Lehrkräfte“, sagt Julia Lindner, Pressesprecherin im Bayerischen Kultusministerium. Allerdings gibt das bayerische Beamtengesetz einen groben Rahmen für die Kleidungswahl vor. Dieser besagt, dass sich Lehrkräfte ihrem Amt angemessen verhalten sollen. Das Schlagwort lautet hier: Vorbildfunktion. Eine Kleidervorschrift gesetzlich aufzwingen kann man Lehrkräften nicht. „Immerhin sind Lehrer auch freie Menschen“, sagt Lindner.

Einschränkungen gibt es dennoch. Das bayerische Erziehungs- und Unterrichtsgesetz legt nämlich fest, dass keine religiösen oder weltanschaulichen Symbole getragen werden dürfen, die den Schulfrieden stören. Zu diesen Symbolen zählen Peace-Zeichen, Kruzifixe oder Ketten mit einem Kreuz als Anhänger. Sie müssen entfernt werden, wenn sich jemand aus der Schulgemeinschaft gestört fühlt und sich beschwert. Darüber hinaus können Schulen in der Hausordnung Kleidervorschriften festlegen. Das ist an keiner Bayreuther Schule der Fall, hat der Kurier recherchiert. Es gibt nur eine – ungeschriebene – Regel: Bauchfrei ist tabu – was in der Praxis wohl eher die Schülerinnen betrifft.

Christina Odenwald, Lehrerin an der Markgrafenschule, erinnert sich an ihre Anfänge. Bei einem Seminar wurde ihr gesagt, welche Kleidungsstücke sich gehörten – und welche nicht. Dazu zählten Hotpants und bauchfreie Oberteile bei Frauen; bei Männern Shorts, die oberhalb der Knie enden. Bermudahosen, die die Knie bedecken, seien aber vertretbar. Das bedeutet für Odenwald: im Unterricht bequeme, lockere Kleidung und bei Elterngesprächen Bluse und Blazer.

Jeans und Pullover sind heute völlig legitim, findet Eduard Stopfer, stellvertretender Schulleiter des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums. Wenn seine Lehrer wie in den 70er Jahren im weißen Kittel in die Sprachtherapiestunden gingen, käme das nicht an, glaubt Rudolf Meyer, Schulleiter der Markgrafenschule. „Die Kinder würden sich wie im Krankenhaus fühlen.“ Er selbst geht in Jeans und Pullover in die Schule. „Die Schüler mögen mich so, wie ich bin“, sagt Meyer. Nur als er Schulleiter wurde, kam er die erste Zeit mit Sakko, Hemd, Krawatte. Heute fragt Meyer in der neunten Klassen seine Schüler immer vor der Abschlussfeier, ob sie ihn mit Krawatte sehen wollen: „Die Antwort ist meistens Nein.“

Die Lässigkeit hat bei seiner Lehrkraft Sibylle Hetzel praktische Gründe: „Manchmal muss ich in der Pause den Schülern hinterherrennen oder mich in der Klasse viel bewegen – da stören Röcke nur.“ Wenn sie einen anhat, fragen ihre Viertklässler nach und sagen: „Meine Mama trägt doch auch keinen.“ Sie will ihren Schützlingen etwas anderes beibringen: „Ein gepflegtes Äußeres ist viel wichtiger.“ Über Kompetenz sage Kleidung auch nichts.

Markus Lochner, Deutsch- und Englischlehrer am Gymnasium Christian-Ernestinum, kommt jeden Tag in Anzug mit Krawatte zum Unterricht – und ist damit die Ausnahme. „Ich habe während meines Studiums einige Zeit in England gearbeitet“, erzählt Lochner. „Das hat wohl abgefärbt.“ Seit sieben Jahren bestreitet der 38-Jährige seinen Unterricht so. „Für mich bedeutet das Freiheit“, sagt Lochner. „In England musste ich mich so anziehen – hier darf ich es und mache es gerne.“ Der Anzug bleibt nur im Schrank, wenn Wandertag ist oder Lochner erkältet. „Dann sehen mich meine Schüler ganz schockiert an und fragen, was mit mir los ist.“

