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Damit die Ladezeiten nicht zu groß werden, sind die Meldungen und Nachrichten rund um's MWG und die MWGler zu Monatsdateien zusammengefaßt. Die Links sind chronologisch absteigend von links nach rechts sortiert. Es gibt auch eine komplette Link-Liste zu allen Beiträgen, die nicht mehr über die Eingangsseite erreichbar sind.
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Pegnitzer trotzten dem „Schneechaos“
Im Gegensatz zu Bayreuth hielten Schulen hier am Gesundheitstag fest – Fitnessparcours und Qigong
PEGNITZ
Nordbayerischer Kurier — Dienstag, 25. November 2008

Während man für die Gymnasien und Realschulen in Bayreuth schon am Freitag mit Blick auf ein vermeintliches Schneechaos den bayernweit ausgelobten besonderen Schultag am Samstag absagte, trotzten die Pegnitzer Schulen dem Wintereinbruch. Angesichts der aufwendigen Vorbereitungen für diesen Gesundheitstag nahmen dies auch die meisten Schüler recht gelassen hin.

Schließlich kann man ja auch normale Schultage [nicht*)] so einfach ausfallen lassen, nur weil es schneit, war der Tenor zum Beispiel am Pegnitzer Gymnasium. Bei vielen Klassen im Mittelpunkt des Geschehens: ein gesundes Frühstück. Wobei in einem Fall – hier hatte man den Schülern die Auswahl des Angebots überlassen – diese Weißwürste durchaus auch als potenziell gesund einstuften – schließlich sind da Kräuter drin.

Im „Schichtdienst“
Zweiter Schwerpunkt war ein Fitnessparcours in der neuen Turnhalle des Gymnasiums, den die einzelnen Jahrgangsstufen im „Schichtdienst“ absolvierten. Eine Reihe von Vorträgen rundete das Programm ab, zu dem auch Tanzeinlagen in der Aula gehörten. Themen waren unter anderem die Erstversorgung nach Unfällen, Empfängnisverhütung und Schwangerschaftsabbruch, das Gesundheitssystem oder moderne Unfallchirurgie.

Als voller Erfolg stellte sich der Gesundheitstag auch an der Realschule dar. Von Lehrern gebildete Arbeitsgruppen bereiteten wie am Gymnasium im Vorfeld verschiedene Aktionen vor, die jahrgangsstufenübergreifend festgelegt waren.

*) Dieses „nicht“ fehlt im Originaltext.


Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers
Für die fünften Klassen stand die Frage „Wie sieht denn eigentlich ein gesundes Pausenbrot aus?“ im Mittelpunkt. In Gruppenarbeit wurde die Ernährungspyramide besprochen und verschiedene Lebensmittel wurden kritisch hinterfragt.

Die Sechstklässler widmeten sich der Sicherheit im Straßenverkehr. Erschreckende Statistiken zeigen, dass sich Fahrradunfälle auf dem Schulweg besonders häufig ereignen. Deshalb durften Schüler in Testbögen ihr Wissen zu Verkehrsregeln prüfen, und es wurde alles rund um das Thema „sicheres Fahrrad“ besprochen. Peter Frömel von der Polizei Pegnitz hielt einen Vortrag über richtiges Verhalten im Bus und erklärte anschaulich wissenswertes zum Brems- und Anhalteweg. Abschließend wurde ein kleiner Erste-Hilfe-Kurs angeboten.

Da die siebten Klassen eine Skiwoche vor sich haben, wurde dieser Tag genutzt, um dieses Thema in den Fokus zu stellen. So standen Skigymnastik und Sport auf dem Stundenplan. Auch die Achtklässler setzten das Motto „Sport ist gesund und macht Spaß“ um. Neben Informationsvorträgen über Haltungsschäden und den Aufbau der Wirbelsäule, durften die Schüler spezielle Gymnastikübungen ausprobieren, Badminton spielen und sich auch anderweitig sportlich betätigen. Um Sucht, Sekten, Jugendschutz oder Gefahren im Internet ging es in den neunten Klassen.

Entspannungsübungen
Eine gesundes Frühstück für alle Schüler spielte auch an der Hauptschule eine zentrale Rolle. Neben dem großen Tagesthema: Taiji Qigong. Über 200 Schüler erlebten mit Manfred Spiske, dem betreuenden Lehrer, Entspannungs- und Konzentrationsübungen.

Angesichts der hervorragenden Resonanz bei den Schülern ist daran gedacht, vergleichbare Übungen in den Unterricht zu integrieren. sbr


Händels „Messias“
in der Kreuzkirche
Nordbayerischer Kurier — Samstag/Sonntag, 22./23. November 2008
Bayreuth. Der Konzertreigen für das Jahr 2009 mit dem 250. Todestag von Georg Friedrich Händel wird am Samstag, 6. Dezember, um 20 Uhr in der evangelischen Kreuzkirche mit der Aufführung des Oratoriums „Der Messias“ eröffnet. Im traditionellen Weihnachtskonzert werden erstmals die Kantorei der evangelischen Kreuzkirche Bayreuth zusammen mit dem Kammerchor des MWG Bayreuth zu hören sein.

