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Damit die Ladezeiten nicht zu groß werden, sind die Meldungen und Nachrichten rund um's MWG und die MWGler zu Monatsdateien zusammengefaßt. Die Links sind chronologisch absteigend von links nach rechts sortiert. Es gibt auch eine komplette Link-Liste zu allen Beiträgen, die nicht mehr über die Eingangsseite erreichbar sind.
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Vor 25 Jahren
Nordbayerischer Kurier — Freitag, 28. Februar 2014
Rudolf Grenz, Oberstudiendirektor des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums, verabschiedete sich aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Grenz hatte fast neun Jahre der Schule als Direktor vorgestanden. 1980 war sein Vorgänger und Schulfreund Heinrich Wührl plötzlich verstorben. Daraufhin übernahm Grenz die Leitung der Schule. Wie der Nordbayerische Kurier am 28. Februar 1989 berichtete, trat Grenz seinen Dienst an, als die Schule zu einem klassischen neunstufigen Gymnasium wurde.

In seinem Antrittsjahr begann außerdem die siebenjährige Sanierung des historischen Schulgebäudes an der Königsallee.
Es befand sich in einem so heruntergekommenen Zustand, dass Grenz sogar drohen musste, den Unterricht einzustellen, um eine Sanierung genehmigt zu bekommen. Doch der Schulbetrieb ging weiter, parallel zu den Sanierungsmaßnahmen. So zogen sich die Bauarbeiten in die Länge, erschwert durch die Einschränkungen des Denkmalschutzes, unter dem das Gebäude auch heute noch steht. Grenz lobte beim Abschied die Höflichkeit, Selbstständigkeit und Offenheit seiner Schüler, die ihm immer Respekt abgenötigt hätten. Er wünschte der Schule ein Schulklima, in dem junge Menschen mit Mut zur Eigenverantwortlichkeit heranwachsen können.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

Die große Lust am Lesen
Spannender Wettbewerb im RW 21: Isabella Hones gewinnt den Bayreuther Stadt-Entscheid im Vorlesen
Nordbayerischer Kurier — Montag, 24. Februar 2014
An die Bücher, fertig – los! Lust am Lesen, das bewiesen die Teilnehmer des Lesewettbewerbs Bayreuth-Stadt, der jetzt im RW21 stattfand – ausgerichtet von der Markgrafen-Buchhandlung mit Unterstützung der Stadtbibliothek im RW21. Die besten Leser aus den Mittel-, den Realschulen und den Gymnasien lieferten sich beim Lesewettbewerb Bayreuth-Stadt ein spannendes Vorleseduell.

Sieben Schulsieger waren mit einem von ihnen ausgewählten Text ins RW 21 gekommen, um mit ausgefeilter Lesetechnik und spannender Interpretation unter reger Anteilnahme der Eltern, Freunde und Lehrer, die sie tatkräftig unterstützten, die fünfköpfige Jury von ihrem Talent zu überzeugen. Da ging es mal witzig auf der Lesebühne zu, etwa als Jael Gallert (Graf-Münster-Gymnasium, GMG) ein Abenteuer von „Conni & Co.“ las, oder Antonia Schwenk vom Richard-Wagner-Gymnasium (RWG) das „Sams“ auftreten ließ, so dass dem Auditorium wirklich zum Schmunzeln war.

Aber es kam auch Spannung auf bei Milina Körber (Mittelschule Bayreuth-Altstadt), die in die Welt der „Vampirschwestern“ entführte, bei Marina Kreutzer (Gymnasium Christian-Ernestinum, GCE) und ihren „Warrior Cats“ und Isabella Hones (Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium, MWG), die mit einer Passage aus dem „Haus der verschwundenen Jahre“ fesselte.
Mit dem schönen Text vom Zähmen des Fuchses aus „Der Kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry, den Lucca Pollety (Wirtschaftswissenschaftliches Gymnasium, WWG) gewählt hatte, wurde es sogar poetisch. Schweren Stoff traute sich Janina Lanz (Johannes-Kepler-Realschule) zu, die aus dem Schuldrama „Schrei in der Stille“ las.

