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Eine Schule verarbeitet ein Unglück
Vier Tage nach dem schweren Unfall eines Schülers am MWG spricht Schulleiterin Elisabeth Götz über die Folgen
Von Heike Fauser
Nordbayerischer Kurier — Mittwoch, 26. November 2014

Elisabeth Götz (48) sieht müde aus, aber gefasst. Die Schulleiterin des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums (MWG) in Bayreuth geht mit ihren Schülern einen schweren Weg. Wie lässt sich der Unfall vom Wochenende verarbeiten, bei dem ein 16-jähriger Schüler aus der zwölften Klasse des Gymnasiums nach seinem Sturz vom Schuldach lebensgefährlich verletzt worden ist? Für sie am wichtigsten sind Gespräche und Ruhe.

Frau Götz, wann haben Sie von dem Unfall an Ihrer Schule erfahren?

Elisabeth Götz: Am Samstag. Die Polizei hat mich angerufen.

Wie ist die Stimmung seither?

Götz: Stimmung ist ein großes Wort. Lassen Sie es mich so beschreiben: Die Schulfamilie ist noch enger zusammengerückt, als ich sie sonst kenne. Alle Schüler, Familien, Lehrer, Fördervereine stehen hinter dem Schüler und beten für ihn und hoffen, dass er es schafft.

Kann man nach so einem Vorfall wieder in den Schulalltag zurückkehren?

Götz: Sicher nicht. Darum sind für uns die Gespräche mit den Schülern auch so wichtig. Mit den Schülern aus den Oberstufen reden wir natürlich intensiver. Wir merken, dass viele dankbar dafür sind, wenn wir fragen, wie es ihnen geht und ob sie dem Unterricht folgen können. Wir versuchen, die Schüler behutsam in den Alltag einzubinden – soweit es möglich ist. Gerade die, die mit dem verunglückten Schüler eng befreundet sind oder ihn schon seit Jahren kennen, vermissen ihn schon sehr. Und natürlich wollen die Schüler dann auch darüber reden.

Worüber sprechen Sie mit den Schülern?

Götz: Nachdem sich der Vorfall in Bayreuth sehr schnell herumgesprochen hatte, wussten natürlich am Montag viele darüber Bescheid. Unsere Aufgabe war es deshalb, pädagogisch, aber auch psychologisch zu schauen, wie es den Schülern geht und was wir tun können, um das Geschehen zu besprechen und mit ihnen gemeinsam nach vorne zu blicken.
Wollen denn die Schüler mit den Lehrern darüber reden?

Götz: Ich glaube schon. Wir sprechen in der Schule ohnehin viel miteinander. Die Schüler sind untereinander gut vernetzt, alleine durch die Musik-Ensembles. Da kennen die Jüngeren die Größeren – und ja, sicherlich auch den verletzten Schüler.

Betreuen Sie auch die Familien?

Götz: Nein, das steht uns gar nicht zu. Wir haben Kontakt, ja. Aber unser aller Wunsch ist es im Moment, in Ruhe gelassen zu werden. Und ich tu alles dafür, meinen Schülern einen Schutzraum zu geben. Es ist ganz schlimm, welche Presseanfragen an uns herangetragen werden. Das ist sowohl für die Schüler, aber auch für die Familie nicht einfach. Es ist eher belastend, immer wieder darüber zu lesen.

Wie geht es den anderen Jugendlichen, die mit dem Verunglückten auf das Dach geklettert sind?

Götz: Ich möchte dazu nichts sagen.

Haben Sie eine Ahnung, wie es zu dem Unfall kommen konnte?

Götz: Ich werde auch dazu keine Auskunft geben. Die Ermittlungen sind bei der Polizei. Meine Aufgabe ist es, die Schüler pädagogisch und psychologisch zu betreuen.

Wie gehen Sie persönlich mit dem Vorfall um?

Götz: Lehrer zu sein ist nach wie vor mein Traumberuf. Ich möchte nichts missen, auch die schweren Stunden nicht. Ich bin mit Leib und Seele Schulleiterin an dieser Schule und ich empfinde eine große Zuneigung diesen Schülern gegenüber. Ich weiß aber auch, dass so ein Vorfall wie der am Wochenende immer passieren kann – auch das gehört zu meinem Beruf dazu. Aber so schlimm die Ursache ist, ist es auch gleichzeitig eine wunderbare Erfahrung, die jungen Menschen zu begleiten und zu sehen, wie sie zusammenstehen.