Bei der diesjährigen Aufführung kommt die sogenannte „Dubliner Fassung“ zu Gehör. Also jene Fassung, die Händel selbst als Uraufführung in Dublin dirigiert hatte. Die Dauer beträgt mit einer jeweils fünfminütigen Einführung in jeden der drei Teile von Oberkirchenrat i. R. Dr. Theodor Glaser aus München knapp zwei Stunden.

Die Ausführenden sind Anja F. Ulrich, Sopran, Kristina Busch, Alt, Tilman Lichdi, Tenor, Günter Leykam, Bass, der Kammerchor des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums Bayreuth, die Kantorei der Kreuzkirche Bayreuth, das Bachsolisten-Ensemble Bayreuth sowie das Nymphenburger Trompetenensemble.

Die Leitung hat Kantor Günter Leykam.

Karten sind an der Theaterkasse am Luitpoldplatz erhältlich.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

Schule am Samstag ist gesund
x-bay hat sich für euch umgehört: Was ist am Samstag in den Schulen los?
Von Jakob Struller
Nordbayerischer Kurier — Freitag, 21. November 2008

Morgen, am Samstag, 22. November, ist in ganz Bayern Schule. Weil die Herbstferien um einen Tag verlängert wurden, wird der am Wochenende nachgeholt. Der Samstag steht unter dem Motto „Gesundheit“. x-bay hat bei den Schulen und bei euch nachgefragt, wie dieses Motto umgesetzt wird.

Manchmal wacht man um sieben Uhr auf, rennt ins Bad, weil man schon viel zu spät dran ist und merkt erst kurz darauf, dass Samstag ist. Man kann sich nochmal gemütlich ins Bett legen und ein paar Stündchen weiterschlafen. Morgen leider nicht, denn da ist wirklich Schule. Das Kultusministerium hat den Schulsamstag unter das Motto „Gesundheit“ gestellt. Das wird in den Bayreuther Schulen ganz unterschiedlich umgesetzt.

Das Graf-Münster-Gymnasium (GMG), das Richard-Wagner-Gymnasium (RWG) und das Gymnasium Christian Ernestinum (GCE) holen im wesentlichen den Unterricht vom Mittwoch nach. Damit die Schüler trotzdem ein bisschen was über Gesundheit hören und sehen, sind die Lehrer angehalten, das Thema in ihre Unterrichtsstunden zu integrieren. „Der Gesundheitstag soll bei uns in den einzelnen Fächern stattfinden. Je nachdem, was die Schüler für Fächer haben, wird sich das ganz verschieden äußern“, erklärt der stellvertretende Schulleiter des GMGs Helmut Opel.
Verschiedene Möglichkeiten
Andere Schulen gestalten den Samstag anders, schließlich ist beides möglich: „Es ist den Schulen freigestellt, ob sie den Gesundheitstag in Form von regulärem Unterricht oder als Projekttag durchführen“, erklärt Sylvia Schnabelt vom bayerischen Kultusministerium. „Die Unterrichtsstunden sollten dann allerdings das Thema Gesundheit irgendwie behandeln.“

Viele Grund- und Hauptschulen haben aus dem Gesundheitstag einen richtigen Projekttag gemacht. Die Volksschule Bindlach zum Beispiel hat für viele ihrer 18 Klassen ein gemeinsames gesundes Frühstück geplant. „Danach gibt es verschiedene Aktionen von einer Kräuterwanderung bis zur Rückenschule“, erzählt der Schulleiter Bruno Hager.
An der Albert-Schweitzer-Schule wird ein Apotheker einen Vortrag über gesunde Ernährung halten, anschließend bereiten die Schüler selbst etwas zu.
Auch an der Johannes-Kepler-Realschule gibt es Aktionen. Die stellvertretende Schulleiterin Heike Gürtler erzählt: „Jede Klasse hat sich mit einem Team von zwei Lehrern etwas überlegt. Das geht von Entspannungsübungen bis zum gesunden Essen.“

Bei so viel Aktivität lässt es sich vielleicht sogar Samstags in der Schule aushalten.

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Was macht eure Schule am Gesundheitstag?
x-bay wollte von euch wissen, was ihr morgen macht und wie ihr Unterricht am Samstag findet
Nordbayerischer Kurier — Freitag, 21. November 2008
Nina: Ich bin froh, dass es nur vier Stunden sind, weil ich Abends auswärts Handball spielen muss, so schaffe ich es noch rechtzeitig zur Abfahrt.