Nach der für alle wohlverdienten Pause ging es aufs Ganze, denn nun stand der unbekannte Text auf dem Plan. Hier sollte sich zeigen, wer auch dann, wenn er einen neuen Text vor großer Zuhörerschaft vortragen soll, die gleiche Spannung aufbauen kann, die Figuren genauso gut herausarbeitet und mit der gleichen Verve vorträgt wie im vertrauten Buch. Es war ein harter Kampf, aber zum Schluss überzeugte Isabella Hones beim Rezitieren aus der lustig-skurrilen Geschichte „Herr und Frau Hase – Die Superdetektive“. Sie wird Bayreuth im Oberfranken-Entscheid vertreten. red


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Isabella Hones las am besten: Sie gewann den Vorlesewettbewerb und fand sich gut mit dem ihr unbekannten Text zurecht. Foto: red

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„Abend der Offenen Tür“ zur Information über die Hochbegabtenförderung am MWG
für Eltern, Kinder und Interessierte am 24.02.2014, 19 Uhr in der Aula
MWG-Pressemitteilung 6 im Schuljahr 2013/2014
Die Klassen der Hochbegabtenförderung von Jahrgangsstufe 5 bis 9 laden Eltern und deren Kinder sowie interessierte Lehrkräfte herzlich ein, sich am Montag, den 24. Februar 2014 um 19 Uhr in der Aula der Schule einen Einblick in Schule und Unterricht zu verschaffen.

Die einzelnen Klassen 5 bis 9 stellen sich vor, präsentieren Unterrichtsergebnisse und führen die interessierten Kinder durch die Schule und durch das Internat.

Eltern und Lehrkräfte können an runden Tischen das Gespräch suchen und sich mit erfahrenen Eltern, deren Kinder bereits eine Hochbegabtenklasse besuchen, mit Lehrkräften und Schulleitung, mit Internatsleitung und
mit der Schulpsychologin zu allen Themen austauschen. Auch Schülerinnen und Schüler aus den Hochbegabtenklassen selbst kommen dort zu Wort. Führungen durch die Schule und das Internat ergänzen das Angebot.

Information
Bereits im sechsten Jahr bietet das Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium in Bayreuth zum kommenden Schuljahr eine Eingangsklasse mit spezieller Hochbegabtenförderung für Schülerinnen und Schüler in Oberfranken an.
Dies ist die einmalige Gelegenheit für hochbegabte Schülerinnen und Schüler aus ganz Oberfranken und speziell aus der Region um Bayreuth, zusammen in einer kleinen Klasse eine besondere Förderung, Zusatzangebote, außergewöhnliche Unterrichtsmethoden und einen besonderen Teamgeist zu erleben und das Gymnasium zu durchlaufen.

Quereinstieg
Da das Gymnasium derzeit bereits fünf Klassen in den Jahrgangsstufen 5 bis 9 eingerichtet hat, können für das kommende Schuljahr 2014/2015 hochbegabte Schülerinnen und Schüler dann in die Klassen 5 bis 10 aufgenommen werden.

Eine Voranmeldung für den Abend ist nicht erforderlich. Eingeladen sind alle interessierten Eltern  zusammen mit ihren Kindern und Lehrkräfte in Oberfranken. Informationen finden Sie auch auf der Homepage der Schule unter www.mwg-bayreuth.de.

Die Anmeldefrist für eine Aufnahme in die Hochbegabtenklassen läuft bis zum 28. März 2014. Anmeldeformulare sind an diesem Abend, in der Schule oder über die Homepage zu erhalten.

gez.
Elisabeth Götz, OStDin und Dr. Marcus Mühlnikel, StR, Projektleiter

Klassenkonzert der Klasse 7e
Freitag, 21. Februar 2014
Die gesamte Schulfamilie war herzlich eingeladen!

Zwar erschien die Überschneidung mit dem
SMV-Filmabend im ersten Augenblick als etwas unglücklich, aber die Schüler konnten die Fühlungsvorteile beider Veranstaltungen gut nutzen.

Klassenkonzert 7e Klassenkonzert 7e Klassenkonzert 7e

Mehr Fotos per E-Mail bzw. Download unter E-Mail.

Erster PeSo-Elternabend
Quelle: Elterninfo — 4. Februar 2014
Seit Beginn des Hochbegabtenzweiges gibt es am MWG ein neues Unterrichtsfach: PeSo – Personale und Soziale Kompetenzen.

Dem Ziel gemäß, bewährte Neuerungen im Hochbegabtenzweig der gesamten Schule zukommen zu lassen, gibt es seit drei Jahren für alle 5. Klassen das Angebot, PeSo als Wahlfach zu belegen, was sehr gut angenommen wird – in diesem Jahr mit etwa 50 % Beteiligung!