Das Gespräch führte Heike Fauser.


Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

Schock nach Sturz des MWG-Schülers
16jähriger erlitt schwere Kopfverletzungen und mehrere Brüche – Schule setzt Kriseninterventionsteam ein
Von Otto Lapp und Heike Fauser
Nordbayerischer Kurier — Montag, 24. November 2014

Nach dem tragischen Unfall eines 16jährigen Schülers aus Bayreuth in der Nacht zum Samstag hat das Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium (MWG) sein Kriseninterventionsteam eingeschaltet. Dem verletzten Schüler geht es nach Informationen dieser Zeitung weiterhin sehr schlecht. Sein Zustand ist kritisch.

In der Nacht von Freitag auf Samstag war der MWG-Schüler mit mehreren Jugendlichen im Gymnasium. Sie feierten und tranken Alkohol. Gegen 2.30 Uhr ging der Zwölftklässler mit drei Freunden auf das Dach des Gymnasiums, um eine Zigarette zu rauchen. Dabei verlor er offenbar das Gleichgewicht und stürzte etwa 15 Meter in die Tiefe. Ob der Sturz eine Folge des Alkohols war, steht nicht fest. Die Polizei schließt ein Fremdverschulden aus.

Nach Informationen dieser Zeitung zog sich der junge Mann dabei mehrere Brüche zu und eine schwere Kopfverletzung. Der Notarzt musste erst den Zustand des Jungen stabilisieren, bevor er ins Bayreuther Klinikum gebracht werden konnte. Dort wurde er notoperiert. Noch am Sonntagnachmittag war sein Zustand sehr kritisch. „Die Schulfamilie des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums ist zutiefst betroffen und hofft, dass die Ärzte das Leben des Schülers retten können“, schreibt Schulleiterin Elisabeth Götz in einer Pressemitteilung. Zu einer persönlichen Stellungnahme war sie nicht bereit.

Am gesamten Wochenende hatte das Kriseninterventionsteam der Schule getagt. Mehr als fünf Stunden kam es am Sonntag zusammen, um Maßnahmen für die Schüler vorzubereiten. Eltern, Schüler und Lehrer wurden laut Pressemitteilung der Schule erst am Sonntag über die Situation informiert.

Ziel der beschlossenen Maßnahmen ist es, die Geschehnisse zu verarbeiten. In Vollversammlungen der Oberstufenjahrgänge sowie Gesprächen in den Klassen sollen die Schüler Gelegenheit haben, „ihre Betroffenheit zu artikulieren“.
Für Einzel- und Gruppengespräche stehen den Schülern die Mitglieder des schuleigenen Krisenteams zur Verfügung. „Selbstverständlich wird im Unterricht der besonderen Situation Rechnung getragen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

n der Aula der Schule ist für den verunglückten Schüler einen Ort eingerichtet, an dem die Schüler ihre Gedanken und Wünsche hinterlegen können. „Diese Zeichen der Verbundenheit werden an die Familie weitergeleitet“, so die Schulleiterin. Die ganze Stadt nimmt Anteil an dem Unglück; viele Bayreuther sind am Sonntag zum Gymnasium gekommen, um sich die Unfallstelle anzuschauen.

Wie die Jugendlichen in die eigentlich abgesperrte Schule gelangt sind, ist unklar. Derzeit laufen die Ermittlungen. „Die brauchen sich bloß einsperren lassen“, sagt Hausmeister Otto Eisenhuth. Die Schule sei sehr verwinkelt, biete also genügend Ecken um sich zu verstecken. Auf das Dach könnte man sehr leicht gelangen – einfach über den Dachboden. Oder über das Gerüst, das sich derzeit wegen einer Baustelle an der Rückseite des Schulhauses befindet.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers



Ergänzung:

Denken Sie an die Angehörigen und wahren Sie – bei aller Betroffenheit – Zurückhaltung (vor allem in den sogenannten „sozialen Medien“).