Lisa: Bei uns am MWG ist es unterschiedlich. Ich bin in der sechsten Klasse, und wir kochen. Zuerst gehen wir auf den Wochenmarkt und kaufen ein. Danach kochen wir im Klassenzimmer etwas Gesundes. Das machen aber nur wir, nicht die ganze Klassenstufe.

Lena: Wir haben vier Stunden Unterricht nach dem Stundenplan vom Donnerstag. Wir beide finden es doof, dass wir samstags in die Schule müssen.

Marharytha, Stefanie, Michelle: Wir sind alle in der sechsten Klasse am GMG. Wir haben ganz normalen Unterricht. Vier Stunden lang und nach dem Stundenplan vom Mittwoch. Am Samstag in die Schule wollen wir eigentlich nicht. Besser wäre es gewesen, am Mittwoch in die Schule zu gehen, dann könnten wir am Samstag in die Stadt. Wenn wir schon hin müssen, fänden wir es auch gut, wenn wir statt Mathe ein gesundes Frühstück machen würden, wie andere Schulen.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

Ausstellungseröffnung
Nordbayerischer Kurier — Freitag, 21. November 2008
Bad Berneck:
Galerie gallas & mayer, Rotherstraße 62, 19:00 Uhr, Eröffnung der Ausstellung "außerhalb ...", junge Künstler stellen aus,
(in Zusammenarbeit mit dem MWG Bayreuth).

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Die stillsten Örtchen in den Schulen
x-bay hat zum Welttoilettentag eine Klo-Tour durch Bayreuther Gymnasien gemacht
Von Jakob Struller
Nordbayerischer Kurier — Mittwoch, Mittwoch, 19. November 2008

Heute ist Welttoilettentag. x-bay hat aus diesem Anlass einen Rundgang durch die Klos der Bayreuther Gymnasien gemacht.

Raus aus der x-bay-Redaktion ist das nächste der fünf Gymnasien Bayreuths das Richard-Wagner-Gymnasium (RWG). Eine leicht verdutzte Sekretärin ist nach Rücksprache mit dem Direktor mit der Besichtigung der sanitären Einrichtungen einverstanden. Das RWG hat seine Toiletten erst vor nicht allzu langer Zeit erneuern lassen und dementsprechend gut sehen die Anlagen aus. Von einigen obligatorischen Papiertüchern am Boden abgesehen, gehen die RWGler auf recht schicke Klos. Na, hoffentlich geht das so weiter!

Sieht ganz danach aus, denn beim Betreten der Jungstoilette des Graf-Münster-Gymnasiums bietet sich ein ähnliches Bild. Großräumig, neu gefliest, irgendwie scheint der einzige Unterschied zu sein, dass hier ein Streifen grüner Fliesen die Wand ziert.

Offensichtlich pinkeln Bayreuths Schüler in ziemlich moderne Schüsseln. Auch Gestank, Schmierereien oder eklige Verschmutzungen gab es bisher nicht. Dabei ist schon Mittag, die Schüler hätte also bereits Zeit genug gehabt. Weiter geht die Klo-Tour im Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium (MWG). Ab in die dritte Toilette innerhalb einer Stunde (wohlgemerkt: in, nicht auf die Toilette. Den Selbstversuch habe ich mir aus biologischen und fotorechtlichen Gründen gespart). Während das Schulhaus des MWGs ein altehrwürdiges Gebäude ist, sind die stillen Örtchen zum Glück etwas neuer. Besonders viele Örtchen auf einmal sind es allerdings nicht. Zwei Kabinen reichen aber offensichtlich, Anzeichen von Überbeanspruchung sind nämlich nicht erkennbar.

Alles sauber
Ähnlich sieht es am Gymnasium-Christian-Ernestinum (GCE) aus. Sauber sind die Anlagen, nur einfach nicht so großräumig wie bei den ersten beiden Stationen. Macht auch nix, schließlich sind dort auch nicht so viele Schüler. Überhaupt stellt sich die Frage, ob ein großräumiges Örtchen, quasi fast schon ein Ort, überhaupt ein Vorteil ist. Dann ist schließlich noch mehr Platz für immer weniger Privatsphäre.

Wieder größer wird es am Wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasium (WWG). Spätestens beim fünften Gymnasium steht fest: Schultoiletten sehen alle irgendwie ähnlich aus und zwar ziemlich genau so, wie man sie sich vorstellt. Gut, sie sollen ja auch keinen Design-Preis gewinnen. Und egal wie sie aussehen, jedes Schulklo ermöglicht, den Unterricht für ein paar Minuten zu verlassen, ein bisschen zu tratschen oder die Frisur zu überprüfen, bevor man in den Kurs mit der hübschen neuen Mitschülerin geht. Und natürlich, wenn man mal pinkeln muss.

Wie wichtig die Toiletten für eine Schule sind, weiß Gerhard Kraus, der Schulleiter des WWG aus eigener Erfahrung. Denn das zweitgrößte Bayreuther Gymnasium hatte erst kürzlich einen Rohrbruch. „Dass wir den Schülern freigegeben haben, hat viele gewundert“, erzählt Kraus.