Die PeSo-Lehrkräfte bieten nun zum ersten Mal den Eltern einen Eltern-PeSo-Abend an.
Es wird keinen theoretischen Vortragsabend geben, sondern die Eltern sollen mit den Lehrern zusammen PeSo erleben und kennenlernen.
 
Um besser planen zu können, melden Sie sich bitte bei den entsprechen Lehrkräften an.


Mittwoch, den 26.02.2014, um 19 Uhr
in Raum E31 am MWG


Wieder mehr Zeit für Gymnasiasten
Staatsregierung erwägt offenbar neues Konzept – Elternbeiratsvorsitzende fänden eine Rückkehr zum G9 gut
Von Elmar Schatz
Nordbayerischer Kurier —
Samstag, 15. Februar 2014
Die Staatsregierung plant offenbar ein eigenes Konzept, nachdem es die Freien Wähler geschafft haben, die erforderlichen 25000 Unterschriften für ein Volksbegehren zu sammeln, mit dem im Kern die Wahlfreiheit zwischen acht- und neunjährigem Gymnasium erreicht werden soll. Das G8 solle aber die Regel bleiben, verlautet aus München.

Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte berichtet, in der Staatsregierung würden die Weichen gestellt, um das unbeliebte Turbo-Abitur wieder abzuschaffen. Die Staatskanzlei betont jedoch: „Überlegungen oder Vorbereitungen zu einer Rückkehr zum G9 gibt es nicht.“ Die CSU-Fraktion erklärt: „Es bleibt beim G8 mit seinen flexiblen Möglichkeiten der individuellen Förderung, und es gibt keine Rückkehr zum G9.“

Zurück zum G9, das wäre für so eine komplexe Frage eine zu einfache Aussage, so Franz Eisentraut, Schulleiter des Bayreuther Gymnasiums Christian-Ernestinum (GCE), gegenüber dem Kurier. Ins G8 seien inzwischen Dinge eingebaut worden, um das gymnasiale Bildungsziel nicht in Gefahr zu bringen. Eisentraut betont: „Eine gewisse Reife braucht eine gewisse Zeit. Wir beobachten schon, dass die Oberstufen-Schüler sehr stark gefordert werden.“ Der Lernende brauche Zeit, um die Lerninhalte reflektierend hinterfragen zu können. Eisentraut nennt ein Beispiel: „Ein Naturwissenschaftler muss nicht nur wissen, was er kann, sondern vor allem auch, was er darf.“ Da es um das Wichtigste überhaupt – die Zukunft unserer Kinder – gehe, stehe die Bildungspolitik zu Recht immer wieder im kritischen Fokus der Öffentlichkeit. „Sowohl aus Schüler- als auch aus Elternsicht wäre eine Rückkehr zum G9 zu begrüßen, sofern für einzelne Schüler die Möglichkeit bleibt, die Schulzeit zu verkürzen“, so der Elternbeiratsvorsitzende am GCE, Thomas A. Dufner. Der Grundsatz, der wohl 99 Prozent der Fälle eher gerecht werde, sei das neunjährige Gymnasium. Gewisse Stoffe und Themen setzten einfach einen gewissen Reifegrad voraus. Dufner: „Die Rückkehr zum G9 wäre meines Erachtens nicht nur leicht, sondern auch in einem überschaubaren Rahmen zu bewerkstelligen, da dies über eine zeitliche Streckung des Lehrplanes insbesondere in den Jahrgangsstufen 9 bis 11 in Verbindung mit einer behutsamen Erweiterung und Vertiefung relevanter Inhalte in den beiden letzten Jahrgangsstufen 12 und 13 einhergehen könnte. In jedem Fall würde damit der Druck aus der Jahrgangsstufe 11 herausgenommen werden, der viele leistungsbereite und leistungswillige Schüler an ihre Grenzen bringt.“

„Prinzipiell finde ich aus eigener Erfahrung mit unseren Kindern (alles Jungs) das G9 besser“, erklärt Claudia Dollinger, erste Vorsitzende des Schulforums am Graf-Münster-Gymnasium in Bayreuth.
„Die G-8-Kinder (besonders die Jungen) sind unreifer und verlieren das ,gewonnene‘ Jahr anschließend wieder, weil sie nicht wissen, was sie studieren sollen. Und wenn doch, kann es sein, dass ein noch 17jähriger Junge sich plötzlich in einer Großstadt zum Studium wiederfindet, dort aber mit allem überfordert ist.“  Ein neuer Reformansatz würde jedoch wieder neue Irritationen bringen, so Dollinger. „Dieser Zickzack-Kurs des Kultusministers ist nicht mehr nachvollziehbar.“