Kritik für seinen Stil musste hingegen schon Dennis Schwind einstecken. Er studiert an der Uni Bayreuth Realschullehramt und arbeitet als Aushilfskraft an der Johannes-Kepler-Realschule. Dort passt er mit seinem Stil „perfekt ins Kollegium.“ An einem Bayreuther Gymnasium ist er damit angeeckt. Er hielt damals einen Vortrag zum Thema Studienwahl. Er wollte sich dafür nicht „verkleiden“ – und referierte in Jeans, Pullover und Hemd. „Ich wollte das Lehramtsstudium modern und hip herüberbringen“, sagt Schwind. Danach habe die Schulleitung ihn angesprochen, dass dies nicht angemessen und doch ein wenig frech sei. Der Lehramtsstudent fühlte sich in eine Schublade gesteckt. „Als würde man mir indirekt mitteilen wollen, dass man mir ansieht, dass ich Realschullehrer werde“, sagt Schwind. Das Gymnasium sagt heute dem Kurier, dass es seine Lehrkräfte nicht in der Kleidungswahl einschränkt.

Eigene Erfahrungen mit dem Kopftuch hat an den Bayreuther Schulen nur Andrea Bouillont. Seit drei Jahren arbeitet sie als Erzieherin in der Kindertagesstätte der Markgrafenschule mit Kopftuch. Beschwert hat sich noch niemand, weder bei ihr noch ihrem Chef Klaus Summerer. Viele Eltern machten sich zunächst Gedanken. „Wenn sie aber merken, dass es überhaupt keine Auswirkungen auf die Kinder hat und ich wie meine Kolleginnen meinem Beruf nachgehe, hat niemand ein Problem damit“, sagt Bouillont. Für die Kinder sei ihr Kopftuch keine große Sache. Wenn doch eines nachfragt, sage sie, dass es zu ihrer Religion gehört. „In einem Land der Religionsfreiheit ist es ja nichts Schlimmes, ihnen etwas über andere Religionen zu erzählen“, sagt die Erzieherin. „Es darf nur nicht in Richtung Missionierung gehen.“

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

Auf Gnade ist zu hoffen
Besprechung des Passionskonzerts mit dem MWG-Kammerchor
Nordbayerischer Kurier — Donnerstag, 26. März 2015
Nein, ein Requiem muss nicht düster anheben. Es muss auch nicht im Finsteren enden, das Paradies wird schließlich erhofft, auch wenn die Toten beklagt werden.

Eleanor Daley, Jahrgang 1955, hat die Friedensgewissheit in ihren Totengesang gleich einkomponiert: nicht allein im ätherischen sechsten Satz, dem „Thou knowest, Lord“. Wenn der Solosopran (rein, bewegend, jugendlich-„unschuldig“: Johanna Burkhardt) im vorletzten Satz mit „The sound of the birds“ aus Carolyn Smarts Gedichtband „The way to come home“ seine Stimme über dem Cantus firmus des „Requiem aeternam“ erklingen lässt, ist’s so überzeugend wie der Bogen, den die Sängerinnen im 5. Satz („I heard a voice from heaven“) über dem Fundament der dunklen Männerstimmen ausmessen. Die Zuversicht liegt eindeutig auf der „Gnade“, nicht auf Heulen und Zähneklappern.

Daleys englisch-lateinisches Mischtext-Requiem kommt ohne ein Dies irae aus, kann aber nur dann gelingen, wenn ein erstklassiges Ensemble die tonale, doch harmonisch vertrackte A-cappella-Messe von und für die freien Seelen stimmrein bringt.
In der Kreuzkirche gelang es, wieder einmal mit dem Kammerchor des MWG, der von Günter Leykam einstudiert und von Nigel Perrin dirigiert wurde, welcher auf unverwechselbare Weise für die bayreuthisch-englische Freundschaft bürgt.

Ein schöneres Geschenk war für die Teilnehmer des mittlerweile 10. Passionskonzerts des Kammerchors kaum denkbar. Mit einem Satz aus der Johannespassion und dem berühmtesten Choralsatz der Matthäuspassion bedachte man, schlackenlos frisch, doch nicht übereilt, zudem noch den Gottvater der nicht allein protestantischen Kirchenmusik.