Klos sind an Schulen also nicht nur Nebensache: „Ohne Toiletten ist bei über 1200 Schülern kein Unterricht möglich. Wenn jemand wirklich muss, gäbe es keine Möglichkeit. Zwei Notfälle wären zwei zu viel.“

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Alle profitieren von Hochbegabtenklasse
Dr. Ludwig Spaenle besuchte das Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium
Nordbayerischer Kurier — Samstag/Sonntag, 15./16. November 2008
Das Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium (MWG), das ab dem kommenden Schuljahr eine von vier neuen Hochbegabtenklassen in Bayern bekommen wird (der KURIER berichtete), bekam gestern Besuch vom neuen Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle.

„Die Ausschöpfung des Hochbegabtenreservoirs muss verbessert werden“, sagte Spaenle gestern. Bei diesem Besuch betonte er auch, dass er die Verantwortung sehr ernst nehme, Schulpolitik für ganz Bayern zu machen. „Wir fühlen uns auch bei Ihnen sehr zu Haus’“, so der gebürtige Schwabinger.

Dieter Funk, Direktor des MWG, sagte, dass die neue Hochbegabtenklasse gut eingebunden werden müsse, da es wichtig sei, keine Sonderabteilung zu schaffen.

Nach einem Empfang durch die Kapelle der Blechbläser des MWG traf sich Spaenle mit Vertretern der Bildungspolitik aus Oberfranken, um sich Probleme „aus erster Hand“ schildern zu lassen. In dieser Gesprächsrunde wies unter anderen Dr. Klemens Brosig, Abteilungsdirektor des Bereichs Schulen an der Regierung von Oberfranken, darauf hin, dass die Volksschullehrer überalterten. „Den jungen dynamischen Berufseinsteiger haben wir hier nicht“, so Brosig. Viele der Lehrer würden nach München abgezogen.

Die Frage, ob Hochbegabtenförderung mit Bildungsgerechtigkeit vereinbar ist, bejaht Funk entschieden: „Es gibt verschiedene Schülergruppen, die verschiedene Bedürfnisse haben. Manche haben das Bedürfnis nach Förderung.“ Deshalb sei eine Hochbegabtenklasse legitim. Darüber hinaus gehe damit keine Vernachlässigung der Regelklassen einher. Im Gegenteil: Die anderen Klassen würden von der verbesserten Didaktik und Methodik sowie den neuen Schülern profitieren. Auch die Angst, dass in der neuen Klasse nur Kinder aus wohlhabenden Familien unterkommen könnten, ist nach Funk unbegründet. Man müsse eben einen guten Auswahlprozess anwenden. So werden Kinder, die in die Hochbegabtenklasse des MWG wollen, nicht nur einem Test unterzogen. Es finden auch Kennenlerntage statt, damit die Persönlichkeit des Kindes in die Entscheidung einfließen kann. pw

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Der neue bayerische Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle besuchte gestern das MWG und plauderte auch mit Schülern auf der großen Freitreppe der Schule. Foto: Wallmeier

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Aktiv gegen Rechts
Schüler des MWGs organisierten Podiumsdiskussion zum Thema „Bürgerinitiativen gegen Rechts“
Von Alexander Gradl
Nordbayerischer Kurier — Freitag, 14. November 2008

Immer wieder versuchen rechtsextreme Parteien wie die NPD, ihre Meinungen und Parolen auf Kundgebungen zu verbreiten oder sich in Städten einzunisten, um ihre rechte Gesinnung unter das Volk zu bringen. Eine Podiumsdiskussion am MWG befasste sich mit Bürgerinitiativen gegen Rechts.

Warmensteinach zum Beispiel hatte in diesem Jahr seine Schwierigkeiten mit der NPD. Dort sollte der Gasthof Puchtler an die Partei verkauft werden. Sofort nach Bekanntwerden dieser Pläne machten sich die Einwohner Gedanken darüber, wie man sinnvoll dagegen kämpfen und der NPD zeigen kann, dass sie in Warmensteinach nicht erwünscht ist.

Die AG „Politik und Zeitgeschichte“ des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums hatte zu ihrer Podiumsdiskussion am vergangenen Mittwoch Vertreter der Städte Wunsiedel, Gräfenberg und Warmensteinach eingeladen, um Schüler aus den zehnten Klassen über Maßnahmen, die in ihren Städten gegen Rechts unternommen werden, zu informieren. Leider hatten kurz vor der Diskussion die Vertreter aus Gräfenberg und Wunsiedel absagen müssen, aber die Mitglieder der AG meisterten dieses Problem professionell und nahmen das Heft selbst in die Hand.

Von der Bürgerinitiative aus Warmensteinach waren Birgit und Werner Kielmann anwesend. „Unsere Strategie war es, um jeden Preis zu kämpfen und nicht zuzuschauen, bis es zu spät ist“, sagte Kielmann.