Kommentar von Henry Stern
Baustelle Schule
G8

Schulpolitik scheint in Bayern zum Daueraufreger zu werden: Kaum haben sich die Wellen um die wieder aufgehobenen Streichungen von Lehrerstellen gelegt, rückt das Gymnasium in den Fokus. Allerdings könnten sich Hoffnungen von einer schnellen Rückkehr zum G9 als verfrüht erweisen.

Worum geht es? Die Freien Wähler wollen bekanntlich ein Volksbegehren, das im Kern eine Wahlfreiheit zwischen achtstufigem und neunstufigem Gymnasium verspricht. Dieser Vorstoß könnte rechtlich angreifbar sein, weil er im Staatshaushalt zusätzliche Kosten verursachen könnte. Die Staatsregierung ist aber offenbar entschlossen, aus politischen Gründen auf ein Veto zu verzichten, wenn dieses rechtlich nicht zwingend geboten ist. Gleichzeitig aber hält man im Kultusministerium den Freie-Wähler-Vorschlag für ebenso erfolgversprechend wie unzulänglich.

Vor allem die Warnung, dass die versprochene Zweigleisigkeit nicht nur kleine Gymnasien überfordert und eine Wahlfreiheit deshalb nur in größeren Städten realisiert werden könnte, wird von seriösen Bildungsforschern geteilt.

Dem Vernehmen nach denkt die Seehofer-Regierung längst darüber nach, dem Volksbegehren mit einem eigenen Reformvorschlag im Schulterschluss mit Lehrer- und Elternverbänden das Wasser abzugraben.

Was dabei herauskommt, ist noch völlig offen. Eine direkte Rückkehr zum G9 ist aber eher unwahrscheinlich. Eine fortgesetzte Dauerreform mit erneuter Doppelstruktur brächte die Schulen wieder an die Schmerzgrenze. Eine konsequent umgesetzte individuelle Förderung der Schüler könnte dazu führen, dass die Regelschulzeit letztlich gar keine entscheidende Rolle mehr spielt. Ob aber in einer zunehmend an Stimmungen und Stimmen ausgerichteten Landespolitik noch Raum bleibt für nüchterne Analysen, wird sich erst zeigen.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

Nur noch ein bisschen G8?
Gymnasien: Es gibt Hinweise, dass die Staatsregierung ihren Kurs korrigieren könnte
Von Christoph Trost, dpa, und Elmar Schatz
Nordbayerischer Kurier — Samstag, 15. Februar 2014

Horst Seehofers Worte waren an Eindeutigkeit kaum zu überbieten. „Es wird kein G9 geben“, sagte der Ministerpräsident im Dezember im Landtag. „Es wird immer nur darum gehen, den Schülern und Schülerinnen, die mehr Lernzeit brauchen, auch diese Lernzeit zu geben – und denjenigen, die in acht Jahren fertig sein können, diese Chance auch nicht zu nehmen.“ Und dann sagte der CSU-Chef einen warnenden Satz zu einem möglichen Nebeneinander von G8 und G9: „Das gefährdet die Versorgung am flachen Land.“

Nun sieht es danach aus, als könnte die Regierung ihren Kurs etwas korrigieren: Angesichts des Dauerstreits um das Gymnasium wird nicht ausgeschlossen, mehr Schülern als bisher eine neunjährige Gymnasialzeit zu ermöglichen. Angetrieben und beschleunigt werden derlei Überlegungen durch das geplante Volksbegehren der Freien Wähler, mit dem diese eine Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 erreichen wollen. Dem wolle man möglicherweise ein eigenes Alternativkonzept entgegensetzen, verlautet aus CSU-Kreisen – zumal das Freie-Wähler-Konzept für untauglich gehalten wird. Es sei die Frage, ob man „etwas Neues“ brauche, also ein neues Angebot neben dem G8.