Danke
Jürgen Redi Redetzky, Elternbeirat

Projekte überzeugen Ministerin
Johannes-Kepler-Realschule darf sich künftig „Umweltschule in Europa – Internationale Agenda-21-Schule“ nennen
Von Udo Bartsch
Nordbayerischer Kurier —Samstag, 22. November 2014

Die Johannes-Kepler-Realschule darf sich künftig „Umweltschule in Europa – Internationale Agenda- 21-Schule“ nennen. Den Titel verlieh das Ministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz am Donnerstag. „Die Schüler waren mit großem Engagement dabei“, sagte gestern der zweite Konrektor Jörg Striepke. Dementsprechend stolz sind alle auf die Auszeichnung, die der Realschule ganz neue Perspektiven eröffnet.

„Wir stehen vor einem Neuanfang“, so Jörg Striepke. Das Zertifikat sei ein Standbein für das künftige Profil, das sich die Schule bilden wolle. Der Konrektor spricht von einem ersten Stein, dem weitere folgen sollen.

Die Voraussetzungen dafür sind gut: Schließlich verfügt die Realschule über einen großen Garten. „Unsere Ressourcen und unser Potential wollen wir nutzen“, sagt Striepke. „Umweltschule in Europa – Internationale Agenda-21-Schule“ ist eine Auszeichnung, um die sich bayerische Schulen bewerben können. Sie müssen dazu in einem Schuljahr zwei Themen aus den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit bearbeiten.
Acht Klassen beteiligten sich an den zwei Projekten, wie Striepke sagt. Sie entschieden sich für das Thema Ernährung und Klima und legten dafür eine Kräuterschnecke für die ganze Schule an. Das zweite Projektthema lautete Schutz des Regenwaldes, Kohlendioxid einsparen. „Fahr Rad“ war seit dem Frühjahr der Leitspruch von 29 Schülern und 13 Lehrern. Anstelle des Autos oder öffentlicher Verkehrsmittel benutzten die Teilnehmer das Fahrrad und radelten bereits 4613 Kilometer. So ersparten sie der Erdatmosphäre 642 Kilogramm Kohlendioxid. Das Projekt endet nächstes Jahr.

Weiter geht’s hingegen mit der Kräuterschnecke im Schulgarten. Die Schüler ernteten die Kräuter, verarbeiteten sie und verkauften ihre Produkte, berichtet Striepke. Die Kräuterschnecke stehe für Nachhaltigkeit. Inzwischen stehe die Idee im Raum, zum Verkauf der Kräuter eine eigene Firma zu gründen.

Ausgezeichnet (und zwar wieder mit „3 Sternen“) wurde auch das Bayreuther Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium.


Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

Schulleiterin dankt den Unterstützern
Nordbayerischer Kurier —Samstag, 22. November 2014
Die Zusage der geplanten Investitionen von 40 Millionen Euro in die Generalsanierung des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums (MWG) sei „eine wunderbare Nachricht“, sagte Schulleiterin Elisabeth Götz.

Dank vieler Unterstützer sei es gelungen, das Vorhaben ab 2016 im ersten Bauabschnitt anzupacken. Laut einer Prognose fehle im MWG eine Gesamtfläche von rund 2000 Quadratmetern, die Raumnot soll im Zuge der Sanierung beseitigt werden.
Der erste Schritt betrifft laut Götz unter anderem den Anbau an das bestehende Gebäude Richtung Volksfestplatz; der Park und die Fassade des Schulgebäudes vorne bleiben bestehen.

Der zweite Schritt sieht die Sanierung des Gebäudes vor, die letzten entsprechenden Maßnahmen seien hier Anfang der 80er Jahre erfolgt. Götz ging davon aus, dass die aktuelle Schülerzahl von 850 auch in Zukunft stabil bleiben werde. eng


Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

MWG-Sanierung kostet 40 Millionen
Bildungsminister Spaenle erteilt Planungsauftrag für den ersten Bauabschnitt
Von Peter Engelbrecht
Nordbayerischer Kurier — Freitag, 21. November 2014

Bayerns Bildungsminister Ludwig Spaenle hat gestern den Planungsauftrag für den ersten Bauabschnitt zur Generalsanierung des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums in Bayreuth erteilt.