Protestzug organisiert
„So organisierten wir Mitte August einen Protestzug mit über 2000 Teilnehmern, die Transparente mit Aufschiften wie ,Im Fichtelgebirge beißen die Nazis auf Granit‘ durch den Ort trugen.“

Ende September hatte sich die NPD für eine Wahlkampfveranstaltung den Gasthof Puchtler gemietet. „Damals hielten wir als Gegenveranstaltung im Kurpark einen Lichtergottesdienst ab, um zu demonstrieren, dass Warmensteinach nicht braun, sondern bunt ist.“ Mittlerweile hat die Gemeinde Warmensteinach beschlossen, von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen.
„Seit zu Beginn der 90er Jahre rechte Märsche und Demonstrationen zum Todestag Rudolf Heß’ angemeldet wurden und auch stattfinden durften, reagierten die Bürger mit Gegenaktionen“, erklärten die Schülerinnen Jana Engelbrecht und Hanya Riedel. So gibt es in Wunsiedel jährlich den Tag der Demokratie, an dem sich jeder über Demokratie sowie Menschenrechte informieren könne.

Die Wunsiedler Schulen sind seit dem vergangenen Jahr Mitglied der Initiative „Schulen ohne Rassismus, Schulen mit Courage“. Bei dieser Mitgliedschaft hat die Lehrerin Barbara Twisselmann mit Schülerbands und Stars als Antwort auf häufig von NPD-Mitgliedern vor Schulen verteilte CDs mit rechtem Gedankengut eine CD mit dem Titel „Wir rocken gegen Rassismus. 60 Minuten Musik für couragierte Leute“ aufgenommen.

Demokratie fördern
In Gräfenberg, wo die NPD derzeit monatlich zu dem dortigen Kriegerdenkmal marschiert, wurde der Verein zur Förderung von Demokratie, Toleranz und Menschenrechten ins Leben gerufen. Er veranstaltet regelmäßig Infoveranstaltungen mit Mitgliedern von Exit, einer Gruppe, in der Aussteiger aus der NPD Hilfe finden.

Eine besondere Aktion hatten sich die Gräfenberger am Fasching dieses Jahres ausgedacht. „Am Marktplatz sind die Rechten eingekesselt worden und mit Buhrufen und Kehrbesen aus der Stadt gekehrt worden“, so Lena Saenger, die mit Petra Kampermann für den Ort Gräfenberg sprach.

Als Fazit der Podiumsdiskussion zogen die Teilnehmer den Schluss, dass man gegen Rechts aktiv werden muss, sobald auch nur der kleinste Hauch einer Gefahr besteht.

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Bunt statt braun zeigen sich Städte wie Wunsiedel, Warmensteinach oder Gräfenberg im
Kampf gegen Rechtsextreme. Foto: Lammel/Archiv

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Klasse für Hochbegabte aus Oberfranken
Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium (MWG) bekam Zuschlag als eine von vier neuen Schulen in Bayern
Von Eric Waha
Nordbayerischer Kurier — Dienstag, 11. November 2008

Für Hochbegabte aus Oberfranken und natürlich speziell aus der Region um Bayreuth ist das im wahrsten Sinn des Wortes klasse: Ab dem kommenden Schuljahr wird das MWG eine von vier neuen Schulen in Bayern, die Hochbegabtenförderung betreiben können. Bislang gab es vier Schulen in Bayern, das Kultusministerium hat jetzt die Einrichtung von vier weiteren Stützpunkten beschlossen.

Das Kultusministerium nennt den Beschluss, vier weitere Hochbegabtenklassen in Bayern einzurichten, einen „weiteren Schritt in Richtung von noch mehr Bildungsgerechtigkeit“. Neben dem MWG bekommt das Gymnasium bei St. Stephan Augsburg, das Comenius-Gymnasium Deggendorf und das Kepler-Gymnasium Weiden eine Hochbegabtenklasse. Diese vier Schulen sollen die bereits bestehenden Hochbegabtenstandorte am Maria-Theresia-Gymnasium München, Deutschhaus-Gymnasium Würzburg, Otto-von-Taube-Gymnasium Gauting und Dürer-Gymnasium Nürnberg ergänzen. Als Trumpf des MWG und des Deggendorfer Comenius-Gymnasiums nennt das Kultusministerium die mögliche Internatsbetreuung.

Große Freude herrscht bei MWG-Direktor Dieter Funk, wie er gestern auf Anfrage des KURIERS sagte: „Ich sehe das als Anerkennung unserer bisherigen Arbeit und denke, das wird eine höchst spannende Geschichte – nicht zuletzt auch deshalb, weil wir dann nicht nur unsere Alltagsarbeit machen, sondern auch richtig pädagogisch arbeiten können.“
Eigentlich wollte Funk das Thema auch noch ein bisschen zurückhalten, weil „erst wenige Lehrer darüber informiert wurden und am Donnerstag eine ganztägige Veranstaltung zu dem Thema im Kultusministerium läuft“. Im alten Schuljahr, sagt Funk, sei die Sache „noch kein Thema gewesen, das ist erst seit etwa sechs Wochen aktuell“.