Ex-CSU-Chef Erwin Huber betont: „Wir haben das G8 mit guten Gründen eingeführt. Es gibt gar keinen Anlass, daran etwas zu ändern.“ Die CSU beziehe ihr Vertrauenspotential „auch aus Kontinuität und Verlässlichkeit“. Möglicherweise wird die Staatsregierung nicht umhin kommen, dem Konzept der Freien Wähler etwas entgegenzusetzen. Denn dass es zum Volksbegehren kommt, ist zu 99 Prozent sicher: Die 25000 Unterschriften haben die Freien Wähler, und das Innenministerium wird dem Antrag am Ende voraussichtlich stattgeben. Wenn sich genügend Wahlberechtigte an dem Volksbegehren beteiligen, kommt es zum Volksentscheid – mit offenem Ausgang.

Schüler, Eltern und Lehrer schimpfen nach wie vor über das G8 – vor allem wegen des hohen Zeit- und Leistungsdrucks. „Ich bin gegen das G8, weil zu wenig Zeit für Außerschulisches bleibt“, erklärt Jürgen Redi Redetzky, Elternbeiratsvorsitzender am Bayreuther Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium (MWG). „Gerade auch an einem Gymnasium mit einem musischen Zweig merkt man das deutlich. Der Schulstoff selber wird zu oft zum Selbstzweck; Schüler sprechen da von Bulimielernen.“
Die Staatsregierung hat zwei Möglichkeiten: Entweder sie sagt lediglich „Nein“ zum Konzept der Freien Wähler und der Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 – und nimmt die Gefahr in Kauf, zu unterliegen. Oder sie erarbeitet ein eigenes Alternativkonzept – um damit gegen das Modell der Freien Wähler ins Rennen zu gehen. Das wäre wohl die bessere Alternative, sagen die einen. Nein, die CSU müsse standhaft bleiben, sagen die anderen – offenbar die Mehrheit. Wenn das Volk am Ende anders entscheide, dann sei das eben so.

Fakt ist aber, dass das neu eingeführte „Flexibilisierungsjahr“ kein Kassenschlager ist. Schüler dürfen im Bedarfsfall in der Mittelstufe ein zusätzliches Schuljahr einlegen. Das Angebot wird aber nur spärlich angenommen. „Es werden nicht viel mehr als 300, 400 Schüler sein“, sagte kürzlich der Präsident des Deutschen Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger. Aus dem Kultusministerium hieß es daraufhin, das Flexijahr sei nie für massenhafte Nachfrage gedacht gewesen: „Die große Mehrheit der Schüler kommt am G8 gut zurecht.“

Ein gewisse Bedeutung scheint für die Staatsregierung die Meinung der bayerischen Gymnasiallehrer zu haben. Die haben ein eigenes G9-Konzept angekündigt. Das G8 aufgeben wollen sie aber nicht, wie der Chef des Philologenverbandes (bpv), Max Schmidt, betont. Ihm persönlich schwebt ein Konzept vor, das den Schülern zwischen der Mittel- und Oberstufe die Möglichkeit gibt, sich ein Jahr mehr Zeit zu nehmen. „Es braucht ein einfaches Modell.“ Und das sei das Flexijahr eben nicht. Im Sommer soll das bpv-Konzept stehen.

„Erfolgreiches Lernen gelingt nicht im Gleichschritt, sondern in der persönlich passenden Geschwindigkeit und in angstfreier Atmosphäre“, betont Ernst Wilhelm, der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Oberfranken. „Deshalb sollten sich Schüler/innen dann zu Prüfungen anmelden können, wenn sie sich sicher fühlen im jeweiligen Lernbereich.“ Wilhelm erklärt: „Ich plädiere weder für G8 noch G9, sondern für zehn Jahre gemeinsamen Schulbesuch (einschließlich Grundschule) und danach zwei bis vier Jahre Zeit für den Abschluss einer gymnasialen Oberstufe.“


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Neue Taktik für die Sportstadt
Stadtrat gibt Geld für ein Sportstättenkonzept frei – Planung für Dreifach-Turnhalle soll in diesem Jahr konkret werden
Nordbayerischer Kurier — Dienstag, 11. Februar 2014
Braucht es das? Und was bringt es? Nur wieder ein Konzept mehr, das in der Schublade landet? Stephan Müller war dagegen. Gegen ein Sportstättenkonzept, das erst einmal 15000 Euro kosten wird und nach Meinung des Fraktionsvorsitzenden der Bayreuther Gemeinschaft doch nur zeigen werde, was im Sportamt längst bekannt ist und was sich die Stadt am Ende nicht leisten kann. Eine knappe Mehrheit im Stadtrat sah das anders. Im Haushalt ist jetzt Geld für ein Bayreuther Sportstättenkonzept eingeplant.

