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Schlagende Argumente
In Bayreuth gibt es ein neues Unterrichtsfach, in dem soziale Kompetenz vermittelt wird. Zwei Lehrer stellten es auf Einladung der Akadamie für Neue Medien am MGF vor.
Von Sonja Adam
 
www.infranken.de — Samstag, 14. Februar 2015
Im Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium in Bayreuth gibt es ein neues Unterrichtsfach In der Unterstufe heißt es „personales und soziales Lernen“, in der Mittelstufe „Coaching“. Das Fach ist verpflichtend für alle, die sich dafür entschieden haben – es wird aber nicht benotet.

Das Fach war ursprünglich für die Hochbegabtenförderung ins Leben gerufen worden, um Schülern „Soft Skills“ – soziale Kompetenz – zu vermitteln. Es geht also um Umgangsformen, um gegenseitige Achtung und Wahrnehmung und darum, Bitte und Danke zu sagen.

„Weil's mit dem Kopf weh tut“
Mit einigen Beispielen aus dem Unterricht stellten die Bayreuther Gymnasiallehrer Dirk Hahn und Matthias Pflaum im Rahmen der Kulmbacher Akademiegepräche, eines Gemeinschaftsprojekts der Akademie für Neue Medien und des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums, das Fach vor.

Matthias Pflaum drückte einem Vater einen Hammer in die Hand und gab ihm den Auftrag, den Nagel, der in einem Stück Holz steckte, verschwinden zu lassen. Der Vater zögerte nicht lange: Er schlug zwei Mal kräftig mit dem Hammer zu – schon war der Nagel verschwunden. „Warum haben Sie jetzt mit dem Hammer zugeschlagen?“, fragte der Lehrer. „Na, weil's mit dem Kopf weh tut“, antwortete der Vater schlagfertig. Doch tatsächlich führten die beiden Lehrer aus Bayreuth mit diesem eindrucksvollen Beispiel vor, wie einfach die Wahrnehmung in eine bestimmte Richtung gelenkt werden kann.

Man hätte die Aufgabe auch lösen können, wenn man den Nagel mit einer Zange herausgezogen hätte oder den Kopf des Nagels abgefeilt hätte. Die Pädagogen führten per Video einen Kartentrick mit Farbveränderung vor. Und wieder richteten die Zuschauer ihr alleiniges Augenmerk auf die Karten. Ihnen entging völlig, dass sich die gezeigten Personen mehrfach umgezogen hatten, dass der Hintergrund und das Tischtuch die Farbe wechselten.

Wieder eine absolute Fehlwahrnehmung. In dem Fach geht es darum, die Wahrnehmung in neue Richtungen zu lenken und das Sozialverhalten der Schüler zu stärken. Matthias Pflaum erklärte, wie sich die Noten von Schülern verbesserten, nachdem er Verträge mit ihnen abgeschlossen hatte.

Am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium ist die Einführung dieses Fachs nicht angedacht. „Wir verwenden Elemente im Unterricht“ erklärte Schulleiter Horst Pfadenhauer. Karin Herbst betonte, dass in der Nachmittagsbetreuung großes Augenmerk auf anständiges Betragen und auf eine höfliche Kultur des Miteinanders gelegt werde. „Wir haben auch schon etliche Verträge ausgehandelt“, ergänzte Angelika Sachs.

Kommunikation ist wichtig
Auch Praktika gibt es bereits am MGF. „Es ist wichtig, dass die Schüler nicht nur mit Wissen voll gefüttert werden, es wäre schön, wenn die Schule auch Raum findet, Höflichkeitsformen einzuüben und ein soziales Miteinander“, sagte Helga Lormes, die die Ganztagesklasse von Anfang an begleitet. Auch Sandra Meister von der Akademie für neue Medien betonte, wie wertvoll Kommunikation ist. „Es ist wichtig, ein Thema auch einmal von der anderen Seite zu betrachten“, so Meister. Sie brach eine Lanze für „Persönlichkeiten, die auch einmal die Wahrheit sagen“. Mit diesem Vortrag zum Thema Persönlichkeitsentwicklung möchte die Akademie für Neue Medien die Akademiegespräche wieder aufleben lassen, betonte Leiter Thomas Nagel.

2015-02-14_PeSo Wer's etwas genauer
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Dirk Hahn und Matthias Pflaum vom MWG führten am MGF einen einfachen Wahrnehmungstrick vor: Wenn man jemandem einen Hammer in die Hand drückt und bittet, den Nagel in einem Stück Holz verschwinden zu lassen, schlagen die meisten unvermittelt zu.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung  von
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