Wie Funk weiter sagt, werde das Kultusministerium „im Januar die Grundschulen anschreiben und im März wird dann eine Informationsveranstaltung für alle interessierten Eltern stattfinden. Im Anschluss daran wird es ein Auswahlverfahren für die Kinder geben“. Ziel sei es, eine fünfte Klasse mit 20 hochbegabten Kindern zu bilden, die aus ganz Oberfranken kommen können und im MWG dann unterrichtet werden.

Die Kinder werden nach Funks Worten nach „dem ganz normalen Lehrplan unterrichtet, allerdings kann man davon ausgehen, dass die Kinder keine Intensivierungsstunden brauchen. Anstelle dieser Stunden kann man dann ein Plus-Programm für die Kinder machen“ – also statt Wiederholung und Vertiefung Zusatzprogramm. Dass das MWG den Zuschlag bekommen habe, wertet Funk als „Herausforderung für uns. Aber als eine im besten Sinne positive Herausforderung“.


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Löten kann jede
Workshops für Mädchen und Technik
Von Christina Knorz
Nordbayerischer Kurier — Mittwoch, 05. November 2008

Im Geschäft steht die Verkäuferin. Beim Arzt begrüßt die Sprechstundenhilfe. Im Kindergarten arbeiten Erzieherinnen. Wichtige Jobs, ohne Frage. Aber es gibt noch andere Berufe – mit höherem Einkommen, besseren Aufstiegschancen: technische Ausbildungsberufe.

„Forschungslaboratorium – für Unbefugte betreten verboten“ steht auf dem Schild mit signalrotem Rand. Hinter dicken Türen reihen sich Labortische, Apparaturen und kompliziert aussehende Geräte, die mit Computern verbunden sind.

Die Mädchen im Alter von zehn bis 14 Jahre hält das Warnschild nicht ab. Die Schülerinnen haben Zutritt zu den Laboren der Universität Bayreuth – zumindest Montag und Dienstag dieser Woche. In der Fakultät für angewandte Naturwissenschaften und am Lehrstuhl für angewandte Informatik fanden Workshops für Mädchen und Technik statt.

DNA vervielfachen
Wie ermittelt die Polizei einen Täter anhand seiner DNA? Dieser Frage gingen die elfjährige Patricia Gahr und ihre Workshopteilnehmerinnen gestern morgen nach. Und so kompliziert es klingt: Sie vervielfältigten Stücke des Erbguts und färbten sie ein, um sie miteinander vergleichen zu können.

Unter der Anleitung von Ute Slotta, Doktorandin am Lehrstuhl für Biomaterialien, experimentierten die Mädchen. „Es ist wirklich interessant, wie man den genetischen Fingerabdruck bekommt“, sagt die Siebtklässlerin Patricia. „Und die Helferinnen sind auch sehr nett.“

Dass Frauen den Mädchen zeigen, wie die Molekularbiologie funktioniert, ist gewollt. „So bekommen die Mädchen Vorbilder. Sie sehen, dass Frauen in diesen technischen Berufen arbeiten und dass auch sie dafür Talent haben können“, sagt Claudia Steinbach. Sie arbeitet bei der Agentur für Arbeit und macht Projekte für die Chancengleichheit von Mädchen am Arbeitsmarkt, wie auch den Girl’s Day.

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Besser als Schule
Kann man mit einem Computer Fieber messen? Unter dieser Fragestellung stand ein anderer Workshop. Paula von der Johannes Kepler Realschule und Lena vom Markgräfin Wilhelmine Gymnasium löteten hier gemeinsam mit zehn anderen Mädchen eine Platine.

Der Workshop ist für sie besser als Schule, weil: „man hier selbst Versuche machen kann“, „die Gruppe kleiner ist“, „hier jedem alles genau erklärt wird“. „In der Schule muss man nach Stoff lernen, hier kann man machen, was einen interessiert“, sagen die Schülerinnen. Und sie können sich hier ausprobieren in einem unbekannten Feld. „Ich habe gedacht, ich kann das gar nicht“, sagt Lena vom Markgräfin Wilhelmine Gymnasium. „Aber ich habe mich, glaube ich, nicht verlötet.“ Die Elektrotechnikerin Annette Hacker gibt Lena ihre Platine zurück: „Sie funktioniert, gut gemacht.“

Dass sie ohne Jungs experimentieren, finden die Mädchen auch gut: „Die wollen immer alles besser wissen“, „Denken, dass sie es besser können“, „Die denken, wir können das nicht“, kommt es wie aus der Pistole geschossen von allen Seiten.