Die Verantwortlichen der Sportvereine kennen das Problem: Bayreuth hat zu wenig Hallen, Plätze, Sportstätten. Aber vielleicht lässt sich die Not durch bessere Koordination und durch Zusammenarbeit lindern. Deshalb fordern sie den Überblick. Ein Sportstättenkonzept soll her, das auf einer Bestandsaufnahme beruht. Was hat die Stadt zu bieten? Welche Sportstätten sind in staatlicher Hand? Was haben private Anbieter in petto? Wie lässt sich all das clever zusammenführen? Und was braucht die Sportstadt demzufolge in Zukunft wirklich? Die Stadträte Thomas Hacker (FDP) und Christian Wedlich machten daraus einen Antrag, der es gestern in die Haushaltsberatungen schaffte.


Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

Sie mussten sich Kritik anhören: „Bevor wir neue Aufgaben anpacken, sollten wir erst einmal die alten abarbeiten“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzende Christa Müller-Feuerstein. 2007 habe der Stadtrat die Sanierung des Hans-Walter-Wild-Stadions beschlossen, geschehen sei nichts. Und solange nicht feststehe, ob 15 000 Euro für ein Konzept, das in Zusammenarbeit mit den Sportwissenschaftler der Universität entstehen soll, reichen, sei die Sache nicht entscheidungsreif, sagt Elisabeth Zagel (SPD). Falscher Ansatz, meinen Hacker und Wedlich. Nicht immer klein-klein spielen. „Der Blick über den Tellerrand schadet nicht“, sagt Hacker. Zumal das Konzept nicht nur Defizite aufdeckt, Investitionsbedarf aufzeigt. Es hat auch das Zeug dazu, der Stadt Geld zu sparen. Wenn die Sportstätten besser genutzt werden, ersetzt das vielleicht einen Neubau. Ansatzpunkte dafür gibt es. Beispiel: Der FC-Platz liegt gleich neben dem MWG und der Jean-Paul-Schule, das kann dem Schulsport helfen. Und: Ein Sportstättenkonzept bremst weder den Umbau des Stadions noch den lang ersehnten Neubau einer Dreifach-Turnhalle. Die nächsten Schritte sind klar, so Hacker. „Uns geht es um den übernächsten.“ Für das Stadion sieht der Haushalt 2014 gut 500000 Euro vor. Für Entwässerung, nicht in erster Linie für bessere Trainingsmöglichkeiten. Ob sich das 2015 ändert, läßt Baudirektor Hans-Dieter Striedl offen: „Das hängt vom Volumen des nächsten Haushaltes ab.“ Konkreter geht es offenbar beim Bau der neuen Dreifach-Turnhalle voran. Jene 100000 Euro, die seit einem Jahr im Haushalt schlummern, sollen heuer für Planungen ausgegeben werden. „Damit wir eine Kostenschätzung haben und die Investition für den Haushalt 2015 anmelden können“, sagt Striedl. fs


Gegen Ideen von gestern
Die Klasse 10 a des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums gewinnt den ersten Preis beim Schülerwettbewerb zur politischen Bildung
Von Martina Bay
Nordbayerischer Kurier — Samstag, 8. Februar 2014

Die Zahl 88 ist nicht einfach nur eine normale Zahl. Unter Neonazis wird sie als getarnter Hitlergruß verwendet: Das H ist der achte Buchstabe des Alphabets. HH steht für „Heil Hitler“. „Darauf achte ich jetzt viel bewusster, wenn ich ein T-Shirt mit der Zahl 88 sehe“, sagt Johanna Redetzky.

Die Schülerin des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums (MWG) hat zusammen mit ihrer Klasse 10 a beim Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung teilgenommen und mit ihrem Beitrag zum vorgegebenen Thema „Achtung, rechte Szene“ den ersten Preis der Klassen acht bis elf gewonnen. Im Mai fahren die Zehntklässler nach Berlin, wo sie unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) treffen.

Die Schüler haben sechs Plakate eingereicht. Im November hatten die Schüler die Plakate auch in der Aula des MWG ausgestellt. „Versteckspiele“ nannten sie ihre Ausstellung, weil die Rechten immer mal wieder versuchen, dort aufzutauchen, wo man sie nicht vermutet, zum Beispiel im Sport, in der Politik, in der Modebranche oder in der Musik. Ein Plakat zeigt den Umriss von Bayern. Darauf sind alle Orte abgebildet, in denen rechtsextreme Bands zu Hause sind.