Mit ihm begann auch der eigens vom Heiligen Berg angereiste Organist des Klosters Andechs, Anton-Ludwig Pfell: 40 Minuten schönster Orgelmusik in f- und c-Moll, Präludien und Fugen, pastellhafte (BWV 618) und zutraulich girlandierende (BWV 622) Choralvorspiele. Frank Piontek

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

Passionskonzert mit dem Kammerchor des MWG
  unter Leitung von Nigel Perrin (Kings Singers)
Schulinfo — Sonntag, 22 März 2015
Der Kammerchor des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums Bayreuth (MWG) hat sich seit seiner Gründung 2004  unter seinem Leiter Günter Leykam zu einem vielgefragten  und weit über die Grenzen Oberfrankens hinaus etablierten Klangkörper entwickelt.

In diesem Jahr wird anlässlich des 10jährigen Bestehens der Passionskonzerte des Kammerchores des MWG am 22. März um 20:00 Uhr in der evangelischen Kreuzkirche Bayreuth das „Requiem“ der Kanadischen Komponistin Eleanor Daley aufgeführt.

Dirigent dieses Konzertes wird kein geringerer als der Brite Nigel Perrin sein, seinerzeit Gründungsmitglied der weltbekannten King´s Singers und einer der gefragtesten Chorleiter und Dirigenten Großbritanniens. Er wird auch vom Donnerstag, 19. März bis Sonntag, 22. März seinen dritten Workshop mit dem Kammerchor halten.

Karten gibt es im Vorverkauf an der Theaterkasse sowie im Pfarramt der evang. Kreuzkirche.
Die 1955 geborene Komponistin versteht es vorzüglich, den Text in Musik umzusetzen und damit dem Zuhörer ins Herzen zu singen. Selbst Kritiker moderner Kompositionen sind von ihrem Kompositionsstil begeistert und überzeugt. Nicht umsonst erhielt Eleanor Daley bisher viele internationale Auszeichnungen und Preise.

Ergänzt wird das Konzert mit Kompositionen zur Passionszeit von J.S. Bach für Orgel und Chor. An der Orgel ist der Organist der weltberühmten Wieskirche, Anton Ludwig Pfell zu hören.

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Schulinfo

Tag der Frankophonie
Schülerchor des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums singt
Nordbayerischer Kurier — Mittwoch, 11. März 2015
Der „Tag der Frankophonie“ wird heute um 18 Uhr im Europasaal des Zentrums, Äußere Badstraße 7a, gefeiert.

Auf Einladung der Stadt Bayreuth hält der Botschafter der Republik Kongo, Jacques Yvon Ndolou, die Festrede. Michael Stegbauer vom Graf-Münster-Gymnasium gibt einen Rückblick auf das Jugendprogramm, Sénouvo Agbota Zinsou und Gilbert Ndi Shang von der Universität Bayreuth lesen.
Außerdem gibt es afrikanische Musik von Njamy Sitson aus Kamerun und Lieder vom Schülerchor des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums Bayreuth zu hören.


Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

Friedrich will Liszt-Museum erneuern
Vortrag des Museumsdirektors bei Versammlung des Richard-Wagner-Verbands
Von Florian Zinnecker
Nordbayerischer Kurier — Samstag, 7. März 2015

Vier Monate vor der Eröffnung des neuen Richard-Wagner-Museums plädiert Museumsdirektor Sven Friedrich für eine positivere Sichtweise auf das Projekt. „Die Erweiterung des Museums kann man auch als Konjunkturspritze für die Region sehen“, sagte Friedrich bei der Mitgliederversammlung des Richard-Wagner-Verbands Bayreuth in dieser Woche.

Wer in letzter Zeit an der Baustelle vorbeigekommen sei, habe sehen können, wie dort viele Menschen arbeiten. Diese Arbeiter stünden zum Großteil bei Firmen aus der Region in Lohn und Brot – Firmen, denen das Projekt Aufträge bringe. Die bauliche Erweiterung und Neugestaltung des Richard-Wagner-Museums kostet rund 20 Millionen Euro, den Großteil tragen die Stadt, der Freistaat Bayern und der Bund. „Das Geld“, sagte Friedrich, „ist also auf keinen Fall weg und verloren.“ Auch wenn einzelne Ausgaben rückblickend vergeblich und manche Abläufe nicht optimal gewesen seien. „Das lässt sich bei Projekten dieser Größenordnung leider nicht vermeiden.“