Ein erster Bauabschnitt soll 25 Millionen Euro kosten, spätestens 2016 starten und bis 2020 dauern. Insgesamt sind für die Generalsanierung inklusive Abbruch der bestehenden Zweifachturnhalle, die Errichtung einer Dreifachturnhalle und eines Gebäudetrakts mit Fachklassen sogar 40 Millionen Euro veranschlagt. Bis 2023 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.


Baubeginn voraussichtlich 2016 – Immer wieder Kritik an beengten Verhältnissen und Schimmelbefall

Das Ende der Raumnot scheint absehbar: Bayerns Bildungsminister Ludwig Spaenle erteilte nun den Planungsauftrag für den ersten Bauabschnitt zur Generalsanierung des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums in Bayreuth.

Dieser umfasse den Abbruch der bestehenden Zweifachturnhalle, die Errichtung einer Dreifachturnhalle und eines Gebäudetrakts mit Fachklassen. So steht es in einer Pressemitteilung des Ministeriums. Das Kostenvolumen für den ersten Bauabschnitt wird aktuell auf rund 25 Millionen Euro beziffert. Der erste Abschnitt soll voraussichtlich 2016 beginnen und bis 2020 dauern, erläuterte Pressesprecher Ludwig Unger.

Die Generalsanierung des gesamten Komplexes, für die ein Kostenvolumen von mehr als 40 Millionen Euro angegeben ist, soll in zwei Bauabschnitte aufgeteilt werden. Der zweite Teil soll laut Unger von 2020 bis 2023 laufen.
„Wir können jetzt den Einstieg in die Generalsanierung dieses traditionsreichen und renommierten Gymnasiums in staatlicher Trägerschaft realisieren“, erklärte Spaenle. Der Staat werde damit seiner Verantwortung als Sachaufwandsträger gerecht und investiere in eine ausgezeichnete Bildungsstätte. Das Gymnasium bietet eigene Klassen für sehr begabte Schüler und ein Internat mit 62 Plätzen. Rund 850 Schüler besuchen die Schule. Sie können zwischen den Ausbildungsrichtungen musisch und sprachlich wählen.

Der Elternbeirat hatte erst im November 2013 die Verzögerungen kritisiert. Der Bedarf an Sanierung und Erweiterung sei schon lange festgestellt, aber der konkrete Planungsbeginn – vom Baubeginn noch gar nicht zu reden – „wird immer weiter hinausgeschoben“, rügte Elternbeiratsvorsitzender Jürgen Redi Redetzky in einem Rundbrief. Immerhin sei die akute Raumnot durch das Aufstellen von Klassencontainern auf der ehemaligen Kugelstoßanlage etwas gelindert worden. Die letzte Sanierung in dem weitläufigen Gebäude habe Anfang der 80er Jahre stattgefunden, sagte Redetzky gegenüber unserer Zeitung. Laut einer Prognose fehlten rund 2000 Quadratmeter Schulräume. „Schön, dass die Planungen nun konkret werden“, betonte er.

Die Generalsanierung werde von der Staatsregierung „blockiert und ausgebremst“, hatte die Bayreuther Grünen-Landtagsabgeordnete Ulrike Gote vor Jahren kritisiert. Während im Süden Bayerns neue Schulen entstehen, würden beim MWG Container aufgestellt, Klassen in ehemaligen Abstellräumen unterrichtet, „und der Keller musste wegen Schimmelbefalls komplett abgeriegelt werden“. Gote fürchtete, dass sich die Sanierung über mehr als zehn Jahre hinziehen und die Schulfamilie „stark belasten wird“. Es sei ein Unding, die Schule mit ihren Problemen alleinzulassen, rügte Gote die Verzögerungen. Schulleiterin Elisabeth Götz war gestern Nachmittag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

Konzert für Flöte, Stimme und Klavier
Aula, 22. November, 19 Uhr
Nordbayerischer Kurier — Donnerstag, 20. November 2014
Die drei in Bayreuth unterrichtenden Musikerinnen Helena Mosovski, Kirsten Obelgönner und Helene Frucht laden für Samstag, 22. November, 19 Uhr, zu einer „Musikalischen Soiree“ in die Aula des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums ein.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers
Auf dem Programm stehen musikalische Raritäten wie die vier „Shakespeare-Lieder“ von Betty Roe für Gesang, Flöte und Klavier, die „Dezember-Lieder“ von Maury Yeston, welche eine moderne Version der Winterreise von Franz Schubert darstellen, die „Grande Sonate concertante“ von Friedrich Kuhlau für Klavier und Flöte sowie Kompositionen von Händel, Saint-Saens und Massenet. Der Eintritt ist frei. red