Ein anderes Plakat ist wie eine Collage gemacht und erklärt die Codes und Zahlen der Rechtsextremen. Dazu gehört beispielsweise die Zahl 18. Der erste und der achte Buchstabe des Alphabets stehen als Synonym für die Initialen von Adolf Hitler. Oder die Zahl 28. Sie steht für blood and honour (Blut und Ehre). Dabei handelt es sich um ein rechtsextremes Netzwerk. Man geht davon aus, dass dem Netzwerk bis zu 10 000 Mitglieder weltweit angehören.


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Während ihrer Projektarbeit arbeitete die Klasse eng mit dem Verein Buntes Warmensteinach zusammen. Im Jahr 2008 entstand der Verein aus einer Bürgerinitiative, die den Kauf einer Gaststätte durch die NPD in Warmensteinach verhinderte (wie berichtet). Die NPD wollte dort ein Schulungs- und Familienzentrum einrichten. Der Verein vermittelte auch den Kontakt zu Felix Benneckenstein, einem ehemaligen Nazi. Er besuchte im November die gesamte Jahrgangsstufe 10 und sprach über seine Erfahrungen.

„Ich finde es krass, wie sich Menschen unbewusst beeinflussen lassen und nicht mehr merken, wie sie in die Szene reinrutschen“, sagt Luisa Peter. Durch den Gruppenzwang werde dem Einzelnen eine bestimmte Rolle in der Szene zugeteilt. Maresa Olschner ist die Klassenlehrerin und Initiatorin des Projekts. „Das Thema ist aktuell und vom Nationalsozialistischen Untergrund hat jeder schon einmal was gehört“, sagt Olschner. Zu Beginn des Schuljahres bildeten die Schüler Gruppen und bearbeiteten verschiedene Themenschwerpunkte wie Sport und Rechtsextremismus oder Musik und Rechtsextremismus. „Wir haben uns von einer rechtsextremistischen Band ein Musikstück angehört. Die Melodie war ganz okay, aber als ich den Text dazu gelesen habe, war ich ganz erschüttert“, sagt Ramona Scherer.


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Junge Preisträger: Die Klasse 10 a aus dem MWG  mit ihrer Klassenlehrerein Maresa Olschner (letzte Reihe, Fünfte von links) erreichte beim Schülerwettbewerb zur politischen Bildung den ersten Platz. Foto: Harbach

Siehe auch
KM-Pressemintteilung vom 5. Februar 2014 habe


Sie waren dabei beim Preisträgerkonzert in der Musikschule
Nordbayerischer Kurier — Montag, 3. Februar 2014
Sie haben ein Wochenende voller Musik hinter sich – und sie haben sich durchgesetzt: Die 39 Kinder und Jugendlichen auf dem Foto versammelten sich gestern Abend vor dem großen Preisträgerkonzert im Richard-Wagner-Saal der Städtischen Musikschule für den Fotografen, bevor sie im voll besetzten Saal auftraten und ihr Können zeigten. Sie hatten am Samstag und am Sonntag bereits vor der Jury des Regionalwettbewerbs Jugend musiziert ihre Auftritte – an ihren Instrumenten Trompete, Klavier, Violine, Querflöte, Oboe, Fagott, Horn, Violoncello und im Fach Gesang.
Preisträgerkonzert „Jugend musiziert“ Wer's etwas genauer
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Foto: Harbach

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Dabei sein ist alles ...
... aber gewinnen ist noch schöner! Anna-Lena, Silas und Sinah haben einen ersten Preis bei „Jugend musiziert“ geschafft
Von Eric Waha
Nordbayerischer Kurier — Montag, 3. Februar 2014

Am Wochenende fand in der Städtischen Musikschule der Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ statt. 80 Musiker und Musikerinnen im Alter von sechs bis 24 Jahren machten mit – darunter das Geigen-Trio Anna-Lena, Sinah und Silas.