Im nächsten Jahr hoffen die Veranstalter, mehr Plätze anbieten zu können. Denn immer ist die Nachfrage größer als das Angebot. Für Jungs soll es im nächsten Jahr auch die Möglichkeit geben, in Berufe reinzuschnuppern, die Männer nur selten machen.
„Es ist aber immer noch so, dass sich jedes zweite Mädchen für einen von nur zehn Ausbildungsberufen entscheidet“, sagt Claudia Steinbach. Dabei gibt es 360 Ausbildungsberufe.

Labor Uni BT Pipette Löten
Gestern und vorgestern fanden zum fünften Mal in ganz Oberfranken Workshops für Mädchen und Technik statt.
Wie die Polizei einen genetischen Fingerabdruck erstellt, fanden die Schülerinnen im Fachgebiet Biomaterialien heraus. Löten ging den Mädchen leicht von der Hand.

Fotos: Lammel

Neuer Elternbeirat
am MWG
Nordbayerischer Kurier — Mittwoch, 05. November 2008
Am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium (MWG) in Bayreuth wurde im Oktober ein neuer Elternbeirat gewählt. In der Wahlperiode bis 2010 gehören ihm an:


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Maria Lampl (Vorsitzende), Harald Thyroff (stellvertretender Vorsitzender), Anette Benelli (alle Mitglieder des Schulforums), Christine Ernstberger (Heimbeauftragte), Claudia Hochmuth (Schriftführerin), Bartholomäus Huber (Kassier), Gudrun Reichhardt (Arbeitskreis Musischer Gymnasien), Isabelle Hofmann, Jan Köhler, Angelika Linhardt, Redi Redetzky und Susanne Schüle.

„Mach es dir gemütlich“
Konzert zu Ehren des verstorbenen Gunter Fröhlich
Nordbayerischer Kurier — Montag, 03. November 2008

Einen Abend ganz im Zeichen des Werks von Gunter Fröhlich hatten sich die Veranstalter als Konzept gedacht. Und was am Freitag im Internationalen Jugendkulturzentrum beim Gedenkkonzert geboten wurde, war eine Würdigung des Schaffens des im Oktober 2007 im Alter von nur 44 Jahren verstorbenen Liedermachers, Poeten und Musikers.

Zu dem Gedenkkonzert hatten sich zum einen Musikerfreunde aus Bayreuth zusammengefunden. Zum anderen beteiligten sich auch alte Weggefährten, Freunde und Neuinterpreten am Programm. So waren zum Beispiel die Altstadt-Blues-Band, Leclaire und Freunde und die Transpiraten dabei. Huebnose fehlten genauso wenig wie Mellow Mark, der gemeinsam mit der Gunter-Fröhlich-Band seine Ehrerbietung erwies. Vom Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium (MWG) war das Orchester anwesend. Gonzos Dixiecombo, Back To You, Landmusigg sowie der Jazzchor 7/11 machten das musikalische Aufgebot komplett.

340 zahlende Gäste hatten im Europasaal des Zentrums Platz gefunden. Karten hätten jedoch einige mehr abgesetzt werden können. Das Interesse war derart groß, dass Menschen mit „Suche-Karten“-Schildern hofften, noch eine Eintrittskarte für das im Vorfeld bereits ausverkaufte Konzert zu ergattern.

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Zum letzten Mal in alter Besetzung hat die Kölner A-cappella-Gruppe Wise Guys am Freitag Station in Bayreuth gemacht. Foto: Kolb
Gunter Fröhlich hatte in seinem Leben viele Lieder komponiert und Texte geschrieben. Im Zentrum wurden am Freitag ausschließlich Stücke gespielt und Texte gelesen, die aus Fröhlichs Feder stammen. Georg Hofmann, selbst mitwirkender Musiker und verantwortlich für das Konzept des Abends, erinnerte an „die vielen Ideen, die in Gunter Fröhlich zeitlebens gewachsen waren und die einfach gesungen werden mussten“. Er richtete seine Worte auch direkt an seinen verstorbenen Freund, dessen gerahmte Fotografie auf einer Staffelei rechts neben der Bühne stand. Hofmann forderte seinen verstorbenen Freund auf, es sich „einfach gemütlich zu machen“.

Bands wie die Altstadt-Blues-Band und Leclaire und Freunde gaben im ersten Teil des Konzerts Stücke wie „Das kalte Herz“ oder „Fledermaus (Nr. 1)“ zum besten, die sie mit ihm viele Male auf der Bühne gespielt hatten. Huebnose, Gonzos Dixiecombo und die Gunter-Fröhlich-Band mit Mellow Mark interpretierten Stücke wie „Baumhaus“ oder „Lovesong – Wenn sie lächelt“ mit großer Intensität und Hingabe.