Planungen für MWG-Generalsanierung können endlich beginnen
Bildungsminister Spaenle erteilt Planungsfreigabe für 1. Bauabschnitt
PM 409/2014 des StMBM,  Donnerstag, 20. November 2014
Bayerns Bildungs- und Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle erteilte nun den Planungsauftrag für den 1. Bauabschnitt zur Generalsanierung des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums in Bayreuth. Dieser umfasst den Abbruch der bestehenden Zweifach-Turnhalle, die Errichtung einer Dreifach-Turnhalle und eines Gebäudetrakts mit Fachklassen. Das Kostenvolumen für den ersten Bauabschnitt wird gegenwärtig mit rund 25 Millionen Euro beziffert.

Die Generalsanierung des Komplexes, für die ein Kostenvolumen von über 40 Millionen Euro angegeben ist, ist in zwei Bauabschnitte aufgeteilt und wird sich über mehrere Jahre erstrecken.

„Wir können jetzt den Einstieg in die Generalsanierung dieses traditionsreichen und renommierten Gymnasiums in staatlicher Trägerschaft realisieren“, freut sich Minister Spaenle. „Der Staat wird damit seiner Verantwortung als Sachaufwandsträger gerecht und investiert nachhaltig in eine ausgezeichnete Bildungsstätte.“

as Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium weist neben der Besonderheit eigener Klassen für sehr begabte Schülerinnen und Schüler die Besonderheit eines Internats mit 62 Plätzen auf. Rund 850 Schülerinnen und Schüler besuchen das Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium. Sie können hier zwischen den Ausbildungsrichtungen musisch und sprachlich wählen.

Entwicklungshelfer in Franken
Lehrer Eduard Stopfer wohnt in der Oberpfalz und arbeitet in Bayreuth – Mit den Kollegen versteht er sich gut
Von Elisa Wiesnet
Nordbayerischer Kurier Pegnitz — Freitag, 14. November 2014

„Was ist der Unterschied zwischen Lehrern und Gott? Gott weiß alles, Lehrer wissen alles besser!“ Ein Lehrer muss mit vielen Vorurteilen leben. Ein Mann, der jetzt aufgehört hat gegen die Klischees anzukämpfen, einfach nur noch seinen Beruf genießt und versucht, dass die Schüler am Unterricht Spaß haben, ist Eduard Stopfer. Die Serie „In der Oberpfalz dahoam, in Franken arbeiten“ geht weiter: In Bayreuth Lehrer und daheim in Vorbach, Vater und begeisterter Sportler – zwei Orte, zwei Welten.

Er ist Lehrer für Wirtschaft, Recht und Mathe. „Gerade im Fach Mathematik, für viele Schüler als Angstfach vorbesetzt, ist es Aufgabe des Lehrers, den Kindern die Lerninhalte in einer Weise nahe zu bringen, dass sie Spaß am Fach haben“, sagt Stopfer. Er versucht, auf die Schüler zuzugehen. Nach inzwischen nahezu 30 Berufsjahren am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium in Bayreuth hat er schon einiges an Erfahrung gesammelt. Seit einigen Jahren hat er als Stellvertreter des Schulleiters eine Aufgabe übernommen, bei der er in viele Bereiche der Verwaltung, der Organisation und der Schulentwicklung Einblicke erhalte, Verantwortung übernehme und mitgestalte.