Das Museum soll am 26. Juli 2015 eröffnen. „Von außen sieht Wahnfried beinahe schon so aus, als sei nichts geschehen“, sagte Friedrich. Die Richard-Wagner-Stiftung, die das Museum betreibt, rechnet mit bis zu 50 000 Besuchern jährlich.
Friedrich warf abschließend einen Blick auf die Zeit nach der Eröffnung: „Eigentlich sagt man ja nach einem Projekt mit so schwierigem Verlauf wie diesem: Nie wieder! Ich fürchte aber, wenn wir mit Wahnfried fertig sind, ist das Franz-Liszt-Museum fällig.“
Bei der Versammlung des Richard-Wagner-Verbands wählten die Mitglieder Nicolaus Richter, Direktor der Städtischen Musikschule, zu ihrem Vorsitzenden. Als Nachfolger von Paul Götz hatte Richter das Amt bereits im vergangenen Jahr übernommen und musste sich nun den regulären Vorstandswahlen stellen.

Dem Gremium gehören außerdem Elisabeth Bauriedel (stellvertretende Vorsitzende), Christiane Rauch (Schriftführerin) und Jutta Richter (Schatzmeisterin) an sowie Stefan Specht und Hubert Glomm. Neu im Vorstand ist Tobias Langmeyer, der sich um den Internetauftritt des Verbands kümmert.

Nachdem der Vorstand per Satzungsänderung verkleinert wird, traten die bisherigen Vorstandsmitglieder Gernot Betz und Enno Landwehr nicht mehr an. Künftig will der Verband enger als bisher mit dem Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium zusammenarbeiten.

Für die Festspielzeit ist außerdem ein regelmäßiges Konzert geplant: die acht Stipendiaten, denen der Bayreuther Verband einen Festspielbesuch in Bayreuth ermöglicht, stellen sich künftig den Verbandsmitgliedern sowie dem Bayreuther Publikum vor.


Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

„Hilfe, oder wir kommen – Flüchtlinge in Europa“
Projekttag für die 10. Klassen
Nordbayerischer Kurier — Mittwoch, 4. März 2015
Die Landeszentrale für politische Bildung und die Europäische Akademie Bayern veranstalten am Freitag, 6. März, am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium Bayreuth für die Zehntklässler einen Projekttag zum Thema „Hilfe, oder wir kommen – Flüchtlinge in Europa“.
Im zweiten Teil des Tages kommen ab 13.30 Uhr in der Aula der Schule in einer öffentlichen Podiumsdiskussion Vertreter von Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und von Flucht Betroffene zu Wort. red

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

Ein Plus für Gute und weniger Gute
Gymnasium Christian-Ernestinum bewirbt sich als einziges Bayreuther Gymnasium um Mittelstufen-Pilotprojekt
Von Eric Waha
Nordbayerischer Kurier — Montag, 2. März 2015

Die Mittelstufe am Gymnasium hat drei Jahre: achte, neunte und zehnte Klasse. In Bayern soll ein viertes Jahr dazukommen – für Schüler, die das wollen. Der Pilotversuch startet im neuen Schuljahr. Das Gymnasium Christian-Ernestinum (GCE) bewirbt sich als einziges Bayreuther Gymnasium um die Teilnahme an dem Pilotversuch. Weil es ein Gewinn für alle Schüler ist, sagt der Direktor Franz Eisentraut. Nicht nur für die notenmäßig Schwächeren.

Mittelstufe Plus. So heißt das Modell, das laut Kultusminister Ludwig Spaenle „ein Jahr zusätzlicher Lernzeit“ bringen soll. Franz Eisentraut, der Direktor des GCE, formuliert das anders: „Es ist eine zeitliche Entlastung für die Schüler, die das in der Mittelstufe möchten.“ Achte Klasse, neunte Klasse, neunte Klasse plus, zehnte Klasse. So sieht eine Mittelstufe für die aus, deren Eltern sich in der siebten Klasse dafür entscheiden – mit schriftlichem Antrag –, den Stoff der drei Mittelstufenjahre auf vier zu verteilen.

„Das bringt aus meiner Sicht eine spürbare Entschleunigung: Die Kinder haben mehr Zeit für außerschulisches Engagement, beispielsweise für Sport oder Musik. Und sie haben in der Schule mehr Zeit zum Üben“, sagt Eisentraut. Pädagogisch sinnvoll sei dieser Zeitgewinn. Gerade in der nicht ganz einfachen Zeit in der Mittelstufe, in der die Pubertät voll zum Tragen kommt, in der sich die Jugendlichen ausprobieren möchten, erste Freundschaften sich anbahnen.