Den zweiten Teil des Abends läutete der Popularmusikbeauftragte Coco Sturm mit einer kurzen Ansprache ein. Es folgte eine kurze Schauspielszene aus dem ebenfalls von Fröhlich geschriebenen Stück „Die Wahrheit über die drei Musketiere“. Neben den Interpretationen der Bands Back To You sowie des Jazzchors 7/11 war eine Uraufführung einer der Höhepunkte. Die Transpiraten spielten „Astaire“, einen Song, den Fröhlich begonnen hatte, aber nie vollenden konnte. Mit dem Song „Am Meer“, das von der Sopranistin Gesche Geier gemeinsam mit dem MWG-Orchester dargeboten wurde, endete ein zutiefst bewegender Abend mit schönen Erinnerungen an einen talentierten und inspirierenden Bayreuther Komponisten und Schriftsteller. gra

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Abschied im Jetzt und Hier
Deutschlands erfolgreichste A-cappella-Band Wise Guys in der Stadthalle
Von Dennis Sand
Nordbayerischer Kurier — Montag, 03. November 2008

Jede Stimme ein Instrument, jeder Ton ein Treffer. Achtung, hier wird scharf gesungen. Die Wise Guys traten am Freitag in der gut gefüllten Bayreuther Stadthalle auf. Das A-cappella-Quintett aus Köln ist noch immer verschmitzt, ein wenig respektlos. Es scheint, als würde diese Band nichts anderes mehr machen als zu touren. Gelegentlich schauen sie dabei auch in Bayreuth vorbei.

Anlass für den Abstecher ist zum einen das neue Album „Frei“, zum anderen ist die Tour gewissermaßen eine Abschiedstour. Clemens Tewinkel verlässt die Band Ende des Jahres zu Zeiten ihres größten kommerziellen Erfolgs. Das Album „Frei“ stieg auf Anhieb auf Platz zwei der deutschen Charts. Insgesamt hielt sich die Scheibe ein halbes Jahr lang in den Top 100. Bandrekord. Somit sind die Wise Guys die derzeit erfolgreichste A-cappella-Band Deutschlands.

„Relativ gigantisch“
Die restlichen Mitglieder werden künftig von Nils Olfert verstärkt. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Eindrucksvoll bewiesen die Wise Guys, dass sie sich auch im Hier und Jetzt noch richtig austoben können. Zwischen Hits wie „Romanze“, „Sommer“ und „Jetzt und Hier“ wird ausgiebig das neue Album präsentiert. Um in ihren Termini zu bleiben: Es ist stellenweise tatsächlich „relativ gigantisch“, was die Soundakrobaten mit ihren Stimmen produzieren, die jedes Instrument überflüssig machen.

Wise Guys in der Stadthalle Wer's etwas genauer
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Zum letzten Mal in alter Besetzung hat die Kölner A-cappella-Gruppe Wise Guys am Freitag Station in Bayreuth gemacht. Foto: Kolb
Die Wise Guys, die ihre Pointen vorlieblich in die letzte Zeile setzen, bringen die Stadthalle zum Vibrieren. Im wahrsten Sinne des Wortes: Bei Songs wie „Quäl dich Fit“ oder „Alles in die Luft“ wackelt der Hallenboden.
Dass auf „Frei“ auch alles anders bleibt, bewies die Band unter anderem mit dem Song „Seemann“, einem waschechten Heimatlied. Vor diesem Genre hatte die Band jahrelang Berührungsängste, denn der schlechte Ruf von Heimatliedern reiche „über die Nationalsozialisten bis hin zu Karl Moik und Florian Silbereisen“. Ein Grund mehr, sich dem Ganzen mal auf rheinische Art anzunehmen. Liebevoll charmant historisieren sie ihre Texte mit aberwitzigen Anekdoten und visualisieren ihre pittoresken Songs mit stilechten Choreografien. Höhe- und vorläufiger Endpunkt wird so die brillant in Szene gesetzte Version von „Schiller“ – eine Hommage an Michael Jacksons Thriller. Doch ganz vorbei ist es danach noch nicht. Es schlängelt sich ein „Ohrwurm“ durch das Publikum. Gleichnamiges Lied wird so lange skandiert, bis die Kölner ihren wohl berühmtesten Hit als eine von insgesamt drei Zugaben zum Besten geben. Wer dann immer noch nicht genug hatte, der konnte sich zum After Glow im Foyer der Stadthalle einfinden, wo noch mal ein Song a cappella und unplugged vorgetragen wurde und sich Gelegenheit bot, ins Gespräch zu kommen.

Der Abend mitsamt seiner intonierten Lebensfreude lässt sich trotz Abschiedstrauer mit einer Songzeile treffend zusammenfassen: „Das Wichtigste sind wir/das Jetzt und Hier/und dass wir alle hier zusammen sind!“ Dieses große Miteinander wurde am Freitag durchgehend bis auf den letzten Ton zelebriert.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kuriers

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