„78 Prozent der Schüler können Mathe, ich gehöre zu den restlichen 28 Prozent“ – typische Sprüche von Schülern, die Probleme mit Mathe haben. Dennoch hat Eduard Stopfer Spaß an seinem Job: „Es freut mich, jeden Tag mit zum größten Teil interessierten und motivierten Kindern arbeiten zu dürfen. Ich wundere mich oft bei der Lektüre von Zeitungsmeldungen, die den Sittenverfall, die Aggressionen und zuweilen auch die Kriminalität in den Schulen thematisieren, und denke mir: Hallo, wo bin ich denn hier gelandet? An unserer Schule erlebe ich es nur ganz selten, dass es zu Disziplinlosigkeit kommt.“ Eine Geschichte, die er nie vergessen wird und ihn immer wieder motiviert, sich um die Schüler zu kümmern und ihnen zu helfen: „In einer meiner ersten 5. Klassen hatte ich eine Schülerin, die einfach nur überfordert war, in jedem Kernfach hatte sie Vierer und Fünfer. Ich habe sie dann in der elften Klasse wieder unterrichten dürfen. Am Ende hat sie das Abitur mit 2,0 souverän bestanden. Das hat mich damals sehr beeindruckt. Jeder muss seine Chance bekommen, und es gibt keinen Grund, die Flinte ins Korn zu werfen, wenn mal Schwierigkeiten auftreten.“

Stopfer kann von Glück sprechen, dass er so nahe an der Heimat untergebracht ist: „Nach meinem zweiten Staatsexamen im Jahr 1988 sagte mir der zuständige Referent, dass ich eine Stelle in München bekommen würde. Obwohl ich wusste, dass ich diese Stelle annehmen musste, pokerte ich etwas und sagte: Da will ich aber nicht hin. Haben Sie denn nichts in der Oberpfalz oder zur Not sogar in Oberfranken?“ Obwohl Stopfer keine Hoffnung hatte, kam irgendwann der Brief mit der Stelle in Bayreuth. Und mit seinen oberfränkischen Kollegen versteht er sich super.
„Ich war damals noch sehr jung, habe mich anfangs stark zurückgenommen und mir den Laden erst einmal angeschaut. Mit der Zeit habe ich die anfängliche Zurückhaltung nach und nach abgelegt und sehe nun meine Rolle als Entwicklungshelfer, der von der Oberpfalz nach Franken gesendet wurde, um hier zu helfen, die Rückstände aufzuholen“, sagt er lächelnd. Und ganz alleine ist er auch nicht mehr: „In der Zwischenzeit haben wir in unserem Kollegium bestimmt zehn bis 15 Pfälzer. Wenn ich Bewerbungen auf den Tisch bekomme, ist es auf jeden Fall kein Nachteil, wenn der Bewerber aus meiner Heimat kommt. Sogar einen gebürtigen Schlammersdorfer haben wir inzwischen bei uns an der Schule im Kollegium“, sagt der Oberpfälzer ganz stolz.

Und was fehlt bei einem Oberpfälzer nicht? Richtig, der Dialekt. Im Unterricht spiele er nicht die große Rolle, weil hier Hochdeutsch gesprochen wird. Aber die Schüler fänden es ganz lustig, wenn einmal ein Oberpfälzer Ausdruck herausrutsche. „Als ich vor einigen Jahren in Spanien auf dem Weg nach Santiago unterwegs war, traf ich einen Kaminkehrer aus der Nähe von Tirschenreuth. Wir sind natürlich in den Dialekt verfallen und er sagte mir ‚A Packl Fotzn is glei afgrissn.‘“, erzählt er. Die Leser der Oberpfälzer wissen jetzt natürlich sofort, was damit gemeint ist und für alle anderen gibt es hier die Übersetzung: „Wenn Du mit mir streiten willst, kannst Du ganz schnell eine Tracht Prügel haben.“

Was Franken von der Oberpfalz trennt, ist die heimatliche Gebundenheit. „Heimat ist da, wo ich mich wohlfühle, dort, wo meine Familie und meine Freunde sind, dort, wo ich mich in die Stille zurückziehen kann. Das ist mir zunehmend wichtig geworden, denn mein Beruf ist wunderschön, aber er ist eben auch sehr fordernd“, erklärt Eduard Stopfer. Daheim kann er dann seinen Hobbys, wie wandern, joggen, Rad fahren, lesen und politisieren nachgehen. Und als echter Mann habe er eine Schwäche für Fußball: „Ein bisschen für die fränkischen Vereine in der zweiten Liga, aber in erster Linie für die beste Vereinsmannschaft in Europa und immer auch die Spiele unseres Nationalteams.“