Man denke bei dem Modell „natürlich erst einmal reflexartig an die schwächeren Schüler. Aber es ist genauso geeignet für die starken Schüler, die sich einfach mehr Zeit wünschen.“ Denn einer der Kernpunkte der Mittelstufe Plus ist der, dass in der achten und den beiden neunten Klassen kein Nachmittagsunterricht stattfindet – und in der zehnten Klasse in deutlich reduzierter Form, nämlich zwei statt sechs Stunden.

Erreicht werde das dadurch, dass der Stoff der Kernfächer auf vier statt drei Jahre verteilt wird und die „Nebenfächer teilweise ein Jahr aussetzen“, wie Eisentraut es ausdrückt. Das gebe, so sieht es das Bewerbungskonzept des GCE vor, den Freiraum, einen Tag in der Woche herzunehmen, den man ausschließlich für die zusätzliche Intensivierung nutzen könnte – idealerweise den Mittwoch. Eisentraut sagt, das Konzept des Gymnasium illustre, des schulinternen Begabtenförderungsprogramms, das ebenfalls für die Mittelstufe entwickelt worden ist, könne in das Modell der Mittelstufe Plus eingebunden werden.
Dieser eine Tag in der Woche soll am GCE der Lift-Tag werden, sagt Eisentraut: „Lernen durch individuelle Förderung und Trainieren – ein Tag, an dem wir hochflexibel sind: Um den einen zu unterstützen, der in bestimmten Fächern Intensivierung braucht. Und dem anderen Aufgaben zu geben, die seine Begabung speziell berücksichtigen.“

Die Schüler, die sich für die vier Jahre in der Mittelstufe entscheiden, werden in eigenen Klassen zusammengefasst. Eisentraut sagt: „Wir haben im kommenden Schuljahr vier siebte Klassen, ich gehe davon aus, dass wir mindestens eine Klasse für die Mittelstufe Plus haben werden. Nach oben offen.“ Das Gerücht, die Zahl der Kinder in den Pilotschulen sei gedeckelt, sei „schlicht Quatsch“, sagt Eisentraut. „Wenn es 100 Prozent der Kinder machen wollen, dann sind es eben 100 Prozent.“

Der Pilotversuch ist auf zwei Jahre angelegt, es sollen nach Aussagen von Ludwig Unger, dem Sprecher des Kultusministeriums, „30 bis 40 der 340 Gymnasien in Bayern bei dem Versuch dabei sein. Wir werden aber nicht Nein sagen, wenn es 42 werden.“ Die Bewerbungsfrist ist am Freitag abgelaufen. Das Interesse, so schreibt es der Bayerische Philologenverband in einer Pressemitteilung, sei „wesentlich größer als die Möglichkeit zur Teilnahme“. Unger sagt dazu: „Das ist doch gut. Das belegt, dass eine rege Nachfrage da ist und das Modell ankommt.“

Die Ministerialbeauftragten (MB) sammeln laut Unger für die einzelnen Bezirke die Bewerbungen, treffen eine Auswahl und schicken ihre Empfehlung in der kommenden Woche nach München. Wichtig sei dabei, dass die Auswahl die Schullandschaft abbilde: Stadtschulen, Landschulen, kleine, große, alle unterschiedlichen Ausrichtungen von Gymnasien sollen daran beteiligt werden. Wie viele Schulen aus Oberfranken sich bis Freitag beworben haben, bleibt bis Ende der Woche ein Geheimnis. Die MB-Dienststelle in Hof sah sich trotz mehrfacher Anfrage nicht in der Lage, wenigstens die Zahl der oberfränkischen Gymnasien zur Verfügung zu stellen, die sich um den Pilotversuch beworben haben.

Bei den drei anderen staatlichen Gymnasien in Bayreuth will man abwarten, was der Modellversuch bringt. „Wir lassen das auf uns zukommen“, sagt Rolf Müller, der neue Direktor des Graf-Münster-Gymnasiums (GMG), stellvertretend für seine Kolleginnen von Richard-Wagner- und Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

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