„Puh! Geschafft!“ Anna-Lena, Silas und Sinah sind erleichtert. Und ausgelassen. „Ganz am Anfang habe ich gedacht, die Zuschauer würden aus dem Saal rennen, so haben wir gequietscht“, erzählt Silas kichernd. Ganz am Anfang, das war vergangenen September. Damals probte das Geigentrio zum ersten Mal für den Regionalwettbewerb Jugend musiziert. Gestern war es soweit. Um 9 Uhr trafen sie sich für eine letzte Probe mit ihrer Geigenlehrerin. Um 9.15 hatten sie Saalprobe, das heißt, sie durften für fünf Minuten im Richard-Wagner-Saal der Musikschule spielen. Um 9.30 Uhr ging es um die Wurst: Sie spielten vor der Jury und dem kleinen Publikum, das sich schon versammelt hatte.

Die Kurier-Kinderseite hat sie befragt. Davor, dabei und danach. Soviel vorab: Das Üben hat sich gelohnt. Es ist niemand aus dem Saal gerannt! Ganz im Gegenteil.

Davor
„Hoffnung habe ich natürlich schon“, sagte Anna-Lena vier Tage vor dem Wettbewerb. „Aber das mit dem Gewinnen ist so eine Sache. Wenn wir zum Beispiel gute Punkte haben, finden wir das auch schon gut.“ Die drei sind also auf alles gefasst und gehen ihren ersten Wettbewerb als Trio nach dem Motto „dabei sein ist alles“ an. Gemeinsam zu spielen, macht sehr viel Spaß, erzählt Anna-Lena, aber es kann natürlich auch mehr schief gehen, jeder Einsatz muss passen.

Anna Lena ist zehn Jahre alt und spielt schon seit fast fünf Jahren Geige. Silas ist neun Jahre alt und spielt seit vier Jahren Geige, Sinah ist acht Jahre alt und geigt seit drei Jahren. Normalerweise haben sie einmal pro Woche Unterricht, dieses Jahr kamen die Trio-Proben noch dazu. Nur Anna-Lena hat schon einmal mitgemacht bei Jugend musiziert – im vergangenen Jahr als Solistin. Deshalb ist sie diesmal nicht mehr ganz so aufgeregt, sagt sie.

Dabei
„Heute früh um halb Sieben hat sie alles noch mal durchgespielt“, verrät Anna-Lenas Papa, während die drei vom Geigentrio ein letztes Mal gemeinsam proben. Mit hochkonzentrierten Gesichtern kommen sie endlich in den Saal. Anna-Lena gibt das Signal für den Einsatz und los geht’s. Sie spielen und spielen und spielen. Acht Minuten lang. Sie wirken dabei so was von cool. Anschließend gibt es Applaus, die drei verbeugen sich sehr professionell und setzen sich glücklich ins Publikum, um dem nächsten Ensemble zu lauschen. Das macht sie allerdings erst einmal sprachlos. „Sind die gut!“, sagen sie später. Die starten aber auch in der ältesten Klasse. Unser Trio gehört zu den Zweitjüngsten.


Danach
„Wir sind schon zufrieden gewesen, doch wenn man das hört!“ – Sinah, Silas und Anna-Lena sind immer noch schwer beeindruckt von den Musikern nach ihnen. Nach zwei Minuten können sie aber wieder über sich selber kichern. „Mann, ich hab einmal einen Fehler gespielt, weil ich eine Wiederholung vergessen habe!“, erzählt Silas. „Ich bin auch mal rausgekommen“, sagt Sinah. Aber beide haben das Kunststück geschafft, wieder zurückzufinden. Anna-Lena ist kein Schnitzer passiert – damit hat sie es geschafft, die zwei Jüngeren mit einer stabilen ersten Stimme durchs Stück zu führen.

Schon steigt die Spannung wieder: Die Jury will in wenigen Minuten die Ergebnisse bekannt geben. Silas, Sinah und Anna-Lena gucken schon wieder ganz konzentriert – und strahlen schließlich. Sie haben einen ersten Preis geschafft! „Unbedingt weiterspielen“, wünscht sich der Jury-Sprecher. Damit sie beim nächsten Mal vielleicht den Sprung zum Landeswettbewerb schaffen. Den gibt es für so junge Musiker noch nicht.

Erster Preis, das bedeutet für die drei vor allem eines: Nach dem Vorspiel ist vor dem Vorspiel. Sie durften gestern Abend beim Preisträgerkonzert noch einmal geigen. Ohne Jury, dafür vor großem Publikum. Und auch das ist nicht aus dem Saal gerannt. Sondern hat kräftig applaudiert. ral


Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

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