Dennoch kann er nicht sagen, wo er lieber ist, denn es gebe in beiden Regionen viele Menschen, in deren Anwesenheit er sich wohl fühle. Und es gebe hier und dort auch jemanden, wo dieses Wohlgefühl weniger intensiv ausgeprägt sei: „Vielleicht gibt es hier in der Oberpfalz mehr Menschen als anderswo, die über eine ausgeprägte Bodenständigkeit verfügen, die Herausforderungen unerschrocken angehen und die für jedes Problem nach einer Lösung suchen und auch eine finden. Und die auf den Boden bleiben, wenn ihnen etwas gut glückt. Aber natürlich gibt es diesen Menschentyp auch anderswo. Vielleicht beschreibe ich damit auch nur den Menschenschlag, bei dem ich mich besonders gut aufgehoben weiß.“

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

Das Band an der Hand
Pia ist elf Jahre alt und hat schon mehr als 50 Armbänder aus bunten Loom-Gummis gehäkelt
Von Eva Kröner
Nordbayerischer Kurier — Montag, 10. November 2014

Mein allererstes ging ein bisschen in die Hose“, sagt Pia und zeigt ein Armband mit einem dicken Klumpen neben dem Verschluss. „Da gab es am Anfang Kuddelmuddel.“ Grün, gelb und rosa: Diese Farben hat sich die Schülerin ausgesucht, als sie dieses erste Armband aus bunten Gummiringen gehäkelt hat. Pia ist elf Jahre alt und geht in die fünfte Klasse des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums. Sie bastelt gerne in ihrer Freizeit, die Armbänder aus Loom-Gummis hat sie in den letzten Sommerferien für sich entdeckt.

„Loom“ – das ist das englische Wort für Webstuhl. Und warum die Häkel-Gummis so heißen, dafür gibt es einen guten Grund: Erfunden hat die Bändchen ein Ingenieur aus dem amerikanischen Staat Michigan. Seine beiden Töchter knüpften Zuhause gerne Armbänder aus Haargummis. Deshalb baute er für sie einen kleinen Webstuhl, mit dem das noch besser funktionierte. Das Basteln darauf machte den Töchtern so viel Spaß, dass der Ingenieur viele Rahmen herstellen ließ, um sie zu verkaufen. Dazu packte er die kleinen Gummiringe in bunten Regenbogenfarben. Regenbogen heißt auf Englisch „rainbow“.

In Amerika wurde „Rainbow Loom“ schnell das Lieblingsspielzeug vieler Kinder. Jetzt ist das Loom-Fieber auch in Deutschland angekommen. „Den Webrahmen braucht man aber nicht unbedingt, um ein Armband zu machen“, sagt Pia, „das geht viel einfacher mit den Fingern. Und für die Bändchen, die enger gewebt werden, nehme ich die rote Gabel und eine Häkelnadel als Werkzeug.“ Nur zehn Minuten arbeitet Pia an einem lockeren Band, an einem engeren 20 Minuten.
Kuddelmuddel gibt es schon lange nicht mehr, denn mittlerweile hat die Elfjährige viel Übung. Mehr als 50 Armbänder hat sie schon gehäkelt. Und die meisten verschenkt, zum Beispiel an ihre Mutter: Für sie hat Pia Bändchen in schwarz-weiß geknüpft, „passend zu ihrer Kleidung, damit sie die Armbänder auch auf der Arbeit tragen kann“.

An den Loom-Gummis haben manche Bastler so viel Spaß, dass sie sogar ganze Kleidungsstücke daraus herstellen. Eine Engländerin zum Beispiel hat ein buntes Kleid gehäkelt, das bis zum Knie reicht und das man richtig anziehen kann. Fast vier Wochen hat sie daran gearbeitet und 240 000 Gummis verbraucht. Andere weben Taschen, Sandalen, Puppenkleider oder kleine Gummitiere.

Pia plant als nächstes Armbänder in den Deutschland-Farben schwarz, rot und gold. Ihre Familie versammelt sich nämlich gerne zum Fußballgucken vor dem Fernseher, auch mal mit Freunden. „Dann machen wir dazu Essen und ein richtiges Fußballfest.“ Für diese Feste häkelt Pia zur Zeit sechs Armbänder, für sich, ihre Eltern und die drei Geschwister. „Obwohl“, sagt sie, „ich mir eigentlich nicht vorstellen kann, dass mein Bruder ein Armband anzieht. Auch nicht, wenn es Fußballfarben hat.“



Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

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